Arnstorf
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Arnstorf
Arnstorf
Deutschlandkarte, Position des Marktes Arnstorf hervorgehoben
48.56666666666712.816666666667397
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Rottal-Inn
Höhe: 397 m ü. NN
Fläche: 80,48 km²
Einwohner:

6.589 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 82 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94424
Vorwahl: 08723
Kfz-Kennzeichen: PAN
Gemeindeschlüssel: 09 2 77 111
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 8
94424 Arnstorf
Webpräsenz: www.arnstorf.de
Bürgermeister: Alfons Sittinger
Lage des Marktes Arnstorf im Landkreis Rottal-Inn
Geratskirchen Zeilarn Wurmannsquick Wittibreut Unterdietfurt Triftern Tann (Niederbayern) Stubenberg (Niederbayern) Simbach am Inn Schönau (Rottal) Roßbach (Niederbayern) Rimbach (Niederbayern) Reut Postmünster Pfarrkirchen Mitterskirchen Massing Malgersdorf Kirchdorf am Inn (Bayern) Julbach (Inntal) Johanniskirchen Hebertsfelden Gangkofen Falkenberg (Niederbayern) Ering Egglham Eggenfelden Dietersburg Bad Birnbach Bayerbach (Rottal-Inn) Arnstorf Landkreis Landshut Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Deggendorf Landkreis Passau Landkreis Altötting Landkreis Mühldorf an Inn ÖsterreichKarte
Über dieses Bild
Das Obere Schloss
Die Pfarrkirche St. Georg
Das Rathaus von Arnstorf

Arnstorf ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der Markt Arnstorf liegt in der Region Landshut inmitten der Unterbayerischen Hügellandschaft Arnstorf befindet sich etwa 20 km südlich von Landau, 29 km östlich von Dingolfing, 22 km nordöstlich von Eggenfelden, 18 km nördlich der Kreisstadt Pfarrkirchen sowie 32 km westlich von Vilshofen. Die ausgebaute B 20 ist nur wenige Kilometer entfernt; die beiden nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich erst in Landau und Pfarrkirchen.

Es existieren folgende Gemarkungen: Arnstorf, Hainberg, Jägerndorf, Kohlstorf, Mariakirchen, Mitterhausen, Ruppertskirchen, Sattlern, Unterhöft.

Geschichte

Arnstorf wurde erstmals 1145 urkundlich erwähnt. Der Markt Arnstorf gehörte bis 1847 den Freiherrn von Closen und stand unter der Landeshoheit des Kurfürstentums Bayern. Die Abgrenzung der verschiedenen rechtlichen Zuständigkeiten war hier oft umstritten, da Arnstorf seit 1419 Marktrecht besaß, Sitz einer geschlossenen Hofmark war und in drei verschiedenen Hochgerichtsbereichen lag (Eggenfelden, Reichenbach, Landau). Um die Staatskasse zu füllen, stattete der Landesherr verdienstvolle Adelige mit besonderen Rechten aus. Die Arnstorfer Closen waren als Hofmarksherren Richter und Grundherren. Sie waren die "Herrschaft" und übten diese über Land und Leute ihres Besitzbereiches aus. 1419 wird Arnstorf Markt. Mit der Markterhebung von 1419 war mit Zustimmung der Märkte Eggenfelden und Pfarrkirchen das Recht zur Abhaltung von Jahrmärkten verbunden. Mit der Verleihung des Marktrechtes war die wirtschaftliche Grundlage für den Markt gegeben. Die Folge war eine kaufmännisch-gewerbliche Betätigung der Einwohner.

1903 erhielt Arnstorf mit der Eröffnung der Bahnstrecke Landau–Arnstorf einen Eisenbahnanschluss. Die Strecke wurde 1994 stillgelegt, auf ihrer Trasse verläuft seit 1999 ein Radweg.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Hainberg und Ruppertskirchen sowie Teile von Mitterhausen und Unterhöft eingegliedert. Jägerndorf folgte am 1. Juli 1972.[2]

Wappen

Ein säbelschwingender Arm, der ein altes Reichssymbol für Marktfrieden sein soll. Die Beschreibung des jetzigen Wappens lautet: "In von Schwarz und Gold gespaltenem Schild ein von links vorbrechender, in verwechselten Farben gekleideter Arm, ein silbernes Schwert mit goldenem Griff haltend". Die Farben sind diejenigen des Wappens des Closen-Geschlechts.

