Arnold Schering

Arnold Schering (* 2. April 1877 in Breslau; † 7. März 1941 in Berlin) war ein deutscher Musikwissenschaftler.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Arnold Schering wuchs in Dresden als Sohn eines Kunstverlegers auf. Er besuchte das Annengymnasium und erlernte das Violinspiel. Ab 1896 studierte er an der Musikhochschule Berlin Violine bei Joseph Joachim. 1898 bis 1902 studierte er in Berlin und Leipzig Musikwissenschaft und wurde 1902 mit einer Dissertation über die Geschichte des Instrumentalkonzertes bei Antonio Vivaldi promoviert.[1] 1907 folgte seine Habilitation. 1915 wurde er in Leipzig zum Professor ernannt. In 1920 ging er davon aus, dass Johann Sebastian Bach in der Regel mit zwölf Sängern auskommen musste. Doch erst die Alte Musik-Bewegung setzte das um. Seit 1928 lehrte er als Professor für Musikwissenschaft in Berlin.

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten gehörte er dem Nationalsozialistischen Lehrerbund und dem Großen Rat der Reichsmusikkammer an.[1] Ferner war er bis 1936 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Musikwissenschaft[2] (bis 1933: Deutsche Musikgesellschaft), an deren Umgestaltung nach nationalsozialistischen Prinzipien er sich maßgeblich beteiligte. „Die Anstellung junger Nationalsozialisten wurde gefördert; Alfred Einstein (1880–1952) hingegen gezwungen, die Redaktion der Zeitschrift für Musikwissenschaft niederzulegen, die er seit deren erstem Erscheinen 1918 geleitet hatte. Dem ‚Führerprinzip‘ folgend, bestimmte S. 1936 oder 1937 Ludwig Schiedermair (1876–1957) zu seinem Nachfolger als Präsident.“[3].

Im Januar 1934 hielt Schering einen Vortrag bei der Gesellschaft für deutsche Bildung über Das Germanische in der deutschen Musik. Im selben Jahr erschien sein Buch "Beethoven in neuer Deutung",[1], in welchem er die Werke Beethovens Szenen aus Shakespeares Dramen zuordnet, wobei er die kühne Behauptung aufstellte, dass diese Zuordnungen sowohl eindeutig als auch von Beethoven intendiert seien. Im selben Jahr schrieb er auch einen Beitrag in der Zeitschrift für Musikwissenschaft, in dem er Beethovens 5. Sinfonie im Sinne des NS-Regimes als „Symphonie der nationalen Erhebung“ deutete.[4] 1936 schließlich schrieb er in Beethoven und die Dichtung: „Wenn eine brutal-sinnliche, rassefremde Musik uns eine Zeitlang des unlösbaren Zusammenhangs von hoher Musik und hoher Dichtung zu entfremden gedroht, so möge es jetzt Beethoven sein, der diesen ideellen Bund aufs neue stiftet“.[5]

Im August 1940 wurde er krankheitsbedingt von seinen Verpflichtungen freigestellt.[1] Er starb im März des folgenden Jahres und wurde auf dem Friedhof Heerstraße beigesetzt, die Grabstätte wurde jedoch aufgelöst.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c d Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945, CD-Rom-Lexikon, Kiel 2004, S. 6.084–6.086.
  2. Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, S. 520.
  3. Bernhold Schmid: Schering, Arnold. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 9, Duncker & Humblot, Berlin 1972, S. 696 f. (Onlinefassung).
  4. Zitat bei Fred K. Prieberg: Handbuch, S. 6.086.
  5. Zitat bei Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich, S. 520.

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