Arnold Oskar Meyer
Arnold Oskar Meyer (1942)

Arnold Oskar Meyer (* 20. Oktober 1877 in Breslau; † 3. Juni 1944 in Berlin) war ein deutscher Historiker und Autor.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Der Vater Oskar Emil Meyer war ordentlicher Professor für Physik an der Universität Breslau, seine Brüder Herbert Oskar (1875–1941) und Oskar Erich (1883–1939) Jurist bzw. Geologe. Arnold schloss seine Schulausbildung am Maria-Magdalenen-Gymnasium im Herbst 1895 mit dem Abitur ab. Anschließend studierte er Geschichte und verwandte Wissenschaften an den Universitäten Tübingen, Leipzig, Berlin, Heidelberg und Breslau. In seiner Heimatstadt promovierte er 1900 zum Dr. phil.. Es folgten eine Bildungsreise nach England und eine Tätigkeit im Breslauer Stadtarchiv. Nach fünf Jahren wissenschaftlicher Arbeit am Preußischen Historischen Institut in Rom habilitierte er sich 1908 an der Universität Breslau. 1910 ging Arnold Meyer an die Universität Rostock, wo er 1913 zum außerordentlichen Professor für Geschichte ernannt wurde. Er heiratete 1911. Der Ehe entstammten drei Töchter und ein Sohn. 1915/16 leistete Meyer Kriegsdienst. Er war ein ausgeprägt gläubiger Protestant. Von 1919 bis 1930 war er Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei.

Leistungen

1915 wurde Arnold Meyer als ordentlicher Professor an die Universität Kiel berufen. Von 1920 bis 1928 lehrte er an der Universität Göttingen, von 1928 bis 1936 an der Ludwig-Maximilians-Universität München und von 1936 bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1944 war er ordentlicher Professor an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität (heute Humboldt-Universität zu Berlin). In der Zeit des Nationalsozialismus gehörte er dem Sachverständigenbeirat des NS-Reichsinstituts für Geschichte des Neuen Deutschlands an.[1]

Vornehmlich bei Historikern ist Arnold Meyer bekannt geworden durch das „Handbuch der deutschen Geschichte“, zu dessen Bestehen er wesentlich beigetragen hat (Neuauflage: Handbuch der deutschen Geschichte. Begr. von Otto Brandt, fortgeführt von Arnold Oskar Meyer hg. von Leo Just. 6 Bde., Konstanz 1957-1985). Eines seiner besonderen Werke ist „Bismarck, der Mensch und der Staatsmann“. Meyers spezielle Forschungsgebiete waren neben Bismarck vor allem auch die englische Geschichte und die Zeit der Gegenreformation. Neben zahlreichen weiteren Arbeiten über Bismarck erschien 1911 „England und die katholische Kirche unter Elisabeth“ (dieses Werk wurde 1967 ins Englische übersetzt) und 1937 „Deutsche und Engländer, Wesen und Werden in großer Geschichte“. Viele Beiträge veröffentlichte Meyer auch in Fachzeitschriften (z.B. Militärwissenschaftliche Rundschau, Zeitschrift für Schleswig-Holsteinische Geschichte, Süddeutsche Monatshefte, Pommersche Lebensbilder. Bd 2, Mitteilungen des Univ.-Bundes Göttingen). Der Historiker war Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und Honorar Corresponding Member of the Royal Historical Society.

Quellen

  • Personalakte von Arnold Oskar Meyer bei der Humboldt-Universität Berlin

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 407.

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