Xanthippe

Xanthippe, berühmt als die Gemahlin des Sokrates, berüchtigt wegen ihrer heftigen, zänkischen Gemüthsart, aber auch ehrenvoll erwähnt durch den aufrichtigen Schmerz und ein edles Benehmen an dem Sterbelager ihres Gatten. Wie viel dieser übrigens von ihr dulden mußte, beweist eine Aeußerung gegen einen Freund, wo er sagt: Ich habe X. zur Gefährtin gewählt, um Mäßigung und Nachsicht an ihr zu üben, und ist es mir möglich, mich in ihre Launen zu fügen, so werde ich auch alle andere Menschen ertragen können. Uebrigens war X. eine gute Hausfrau und ihren Kindern eine sorgsame Mutter. Ihre Sparsamkeit, Thätigkeit und Klugheit werden vielfach gerühmt und ihr Benehmen nach S's Tode beweist, daß sein Beispiel nicht ohne Einfluß auf ihr sittliches Gefühl blieb. Wie dauernd ihr Schmerz um den Gatten war, ersieht man aus einem Briefe des Aeschinus, wo dieser an X. schreibt: Stille endlich Deine Thränen, nähre nicht hartnäckig Deinen Schmerz und erhalte Dich Deinen Kindern. Und an einer andern Stelle: Es ist Deiner würdig, daß Du die angebotenen Geschenke zurückgewiesen hast; so lange überdieß ich und Deine Freunde leben, soll es Dir an nichts mangeln etc.

E. v. E.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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  • Xanthippe — ( el. Ξανθίππη) was the wife of Socrates and mother of their three sons Lamprocles, Sophroniscus, and Menexenus. There are far more stories about her than there are facts. She was likely much younger than the philosopher, perhaps by as much as… …   Wikipedia

  • Xanthippe — Sf streitsüchtige Ehefrau erw. bildg. (16. Jh.) Onomastische Bildung. Nach gr. Xanthíppē, dem Namen der Frau von Sokrates, die in der griechischen Literatur als besonders streitsüchtig beschrieben wird.    Ebenso nndl. xantippe, ne. xant(h)ippe,… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Xanthippe — »zanksüchtige Frau«: Die Bezeichnung geht auf den Namen der Ehefrau des altgriechischen Philosophen Sokrates (griech. Xanthíppē) zurück, die in der griechischen Literatur (speziell in Xenophons »Gastmahl«) als zanksüchtig geschildert wird …   Das Herkunftswörterbuch

  • Xanthippe — Xanthippe, 1) Tochter des Doros, Gemahlin Pleurons, s. d; 2) Gattin des Sokrates, s.d. Da sie gewöhnlich als sehr mürrisch u. zänkisch geschildert u. von ihr mehre ungünstige Anekdoten erzählt werden, 3) sprüchwörtlich eine böse, zanksüchtige… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Xanthippe — Xanthippe, die Gattin des Sokrates, die (vielleicht mit Unrecht) zum Typus einer bösen, zanksüchtigen Ehefrau geworden ist. Vgl. Zeller, Vorträge und Abhandlungen (2. Aufl., Leipz. 1875) …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Xanthippe — Xanthippe, die als launenhaft geschilderte Gattin des Sokrates; als zänkisches Weib sprichwörtlich geworden …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Xanthippe — Xanthippe, das Weib des Sokrates; ihre sprichwörtliche Zanksüchtigkeit ist ihr später erst zur Ausstaffirung des Sokratischen Charakters zugelegt worden …   Herders Conversations-Lexikon

  • Xanthippe — XANTHIPPE, es, Gr. Ξανθίππη, ης, (⇒ Tab. XXV.) des Dorus Tochter, die; Pleuron heurathete, und mit ihr den Agenor, die Sterope, Stratonice, und den Leophon zeugete. Apollod. l. I. c. 7. §. 7 …   Gründliches mythologisches Lexikon

  • Xanthippe — épouse (acariâtre, selon Platon) de Socrate …   Encyclopédie Universelle

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