Winterschlaf der Thiere

Winterschlaf der Thiere. Während eine große Anzahl der Vögel (s. d) im Winter theils der Kälte wegen, theils aus Mangel an Nahrung ihre Heimath verläßt, verfallen einige Säugethiere (Hamster, Igel, Murmelthier, versch. Mäusearten etc.) und viele Amphibien (Kröten, Frösche, Eidechsen etc.) in einen 4–5 Monate dauernden Schlaf, in welchem die Körperwärme fast ganz aufhört, der Umlauf des Blutes sehr langsam und die Respiration kaum bemerkbar wird. Durch Einschlürfen vielen Wassers reinigen sie ihre Eingeweide erst vollständig, suchen sich dann einen verborgenen Ort (meist in hohlen Bäumen oder unter der Erde) und ziehen sich dort kugelförmig zusammen, worauf denn eine gänzliche Unempfindlichkeit gegen körperlichen Reiz eintritt. Es ist übrigens leicht, ihren Schlaf zu unterbrechen, indem sie in der Wärme sehr bald erwachen. - Ob, wie behauptet wird, auch Vögel einen W. halten, ist noch sehr ungewiß, und die Unthätigkeit des Bären und Dachses im Winter hat nur Aehnlichkeit damit.

4.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Winterschlaf, der — Der Winterschlaf, des es, plur. car. der Schlaf mancher Thiere den ganzen Winter hindurch, als der Bären, Murmelthiere u.s.f …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Winterschlaf — Winterschlaf, der Schlaf, in welchen gewisse Thiere, meist unter der Erde od. in Bäumen, zu Anfange des Winters verfallen u. mit od. ohne Unterbrechung, mehre Monate verharren u. hierbei dem Mangel u. Leiden bei Kälte entgehen. W. halten in… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Winterschlaf — nennt man den schlafartigen, lethargischen Zustand, in welchen viele Thiere während des Winters verfallen. Er wird herbeigeführt durch den Mangel der zum Leben des Organismus nöthigen Bedingungen, sei es der Nahrung oder der nöthigen Wärme. Am… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Thiere — (Animalia), sind organische Naturproducte mit freiwilliger Bewegnug, welche empfinden u. sich der Empfindung bewußt werden. A) Unterscheidungsmerkmale. Wie die Mineralien auf die Weise entstehen, daß sich einzelne Theilchen (Molecüle) einander… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Hiberna — (lat.), die Winterquartiere der Römer, s.u. Lager. Hibernal, winterlich; Hibernation, der Winterschlaf der Thiere …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Gwaln — Er liegt im Gwaln1. (Oesterr.) – Klein, I. 1) Winterschlaf der Thiere. In Todesangst …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Thierreich — Thierreich. Die Thierkunde oder Zoologie wurde von dem großen Aristoteles gegründet, später von Plinius dem Aeltern, und in neuerer Zeit besonders von Linné, Pennant, Blumenbach, Lamarck, Cüvier, Tiedemann und Oken ausgebildet. Hier einige… …   Damen Conversations Lexikon

  • Schlaf — Schlaf, der freundliche Engel mit den gesenkten Wimpern und den träumenden Sternen, der sanfte Zwillingsbruder des Todes mit dem süßbetäubenden Mohnkranz (s. Hypnos). – Der S. gehört zu den noch nicht völlig erklärten Erscheinungen im… …   Damen Conversations Lexikon

  • Amphibien — (v. gr., doppellebige [beidlebige] Thiere, Reptilien, Lurche, Amphibia reptilia), die dritte Klasse bildende Wirbelthiere, mit kaltem, rothem Blute, u. in vollkommenem Zustande durch Lungen od. Lungen u. Kiemen zugleich athmend; das Herz hat 2… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Schildkröten — (Chelonii), Ordnung der Reptilien, kenntlich an dem Schilde, welches über den Rücken u. unter den Bauch sich ausbreitet, u. in dessen Höhlung der Körper des Thiers befestigt ist u. der Kopf, die vier Füße u. der Schwanz entweder ganz, od. doch… …   Pierer's Universal-Lexikon

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”