Navy Seal
US Navy SEALs-Abzeichen

Die United States Navy SEALs [siːlz] sind eine Spezialeinheit der US Navy. Sie unterstehen dem United States Naval Special Warfare Command (NAVSPECWARCOM), das sein Hauptquartier im kalifornischen Coronado (San Diego) hat und selbst Teil des US Special Operations Command (USSOCOM) ist.

Der Begriff „SEAL“ ist ein Akronym aus den Wörtern Sea, Air, Land (Meer, Luft, Boden), die die Einsatzorte der Spezialeinheit zum Ausdruck bringen. Es entspricht ferner dem englischen Ausdruck für Seehund/Robbe und wird auch so ausgesprochen.

Inoffizielles Motto der Einheit ist: The Only Easy Day Was Yesterday (dt.: „Der einzige leichte Tag war gestern“).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Wurzeln und Vorläufer

Die primäre Traditionslinie der SEALs geht auf die im August 1942 zur Vorbereitung der Landeoperationen des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) aus Marine-Sprengmittelexperten und Heerespionieren aufgestellten Underwater Demolition Teams (UDT) zurück, einer Kampfschwimmereinheit für küstennahe Aufklärungs- und Kampfeinsätze. Während der Landeoperationen des Zweiten Weltkrieges bewährte sich die neue Truppe vor allem durch das Zerstören von Unterwasserhindernissen und Küstenbefestigungen. Auf dem pazifischen Kriegsschauplatz waren sie vornehmlich als Waffentaucher im Einsatz, wo sie Sprengladungen anbrachten oder Seeminen entschärften.

Die Personalstärke fiel von 3500 Mann bei Kriegsende auf rund 500 1946 und wurde auf die UDT 1 und 3 (Pazifikflotte) und 2 und 4 (Atlantikflotte) verteilt.[1]

Einige dieser Experten wurde auch von Major General „Wild Bill” Donovans Office of Strategic Services (OSS), dem Amt für strategische Dienste, rekrutiert. Das auf dem europäischen und asiatischen Kriegsschauplatz etliche erfolgreiche Geheimdienstoperationen hinter den feindlichen Linien durchführte und schon damals Techniken der asymmetrischen Kriegführung, der Militär- und Ausbildungsberatung Einheimischer und der gezielten humanitären Hilfe zur Förderung von Allianzen anwandte.

Während des Koreakriegs (Juni 1950 bis Juli 1953) lag die Einsatzleitung sämtlicher verdeckter Operationen hinter feindlichen Linien bei der Central Intelligence Agency (CIA), in der das OSS aufgegangen war. Erstmals wurden die UDTs zusätzlich zu ihren angestammten Aufgaben auch in großem Stil als Kommandoeinheit hinter feindlichehn Linien eingesetzt. Die höheren Offiziere mißbilligten zwar diese Einsätze, da sie nicht zum eigentlichen Einsatzprofil gehörten, aber da nur sehr wenige amphibische Operationen im Koreakrieg geplant waren und Nordkorea keine nennenswerten Seestreitkräfte besaß, waren die üblichen Einsatzmuster nur im geringen Maße erforderlich. Die UDTs konzentrierten ihre Kommandoeinsätze auf das Unterbrechen von Nachschublinien, wie die Sprengung oder Verminung von Eisenbahnverbindungen, Brücken und Straßen. Die für solche Operationen erforderlichen In- und Exfiltrationstechniken wurden entsprechend verfeinert und um die Luftkomponente erweitert. Man entwickelte Absetztechniken von Hubschraubern und begann einige Teams als Fallschirmspringer auszubilden. Dabei operierten die UDTs oft gemeinsam mit südkoreanischen Kommandoeinheiten und führten auch Überfälle (Direct Action) auf Schlüsselstellungen durch. Das UDT 1 und 3 führte Spezialaufklärungeinsätze (Special Reconnaissance) tief hinter feindlichen gemeinsam mit einheimischen Guerillakräften durch, ähnlich der, wie sie das OSS im Zweiten Weltkrieg unternahm.[2] UDT-Kampfschwimmer zerstörten während der Operation Fishnet gezielt zahlreiche Netze der zivilen nordkoreanischen Fischereiflotte um die Versorgung der über 200.000 chinesischen Soldaten auf der koreanischen Halbinsel empfindlich zu stören.

