Arnoldshain
Arnoldshain
Gemeinde Schmitten
Wappen von Arnoldshain
Koordinaten: 50° 16′ N, 8° 27′ O50.2627777777788.4519444444445504Koordinaten: 50° 15′ 46″ N, 8° 27′ 7″ O
Höhe: 504 m ü. NN
Fläche: 8,26 km²
Einwohner: 1.917
Eingemeindung: 1. Aug. 1972
Postleitzahl: 61389
Vorwahl: 06084

Arnoldshain ist ein Ortsteil der Gemeinde Schmitten im Hochtaunuskreis.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Trotz seiner Höhe zwischen 468 bis 753 Metern über Normalnull herrscht ein durch Tallage und Windleelage günstiges Klima, das sogar als Heilklima bezeichnet wird.

Zu Arnoldshain gehören zwei kleinere Wohngebiete, die Hegewiese und das Galgenfeld. Beide sind ehemalige Wochenendgebiete, heute aber Wohngebiete mitten im Wald. Arnoldshain hat insgesamt etwa 2000 Einwohner.

Tourismus und Sehenswürdigkeiten

Altes Rathaus Arnoldshain
Skulptur am Brunnen

Das Alte Rathaus in der Ortsmitte wurde um 1800 als Rathaus und Gemeinde-Backhaus erbaut. Bis 1822 war auch die Schule hier untergebracht. Im späten 19. Jahrhundert wurde ein Spritzenhaus angebaut und 1914 eine Viehwaage ergänzt. 1972 mit dem Zusammschluss zur Großgemeinde Schmitten endet die Nutzung als Rathaus. Heute wird das Gebäude durch den Geschichtsverein, als Heimatmuseum und als Gemeindearchiv genutzt.

Im Zuge der Dorferneuerung wurde 2008 der Dorfbrunnen gegenüber dem alten Rathaus erneuert und eine Edelstahlskulpur errichtet, die einen Schmied zeigt und damit auf die Tradition des eisenverarbeitenden Handwerks in den Taunusdörfern erinnert.

Ebenfalls befindet sich auf Arnoldshainer Gemarkung der Sandplacken, die Passhöhe auf der Kanonenstraße, einer der Verkehrsadern vom Hintertaunus in das Rhein-Main-Gebiet. Da vor allem an Wochenenden der Sandplacken von vielen Wanderern als Ausgangspunkt zu Wanderungen durch den Taunus genutzt wird, befinden sich hier ein Ausflugslokal sowie ein Hotel.

Außerdem gibt es ein Naturfreundehaus im Ortsteil Hegewiese.

Laurentiuskirche

Laurentiuskirche in Arnoldshain

Die Laurentiuskirche zu Arnoldshain wurde erstmals im Jahr 1215 im „Rotulus omnium iurium“ (Verzeichnis aller Rechte) erwähnt. Sie ist jedoch deutlich älter, die Grundmauern werden auf das Jahr 1100 datiert. Die Kirche war die Hauptkirche der Ritter von Hattstein, die in der benachbarten Burg Hattstein ihren Hauptsitz hatten. Zunächst gehörte die Kirche kirchenrechtlich zu Schloßborn. Etwa um 1300 bestand eine eigene Pfarrei in Arnoldshain. Der erste Pfarrer, der namentlich überliefert ist, wurde 1492 genannt. 1488 wurde die Marienglocke gegossen. Nach einem Einsturz des Dachstuhls erfolgte 1761 bis 1764 eine umfassende Sanierung. 1783 wurde die erste Orgel eingerichtet. Diese war vorher in der Idsteiner Stadtkirche im Einsatz. Weitere Sanierungen erfolgten 1901 und in den 1950er Jahren. Trotz einiger Erweiterungen der ehemals achteckigen Kapelle ist der alte Teil bis heute erhalten. Die Laurentiuskirche gehört damit zu den ältesten noch genutzten Gebäuden im Hochtaunus.[1]

Das dreiteilige gotische Glasfenster hinter der Orgel von ca. 1470 zeigt links das Reifenberger Wappen, in der Mitte St. Georg mit dem Drachen und rechts ein Falkner abgebildet. Künstler soll der Hausbuchmeister, ein mittelrheinischen Maler, Zeichner und Kupferstecher des ausgehenden 15. Jahrhunderts oder einer seiner Schule gewesen sein. Der Arnoldshainer Maler Hans Adam gestaltet 1960 weitere Glasfenster. Der Altar aus Villmarer Marmor und die Kanzel werden auf die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts datiert. Das kunstvoll geschmiedete Kirchhoftor wurde 1760 in Frankfurt hergestellt.[2]

Infrastruktur

Die in Arnoldshain ansässige Evangelische Akademie mit ihrer Tagungsstätte „Martin Niemöller-Haus“ erlangte 1957 durch die Aufstellung der acht Arnoldshainer Abendmahlsthesen Berühmtheit. Es wurde versucht, die Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland auf einen gemeinsamen Nenner zum Abendmahl zu bringen (siehe: Arnoldshainer Konferenz).

Die Grundschule wurde nach dem Piloten Jürgen Schumann benannt, der am 16. Oktober 1977 bei der Entführung des Flugzeugs „Landshut“ durch ein palästinensisches Terrorkommando in Aden ermordet wurde.

Weiterhin gibt es einen Kindergarten sowie ein Dorfgemeinschaftshaus im Ort.

Geschichte

Politisch gehörte Arnoldshain zunächst zur Herrschaft Hattstein, kam später zum Teil unter Reifenberger (Bassenheimer) Herrschaft.

Arnoldshain war bis zur Gebietsreform am 1. August 1972 eigenständig und ist seither Ortsteil der Gemeinde Schmitten. Letzter Bürgermeister der eigenständigen Gemeinde war Hans Kinkel.

Sprache

Die Sprache der Arnoldshainer und der anderen Hochtaunusdörfer ähnelt sich sehr, aber es gibt auch Ausnahmen. Die Ursache für dieses Phänomen dürfte der Einfluss der Westerwälder, bzw. Wetterauer Mundart in den weilabwärts gelegenen Dörfern sein, während in den oberen Ortschaften durch vielfältige Verbindungen seit altersher das untermainische Idiom die Sprache mitgeprägt hat.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Jürgen Schnegelsberg: Zeugnis kirchlicher Durchdringung; in: Taunuszeitung vom 11. September 2007, Seite 19
  2. Kirchenführer Hochtaunus, Seite 62

Weblinks


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