Bilderstürmer

Bilderstürmer In den ersten Jahrhunderten der Ausbreitung des Christenthums hatten die Bekenner desselben manche harte Verfolgung zu bestehen, und Viele beharrten selbst unter den Qualvollsten Martern bei dem neuen Glauben, ja, sie besiegelten die Wahrheit desselben durch ihren Tod. Dadurch wurden sie der Gegenstand inniger Hochachtung und Verehrung der gläubigen Christen, und man suchte ihr Andenken durch ihre Bildnisse zu erhalten. Auch verdienstvolle Bischöfe und dem Christenthume günstige Regenten ehrte man auf diese Weise, indem man ihre Bildnisse in den Kirchen aufstellte. Da befahl im Jahre 726 der Kaiser Leo III. alle Bilder, das Christusbild ausgenommen, aus den Kirchen zu entfernen und sich der Verehrung derselben zu enthalten; aber die Päpste Gregor II. und III. begünstigten die Bilder. Dadurch entstanden zwei Parteien: die Bilderverehrer, und die Bilderstürmer, welche sich gegenseitig verfolgten, oft stürmend und mit Waffengewalt die Bilder aus den Kirchen entfernten. Von einer 754 in Konstantinopel gehaltenen Kirchenversammlung wurden die Bilder verworfen, aber ein anderes 786 zu Nicäa gehaltenes Concil belegte diejenigen mit Strafen, welche behaupteten, daß man außer Gott Nichts verehren und anbeten dürfe. Karl der Große, und mit ihm die Franzosen, Engländer und Deutschen verwarfen 794 auf einer Kirchenversammlung zu Frankfurt am Main den Bilderdienst. Nach und nach aber wurden die Bilder auch in der abendländischen Kirche wieder allgemein üblich, und ihre Verehrung wurde, obgleich mehrere Male verboten, doch durch das Ansehen der Päpste allgemeine Sitte.

–t–


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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