Nach dem Koreakrieg konzentrierte man sich auf die Weiterentwicklung der Tauchtechnik (SCUBA und Rebreather) und das Training von Infiltration aus der Luft per Hubschrauber oder Exfiltration per Skyhook-Verfahren. Dabei wird von einem Taucher ein Heliumballon gestartet, mit dem er per Seil verbunden ist. Eine mit einem speziellen Seilfangeinrichtung an der Nase ausgerüstete C-130 nimmt das Seil im Flug auf und zieht damit den Taucher aus dem Wasser, bis dieser an der geöffneten Heckklappe von der Bordcrew geborgen werden kann.

1958 wurden erstmals ein Team aus besonders qualifizierten Schwimmern aller UDTs zur Bergung der ersten Raumkapsel des Mercury-Programm zusammengestellt und speziell für diese Aufgabe vier Monate lang ausgebildet. Bei den späteren Bergungen desselben Programms und der Nachfolgeprojekte Gemini und Apollo wurde ebenso so verfahren.

Die im Koreakrieg eher aus der Not geborenen zusätzlichen Einsatzprofile, Kommandoeinsätze, triphibische Verbringung (In- und Exfiltration) sowie Guerillakriegführung waren später der ausbildungstechnische Grundstein für die Aufstellung der Navy SEALs.

Aufstellung

Entsprechend Präsident John F. Kennedys Konzept der unkonventionellen Kriegführung wurden im Januar 1962 die Navy SEALs unter diesem Namen mit SEAL Team ONE und Seal Team TWO aufgestellt.

Vietnamkrieg

SEAL Team One, 1967 in Südvietnam

Ab 1963 zunächst unter dem Kommando des örtlichen CIA-Residenten als Ausbilder südvietnamesischer Truppen besonders der „vietnamesischen SEALSs“ Lien Doc Nguoi Nhia (LDNN) sowie Aufklärungseinheiten (Provincial Reconnaissance Units) in Da Nang eingesetzt. 1964 wurden die SEALs dem Military Assistance Command Vietnam (MACV), dem militärischen Oberkommando für Vietnam, unterstellt und erstmals direkte Kombattanten im Vietnamkrieg. Dabei erwarben sie sich einen exzellenten Ruf als Kämpfer und waren beim Kriegsgegner, soweit überhaupt als eigenständige Einheit wahrgenommen, sehr gefürchtet. Neben ihren ursprünglichen Aufgaben waren sie maßgeblich an dem von der CIA geleiteten Phoenix-Programm beteiligt, der gezielten Liquidierung von kommunistischen Führungskadern hinter feindlichen Linien, dem rund 6500 (nach US-Quellen) Personen zum Opfer fielen. Im Februar 1966 wurde das SEAL Team ONE nach Vietnam beordert und nahm an Operationen im Raum Nha Be teil. Das letzte SEAL-Platoon verließ am 7. Dezember 1971 Vietnam, die letzten Ausbilder im März 1973. Die Gesamtzahl der in Vietnam eingesetzten SEALs betrug nicht mehr als 200 Soldaten und etwa 30 Offiziere.

Die Reagan-Ära und Gründung des Naval Special Warfare Command (NAVSPECWARCOM)

Auflösung der UDTs

SEAL mit Colt Commando u. M203

Ab Mai 1983 gingen sämtliche Kampfschwimmer in Navy-SEAL-Einheiten auf.