Städtepartnerschaften

Rossatz-Arnsdorf, Niederösterreich

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

spätgotische Pfarrkirche St. Georg

Arnstorf wird 1253 erstmals als Pfarrei genannt. Die jetzige Kirche wurde im 15. Jahrhundert im spätgotischen Stil erbaut. Der gotischen Einrichtung folgte eine barocke Ausstattung.

Schneekapelle

Schon um die Zeit des Dreißigjährigen Krieges stand an der Stelle, wo später die Kapelle "Maria Schnee" erbaut wurde, eine Kreuzsäule, bei der Arnstorfer ihre Anliegen der Fürbitten Mariens anvertrauten. Baujahr und Baumeister der Schneekapelle sind unbekannt. Die ungefähre Bauzeit lässt sich aufgrund des ausgeliehenen Kapitals aus der Kapellenstiftung, auf die Zeit zwischen 1723 und 1730 errechnen.

Das "Alt-Arnstorf-Haus"

Ein heimatkundlich engagierter Verein machte 1980 das an der Steinbachbrücke gelegene Blockhaus (18. Jh.) mit angebautem Stall und Scheune vom Typus des „Eckflez-Hauses“ als Museum zugänglich. Er stellt darin Möbel, Hausrat und landwirtschaftliche Geräte aus. Eine komplett eingerichtete Schusterwerkstatt gibt Einblick in das Handwerksleben vergangener Zeiten. Seit 1993 wird die Sammlung des Arnstorfer Photographen Joseph Gollwitzer mit 25.000 Glasnegativen inventarisiert und archiviert.

Das Obere Schloss

In der vom Markttreiben abgerückten, ins 15. Jh. zurückgehenden Wasserburg schufen die Reichsfreiherren von Closen einen repräsentativen Adelssitz. Das Schloss ging im 19. Jh. durch Heirat in den Besitz der Grafen Deym über. Zwei Prunkräume, darunter der sogenannte Kaisersaal - wurden 1714 von Melchior Steidl mit mythologischen Szenen ausgestaltet. Der Freskant war nicht nur mit der Barockkunst Roms vertraut, sondern hatte an den besten Fürstenhöfen gearbeitet. In den kleineren der beiden Prunkräume wurde im 19. Jh., dem damaligen Zeitgeist entsprechend, ein privates Theater eingebaut. Die Schloss-Kapelle St. Katharina mit einem Deckenfresko von Steidl wurde 1715 umgestaltet. Die im Schloss-Innenhof unter den Arkaden stehende Reitergruppe des hl. Drachenkämpfers Georg stammt vom ehemaligen Hochaltar der Pfarrkirche und wird Johann Christoph Bendl zugeschrieben.

Das Untere Schloss

Nachdem die Reichsfreiherren von Closen Anfang des 17. Jhs. eine Teilung der Herrschaft vereinbart hatten, schuf sich der jüngere Zweig unten in der Marktsiedlung eine neue Residenz; gewiss kein Meisterwerk der Schlossbaukunst, aber ein markantes Gebäude mit interessantem Giebel und Ecktürmen. Bemerkenswert ist das Portal mit der Madonnen-Nische darüber.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Mittelalterfest (alle 4 Jahre, nächstes Mal 2015)
  • Volksfest (meist Ende Juli/Anfang August)

Bildung

  • Grundschule Arnstorf
  • Closen-Volksschule Arnstorf
  • Staatliche Realschule Arnstorf (gegründet 2004)
  • Volkshochschule Arnstorf

Persönlichkeiten

Hier geboren

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 454

Weblinks

 Commons: Arnstorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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