Ulme oder Rüster

Ulme oder Rüster, zur Familie der Ahornbäume gehörend, hat einen ziemlich hohen, geraden Stamm, eine schwärzliche Rinde, auseinanderstehende Aeste und länglich zugespitzte, rauhe und steife Blätter von dunkelgrüner Farbe. Die röthliche Zwitterblüthe bricht im April, noch ehe die Blätter erscheinen, hervor und der geflügelte Same wird im Juni reif. Die Fortpflanzung geschieht durch Aussaat des Samens. Die U. bedarf einen guten, mehr feuchten als trockenen Boden, und wird, wie alle Ahornarten, zur Vermehrung der Mannichfaltigkeit, besonders die Varietäten mit bunten Blättern, in Lustwäldern angepflanzt; auch kann man schöne Hecken von Ulmen ziehen. Sie braucht 200 Jahre bis zu ihrer vollkommnen Größe und erreicht oft ein Alter von 600 Jahren. Das Holz ist gelblich braun geflammt, sehr zähe und nach dem Eichenholz das härteste und schwerste, deßhalb vortrefflich zum Wasserbau, zu Bauholz, Wagner-, Tischler- und Drechslerarbeiten und zum Brennen. Die Kohlen sind weit vorzüglicher, als die vom Eichbaume. Die innere, unmittelbar am Holz sitzende Rinde wird wegen ihrer Arzneikräfte gerühmt; man bedient sich des Decoctes davon mit Erfolg bei Hautkrankheiten. Die Blumensprache gedenkt nur der Ulme mit dunkelrothen Blättern und nennt sie das Sinnbild der trauernden Liebe.

L. M.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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