SEAL Team 6

Nachdem das 1980 aufgestellte Team 6 durch Unregelmäßigkeiten bei der Beschaffung von Ausrüstung und Verwendung von Geldmitteln in der Navy in Verruf geriet, wurde das Team Mitte der neunziger Jahre aufgelöst und als US Naval Special Warfare Development Group (DEVGRU) neu aufgestellt.

SEALs mit AN-PEQ-1-Laserdesignator (rechts) und M-14 (links)

Der Teamgründer Richard Marcinko verstrickte sich in zweifelhafte Machenschaften und wurde schließlich wegen Bestechlichkeit, Veruntreuung und Falschaussage zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt.

Grenada (Operation Urgent Fury)

Navy SEALs waren unter anderem in Grenada (1983) zur Rettung des grenadischen Gouverneurs Sir Paul Scoon während der Operation Urgent Fury.

Naval Special Warfare Command

Der Goldwater-Nichols Act und dessen Anhang, das Nunn-Cohen Amendment, stellte die Spezialeinsatzkräfte der USA auf eine eigene finanzielle Basis und trennte sie durch ihre Zusammenfassung im United States Special Operations Command (SOCOM) (dt. „US-Oberkommando für Sondereinsätze“) von ihren Mutterteilstreitkräften. Dies hatte zur Folge, dass sie nun nicht mehr mit ihren Teilstreitkräften um Etats konkurrieren mussten und fortan nicht mehr finanziell „stiefmütterlich“ behandelt werden konnten. Durch diese Maßnahmen entstand de facto eine eigene Teilstreitkraft, in der alle Special Operations Forces des US-Militärs zusammengefasst sind.[3]

Die Navy richtete am 16. April 1987 im Marinestützpunkt Coronado bei San Diego, Kalifornien das US Naval Special Warfare Command (NAVSPECWARCOM oder NAVSOC) auf dem Marinestützpunkt Coronado bei San Diego, Kalifornien ein. Das neue Oberkommando war von nun an für die Einsatzbereitschaft, Ausbildung und Verfügbarkeit sämtlicher Sondereinsatzkräfte der Navy verantwortlich und fungiert als maritimes Komponentenkommando des übergeordneten US Special Operations Command (SOCOM), in dem alle militärischen Sondereinsatzkräfte der Vereinigten Staaten vereint sind.

Nach dem Kalten Krieg bis Heute

Panama, Somalia und Bosnien

Panama (1989/1990), am Persischen Golf während der Operation Earnest Will (1987-1991) sowie in Somalia, Bosnien (Operation Joint Endeavor), Haiti und Liberia im Einsatz.

Ab 1997 wurden mehrere frühere Soldaten der Navy-SEALS Angestellte des privaten Sicherheits- und Militärunternehmens Blackwater Worldwide in den USA.

Afghanistan (Operation Enduring Freedom)

2002 nahmen SEALs als Teil der Combined Joint Special Operations Task Force (CJSOTF) South an der Operation Anaconda in Afghanistan teil und 2003 wurden sie im größeren Rahmen bei der Invasion des Iraks (Operation Iraqi Freedom) zur Sicherung der Ölterminals und Hafenanlagen in Umm Qasr eingesetzt. Im September 2008 wurden rund 20 Navy Seals unterstützt durch Hubschrauber und ein sogenanntes Gunship (dt. „Kanonenboot“) vom Typ AC-130 Spectre in Südwaristan in Pakistan gegen mögliche Al-Quaida-Kämpfer eingesetzt.[4]

2008 erhielt Lieutenant Michael P. Murphy posthum die Medal of Honor für seinen Einsatz in Afghanistan am 27. und 28. Juni 2005. Nach ihm wurde der Lenkwaffenzerstörer USS Michael Murphy (DDG-112) benannt. Der Soldat Michael Anthony Monsoor erhielt 2008 ebenfalls posthum die Medal of Honor für seinen Einsatz im Irak.

Horn von Afrika

Am 12. April 2009 befreite ein SEAL-Team den in einem Rettungsboot von vier somalischen Piraten gefangen gehaltenen Kapitän Richard Phillips des Containerschiffs Mærsk Alabama und tötete dabei drei der vier Piraten.

