Arnold Zenetti
Arnold Zenetti als Feuerwehrkommandant von München
Eröffnung des Schlachthofs München 1878, Arnold Zenetti in der linken Personengruppe, mit Melone und Vollbart
Hotel Imperial an der Wiener Ringstraße

Arnold von Zenetti (* 18. Juni 1824 in Speyer; † 2. September 1891 in München) war ein deutscher Architekt und Münchner Baubeamter (Vorstand des Stadtbauamtes).

Inhaltsverzeichnis

Leben

Arnold von Zenetti wurde in Speyer, Pfalz, als Sohn des Regierungsbeamten, später Ministerialrat und Regierungspräsident der Pfalz, Johann Baptist von Zenetti und seiner Ehefrau Josepha von Mieg geboren. Er siedelte früh nach München über, da der Vater als Beamter dorthin überwechselte. Am 6. November 1843 begann Zenetti mit dem Studium der Architektur sowie der Ingenieurwissenschaften an der Akademie der Bildenden Künste München, trat am 1. Mai 1850 in den Dienst der Stadtverwaltung und avancierte 1867 zum Münchner Stadtbaurat. In seiner Amtszeit beeinflusste Zenetti die städtebauliche Entwicklung der Haupt- und Residenzstadt maßgeblich. Er baute mehrere Krankenhäuser, wobei er besonderen Wert auf zeitgemäße Wasser- und Energieversorgung sowie Hygiene legte. Beispiele hierfür sind das Garnisonslazarett in Neuhausen, heute Deutsches Herzzentrum München, und die Dr. Haunersche Kinderklinik in der Lindwurmstraße. Außerdem errichtete er Mitte des 19. Jahrhunderts zahlreiche Villenbauten im pittoresken Regional-Nationalstil in den neuen Villenkolonien beim Starnberger See. Arnold Zenetti führte auch flächendeckend die Kanalisation in München ein, beginnend mit dem Bau von Sielkanälen in der Maxvorstadt und Ludwigsvorstadt. Die typische Münchner Bezeichnung "Siel" ist sonst in Süddeutschland nicht geläufig und geht auf einen diesbezüglich Studienaufenthalt Zenettis in Norddeutschland zurück.[1]. Er schuf außerdem den Alten Nördlichen Friedhof (Maxvorstadt)[2] und 1876-78 den Münchner Schlacht- und Viehhof[3]. Zu letzterem Bauvorhaben bereiste der Architekt vorher mit einer Fachkommission speziell verschiedene Europäische Großstädte um sich über die neuesten Innovationen zu orientieren.[4].

Der Baumeister wirkte aber auch an anderen Orten. In Wien entwarf er beispielsweise das "Palais Württemberg", heute "Hotel Imperial", errichtet 1863-1865 zusammen mit Heinrich Adam, als repräsentatives Domizil für Herzog Philipp von Württemberg.[5]. Es gilt bis heute als einer der schönsten und gelungensten Neorenaissance-Bauten der österreichischen Hauptstadt.

Am 1. Mai 1890 trat Arnold Zenetti in den Ruhestand. Zu seinem 25jährigen Dienstjubiläum hatte er 1875 das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens vom Hl. Michael erhalten, zum 40. Dienstjubiläum (gleichzeitig Pensionierung) verlieh man ihm den Zivil-Verdienstorden der Bayerischen Krone, verbunden mit dem persönlichen Adelstitel eines "Ritters". Die Stadt München zeichnete den Beamten mit der Goldene Bürgermedaille der Landeshauptstadt München aus und benannte später nach ihm die "Zenettistraße" beim Schlachthof. Nach seinem Tod erhielt er ein kommunales Ehrengrab auf dem heutigen Alten Südfriedhof München (Grab 4-11-1).[6]

Arnold Zenetti war auch Mitbegründer der Freiwilligen Feuerwehr München, fungierte von 1879 bis 1891 als deren Chef und organisierte das gesamte städtische Löschwesen.

Sein Bruder Benedikt Zenetti wirkte als Benediktinerabt St. Bonifaz in München, der andere Bruder, Julius von Zenetti, war Regierungspräsident von Mittelfranken in Ansbach.

Werk

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Website zu Zenettis Kanalbauprojekt
  2. Website mit Fotomeile zu Zenettis altem nördlichen Friedhof
  3. Website zum Zenetti-Bauprojekt Schlachthof München
  4. BR-Website zum Schlachthof München mit eigenem Kapitel über Arnold Zenetti dessen Planungsreise im Vorfeld
  5. Hotel Imperial. ehem. Palais Württemberg. planet-vienna.com, abgerufen am 27. Oktober 2010 (reich illustriert).
  6. grave of arnold ritter von zenetti. PhotographersDirect, abgerufen am 27. Oktober 2010 (JPEG, englisch, Foto von Arnold Zenettis Grab, Alter Südlicher Friedhof München).
  7. Schrannenhalle, München. architekten24.de, abgerufen am 27. Oktober 2010 (Münchner Schrannenhalle, von Zenetti erbaut).
  8. Website zu Zenettis Maximiliansbrücke mit Bild

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