Baumwollenzeuge

Baumwollenzeuge

Baumwollenzeuge. Diese Zeuge haben besonders seit Einführung der Maschinenspinnerei eine große Wohlfeilheit und Ausbreitung erlangt, und durch den Wetteifer der Fabrikanten sind eine unzählige Menge von baumwollnen Zeugen unter den verschiedenartigsten Namen in den Handel gekommen. Unter den glatten Zeugen ist die grobste Art der Kattun (Kitag, Baumwollen-Leinwand), von dem eine dichte Art Nanking heißt, der am besten in Ostindien aus gelber Baumwolle verfertigt wird, wogegen der in Europa verfertigte durch Farben erst die ihm eigenthümliche Farbe erhält. Hierauf folgen sich die glatten baumwollenen Zeuge mit zunehmender Feinheit etwa in folgender Ordnung: Kammertuch (eine dichte Sorte desselben ist der Wolltasset), Kaliko, Perkal (dichte feine Sorten heißen zuweilen Kambrik), Musselin (lockerer als Perkal), Vapeur (der feinste heißt Vapeur), Organdin (sehr locker). Auch der Rips und Tüll gehören hierher. Die vorzüglichsten geköperten Baumwollenzeuge sind der Croiset, der Trill, der baumwollene Merinos, Satin (oder englisches Leder), Baumwollbast, Wallis, Barchent. Eben so mannichfaltig sind die gemusterten Zeuge. Einige sind weiß und mit weißen Dessins, wie der Baumwoll-Damast, andere haben farbigen Einschuß und heißen dann broschirte Stoffe; noch andre sind gestickt, wie der Spenal und (das feinste) der Princesterstoff. Auch der Piqué ist ein gemustertes Baumwollenzeug. Eine eigne Klasse bilden endlich noch die sammtartigen Baumwollenzeuge, nämlich der Manchester und der Baumwollensammt.

O. M.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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