Auftrag

Mark V-Boot der SEALs

Die SEALs sind als Marine-, Luftlande- und Bodenstreitkräfte einsetzbar. Ihr Aufgabenspektrum umfasst Aufklärung und die Abwehr feindlicher Aufklärung, direkte Kampfeinsätze, unkonventionelle Kriegführung, Terrorismusbekämpfung, Unterstützung anderer US-Behörden beim Kampf gegen den internationalen Drogenhandel, außerdem Befreiungs- und Rettungsoperationen. Unkonventionelle Kriegführung umfasst zahlreiche verdeckte Operationen in gegnerisch kontrolliertem oder politisch schwierigem Umfeld, unter anderem Guerilla-Kriegführung gegen wichtige Ziele hinter gegnerischen Linien, psychologische Kriegführung und Sabotage. Dabei sind sie vor allem auf maritime und küstennahe Umgebung ausgelegt, auf die unerkannte Bewegung zum Einsatzziel durch das Wasser, blitzartige Operationen und den schnellen Rückzug auf dem Wasserweg. Dies soll ihnen den Zugriff auf Objekte ermöglichen, die für größere Verbände nicht oder nur nach schweren Kämpfen erreichbar sind. Darüber hinaus legt das Konzept der Navy SEALs hohen Wert auf die Zusammenarbeit mit einer Vielzahl anderer Truppengattungen und Funktionsfähigkeit unter Einsatzbedingungen vom Friedens- über den Konflikt- bis hin zum Kriegsfall. Da SEALs meist nur in kleinen Teams operieren, haben sie eine geringe Feuerkraft, und können, wenn sie von größeren Einheiten entdeckt werden, leicht aufgerieben werden. Deshalb ist es wichtig, dass sie während des Einsatzes nicht entdeckt werden und Rückzugsmöglichkeiten haben.

Organisation

Die etwa 2.450 Navy SEALs sowie ihre Unterstützungseinheiten gliedern sich in zwei Marine-Sondereinsatzgruppen (Naval Special Warfare Groups) mit den Hauptquartieren Coronado (Schwerpunkt Pazifik, Indischer Ozean und Amerika) sowie Little Creek, Virginia (Schwerpunkt Atlantik, Europa, Afrika).

Eine Sondereinsatzgruppe umfasst vier SEAL-Teams, die aus jeweils 8 Zügen (Platoons) bestehen, und ein SEAL Delivery Vehicle (SDV) Team, das für die U-Boote verschiedener Größen zuständig ist, die die SEALs zu ihren Einsatzorten bringen. Die Personalstärke pro Zug beträgt 16 Mann. Der Sondereinsatzgruppe in Little Creek, ist rein administrativ noch eine fünfte Mannschaft, die United States Naval Special Warfare Development Group (DEVGRU) zugeordnet. Sie ist jedoch als reine Anti-Terror-Einheit zusammen mit der Delta Force dem US Joint Special Operations Command (JSOC) unterstellt.

Darüber hinaus existieren mehrere kleine, weltweit stationierte Führungszellen, die einen schnellen Einsatz der SEALs ermöglichen sollen.

Dem Marine-Sondereinsatzkommando gehören des Weiteren Logistik- und Führungstruppen sowie Einheiten mit Spezialbooten (Special Boat Squadrons, SBS) an. Letztere sind mit speziell ausgerüsteten Booten ausgestattet und werden von sogenannten Special Warfare Combatant-craft Crewman (SWCC) bedient. Zu den Booten gehören das Mark V Special Operations Craft (MKV SOC), ein Aluminiumboot für Küstenpatrouillen und Plattform für Sondereinsätze und weitere Boote von Festrumpfschlauchbooten bis zu kleineren Patrouillenboote (Special Operations Craft Riverine (SOCR)) aus Aluminium für Flußeinsätze. Alle Boote werden genutzt um die SEALs oder andere Spezialeinheiten zu ihren Einsatzorten zu bringen und dort Operationsunterstützung zu leisten. Für den Lufttransport nutzen die SEALs die Kapazitäten der Navy, Air Force und des 160th Special Operations Aviation Regiment (Airborne).

