Woltmann, Karoline von

Woltmann, Karoline von, Karoline von, geb. am 6. März 1782 zu Berlin, empfing eine vortreffliche Erziehung und fand im elterlichen Hause, wo sich ein ausgewählter Kreis von Gelehrten zu versammeln pflegte, frühzeitig Gelegenheit, ihren Geist zu jenem Berufe vorzubereiten, der ihr einen so ehrenvollen Namen erworben hat. Ihr Vater, der preuß. Geheimrath Stosch, der das Talent der Tochter erkannte, glaubte ihr Glück dadurch nur begründen zu können, wenn er in Berücksichtigung ihrer Vorliebe zur Literatur sie mit einem geistesverwandten Manne vermählte. Sie heirathete daher 1799 nach seinem Wunsche den Kriegsrath Müchler, trennte sich jedoch von diesem im Jahre 1804 und verband sich das Jahr darauf mit dem H. v. Woltmann, welcher sich damals als Chargé d'Affaires in Berlin aufhielt. In dieser Zeit schrieb sie ihren ersten Roman Euphrosyne, den sie später unter dem Titel Heloise umarbeitete, nahm wesentlichen Theil an den schriftstellerischen Arbeiten ihres Mannes, verlegte mit diesem 1813 ihren Wohnsitz nach Prag und schrieb dort ihre böhmischen Volkssagen. Nach dem 1817 erfolgten Tode ihres Gatten setzte sie demselben das schönste Denkmal durch Herausgabe seiner Werke in den Jahren 1818–24 in 12 Bänden. Gleichzeitig erschienen der Roamn Maria und Walpurgis, historische Darstellungen, Neue Volkssagen, 1824. Ueber Natur und Bestimmung der Frauen, Spiegel der Welt, 1829 der Roman die Bildhauer, 1835 Menschen und Gegenden und Verf. redigirte auch eine Zeit lang in Prag die Zeitschrift: der Kranz. Frau v. W, die sich jetzt in Berlin aufhält, zeichnet sich unter unseren Schriftstellerinnen durch eine gründliche wissenschaftliche Bildung, praktisch gereiftes Urtheil, eine fließende Diction und gewandts Darstellung aus. Wir möchten sie unsere deutsche Genlis nennen.

M.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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