SEAL Teams (Bataillonsebene)

Abzeichen Team Dislozierung Anzahl der Züge Hauptquartier Besonderheiten
SEAL Team ONE weltweit 8 Züge Coronado, Kalifornien
SEAL Team TWO weltweit 8 Züge Little Creek, Virginia Team Two ist als einziges auf Gebirgs- und Winterkampf (arctic warfare) spezialisiert. [5]
SEAL Team THREE weltweit 8 Züge Coronado, Kalifornien
SEAL Team FOUR weltweit, aber mit Schwerpunkt Mittel- und Südamerika 10 Züge Little Creek, Virginia Team Four ist sprachlich auf Spanisch spezialisiert.[5]
SEAL Team FIVE weltweit 8 Züge Coronado, Kalifornien
SEAL Team SIX weltweit geheim Dam Neck, Virginia Team Six wurde 1987 zunächst aufgelöst und dann als United States Naval Special Warfare Development Group (DEVGRU) neuaufgestellt. Die DEVGRU untersteht operativ nicht dem NAVSPECWARCOM, sondern dem US Joint Special Operations Command (JSOC), einem teilstreitkräfteübergreifenden Kommando für militärische Terrorismusbekämpfung, welches auch die Delta Force führt.
SEAL Team SEVEN weltweit 8 Züge Coronado, Kalifornien
SEAL Team EIGHT weltweit, aber mit Schwerpunkt Karibik, Afrika und Mittelmeerraum 8 Züge Little Creek, Virginia
SEAL Team TEN weltweit 8 Züge Little Creek, Virginia
SEAL Delivery Vehicle Team ONE weltweit Pearl Harbor, Hawaii
SEAL Delivery Vehicle Team TWO weltweit Little Creek, Virginia

Rekrutierung und Ausbildung

Schlauchboot mit Festrumpf (RHIB) Bewaffnung: 2 MG Cal.50.

Die Ausbildung der SEALs gilt als eine der anspruchsvollsten und härtesten der Welt. Nach einer 26-wöchigen Kampfschwimmerausbildung (Basic Underwater Demolition/SEAL oder BUD/S) ist eine fünfwöchige Sprung- und Fallschirmschule zu bewältigen. Haben die Anwärter diese Hürde gemeistert, erhalten sie ihren Naval Special Warfare Classification (NEC) (Spezielle Marinekampfklassifikation). Abschließend müssen zukünftige SEALs das SEAL Qualification Training (SQT) bestehen; dieses dauert 15 Wochen. Haben die Anwärter auch das geschafft, erhalten sie ihr SEAL-Abzeichen. Die Durchfallquote beträgt über 70 Prozent, wobei ein großer Teil schon in der sogenannten „Höllenwoche“ (engl. Hell Week) ausscheidet, in der die Anwärter mit Schlafentzug und Training bis an ihre Leistungsgrenzen gebracht werden.

Nachdem die Ausbildung abgeschlossen ist und ein neues Mitglied einem SEAL oder SEAL Delivery Vehicle Team zugewiesen wurde, folgt ein 18-monatiges Vertiefungstraining. Erst danach werden SEALs für Einsätze zugelassen.

Ausrüstung

Entsprechend dem weit gefächerten Einsatzprofil der SEALs haben sie nicht nur Zugriff auf die gesamte Bandbreite der innerhalb der US-Streitkräfte verfügbaren Waffentechnik, sondern auch, je nach Auftrag, auf sämtliche weltweit verfügbaren Waffenmuster.

Waffen

Fahrzeuge

SEALs mit Fast Attack Vehicle (FAV)

Boote

Zwei Boote des Typs Special Operations Craft Riverine des Special Boat Team 22 auf dem Salt River (USA) während eines live fire training

Neben der umfangreichen Standardausrüstung der US-Streitkräfte können die SEAL-Teams auf speziell für ihre Bedürfnisse abgestimmte Entwicklungen zurückgreifen. Das NAVSPECWARCOM hat unter anderem diese vier Wasserfahrzeuge in Auftrag gegeben:

Das Mark V-Schnellboot wird für den Transport von Special Operations Forces (SOF), jedoch hauptsächlich für den Transport von SEALs verwendet. Die Boote werden zum Ein- und Ausschiffen von Einsatzteams verwendet aber auch für für Küstenpatrollfahrten. Das Mark V ist das neueste Special Operations Craft (SOC), das in bei für Naval Special Warfare (NSW) bei den Special Boat Teams (SBR) eingeführt wurde, Die ersten MARK Vs sind durch die Bemühungen des „United States Special Operations Command“ (USSOCOM) „Special Operations Acquisition Executive“ (SOAE) schon 18 Monate nach dem Beginn der Entwicklungsphase in Dienst gestellt worden.

Das Special Operations Craft Riverine (SOC-R) ebenfalls ein neues Boot, dass den Special Boat Units untersteht. Es wurde als Schnellboot mit hoher Fracht- und Waffenkapazität entwickelt. Von Bedeutung war auch die Fähigkeit auf Flüssen tief im Landesinneren zu operieren um Bodentruppen schnell verlegen zu können. Das SOCR ist 9,50 m lang und eine Breite von 2,75 m und bei einem Tiefgang von nur 20 cm ist es optimal für den Einsatz auf flachen Flüssen geeignet. Zwei Diesel Motoren liefern mit je 440 PS ausreichend Schub um schnell auf die Maximalgeschwindigkeit von rund 42 Knoten (ca. 78 km/h) zu beschleunigen. Der Aluminiumrumpf macht das Boot sehr leicht, aber dennoch robust. Es kann problemlos bis zu 9.300 kg an Personal, Waffen und Munition transportieren. Aufgrund seiner geringen Größe kann es mit Hubschraubern wie dem CH-47, CH-53 luftverlegt werden. Der Rumpf des Boots hat Montagemöglichkeiten für ballistische Schutzplatten sowie für diverse Waffen. Üblicherweise werden Waffen wie das M2. 50 Kaliber Maschinengewehr, Mk 19 Granatwerfer sowie 7.62 mm Miniguns montiert.

Kleinst-U-Boote

SEALs machen ein SEAL Delivery Vehicle (SDV) klar zum Einsatz.

Das SEAL Delivery Vehicle (SDV) MK8 auch Swimmer Delivery Vehicle genannt ist ein Kleinst-U-Boot mit dem Zweck ein kleines Team unbemerkt an Land bringen zu können. Das SDV verfügt über keine Druckkammer, jedoch werden die SEALs in der gefluteten Zelle über ein Atemluftsystem versorgt. Das SDV kann maximal 4 Taucher über eine Entfernung von 8 bis 12 Kilometer transportieren. Das SDV wird durch eine Lithium-Ionen Batterie angetrieben und ist mit Elektro-Antrieb, Navigations- und Kommunikationselektronik ausgestattet. Es verfügt auch über Atemluftversorgung für die an Bord befindlichen SEALs. Für gewöhnlich werden SDV’s mit U-Booten wie z. B. der Los Angeles-Klasse per Huckepack-Verfahren in ihr Einsatzgebiet transportiert. So können hinter dem Turm, auf dem Rücken des U-Bootes, sogenannte Dry Deck Shelter montiert werden, die eine Trockenschleuse zum Boot, einen „SDV-Hangar“ und eine eigene Druckkammer enthalten. Die SEALs an Bord können sich in dieser Schleuse im Trockenen vorbereiten und müssen erst unmittelbar vor dem Fluten auf ihre Rebreather zurückgreifen.

Das Advanced SEAL Delivery System (ASDS) ist ein etwa 20 Meter langes Kleinst-U-Boot und hat eine Verdrängung von etwa 70 Tonnen. Es wird von einer zweiköpfigen Crew (Pilot und Copilot) bedient. Eine Lithium-Ionen Batterie versorgt das Vehikel mit ausreichend Energie für einen Einsatzradius von rund 200 km bei einer Geschwindigkeit von fast 7,5 Knoten (14 km/h) und einer Tauchtiefe von 200 Fuß (61 m). In der trockenen Druckkammer können dabei bis zu 14 Soldaten mit leichtem Gepäck oder 8 Soldaten mit Standardausrüstung, Tauchausrüstung und Waffen transportiert werden. Das ASDS verfügt über eine Schleuse (sog. Lock-In-Out (LIO) Kammer), die es ermöglicht SEALs unter Wasser abzusetzen und wieder aufzunehmen, ohne das gesamte U-Boot fluten zu müssen. Darüber hinaus ist das ASDS mit einem passiven und aktiven Sonar, Navigations und Kommunikationsequipment ausgerüstet. Die ersten Studien für das ASDS wurde 1983 in Auftrag gegeben und in den späten 80er Jahren wurden verschiedene Entwürfe ausgearbeitet. Das Ziel war es, ein tauchfähiges Transportmittel zu entwickeln, das unbemerkt maritime Spezialkräfte über lange Strecken transportieren kann. Die trockene Tauchzelle soll anders als beim Seal Delivery Vehicle (SDV) den unnötig langen Aufenthalt im kalten Meerwasser vermeiden. Mit dem Bau des ersten ASDS wurde 1996 begonnen und wurde im Jahr 2000 ausgeliefert. Es kostete rund 300 Millionen Dollar und überstieg die anfänglichen Kalkulationen um 140 Millionen Dollar. Für die fünf geplanten U-Boote wurden Baukosten von rund 125 Mio. Dollar das Stück veranschlagt. Jedoch wurde die Produktion des zweiten ASDS im Dezember 2005 unterbrochen und im April 2006 wurde schließlich die gesamte Bestellung storniert und das Programm eingestellt.

Verweise

Interne Verweise

Literatur

  • David Bohrer: US-Eliteverbände, Stuttgart 2001. ISBN 3-613-02151-X
  • Kevin Dockery: Special warfare special weapons. The arms and equipment of the UDT and SEALs from 1943 to the Present, Chicago. ISBN 1-883476-00-3
  • Edwin P. Hoyt: Seals At War – The Story of U.S. Navy Special Warfare, Dell Books 1993. ISBN 978-0-440-21497-7
  • Richard Marcinko: Rogue Warrior, New York 1993. ISBN 0-671-00982-6
  • Christoph Rojahn: Militärische Antiterroreinheiten als Antwort auf die Bedrohung des internationalen Terrorismus und Instrument nationaler Sicherheitspolitik – das Beispiel Amerika, München 2000. ISBN 3-89675-841-1
  • Hartmut Schauer: US Navy SEALs, Motorbuchverlag Stuttgart 2000. ISBN 3-613-01864-0

Weblinks

Offizielle Seiten

Andere englischsprachige Seiten

Deutschsprachige Seiten

Einzelnachweise

  1. Hartmut Schauer: US Navy SEALs, Motorbuchverlag Stuttgart 2000. ISBN 3-613-01864-0, S. 51
  2. Hartmut Schauer: US Navy SEALs, Motorbuchverlag Stuttgart 2000. ISBN 3-613-01864-0, S. 55
  3. Interview von Tom Clancy mit Gen. (ret.) Henry H. Shelton, Seite 92, Tom Clancy, John Gresham: Special Forces – Die Spezialeinheiten der U.S. Army. Heyne, München 2002 ISBN 3-453-86912-5
  4. http://www.wsws.org/de/2008/sep2008/paki-s16.shtml
  5. a b shadowspear.com, Zugriff am 5. Februar 2009

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