Arpa Doppia

Als Arpa Doppia wird die Doppel- oder Tripelharfe des barocken Italien bezeichnet.

Arpa Tripla, Simon Capp, England
Resonanz- boden einer Tripelharfe

In Italien setzen sich parallele Saitenreihen mit 2 und später 3 Reihen durch (Arpa Doppia, Arpa Tripla oder Arpa tre registri). Die diatonische und die chromatische Reihe waren leicht zueinander verschoben, sodass der Finger in den Zwischenraum zwischen zwei diatonische Saiten hindurchgreifen und die chromatische Saite (Halbton) anzupfen konnte:

Bei der Arpa Doppia liefen zwei Saitenreihen parallel zueinandern: Im Diskant (für die rechte Hand) waren die rechte Reihe diatonisch und die linke Reihe chromatisch. Ab der Mitte des Tonumfanges hinunter zum Bass (für die linke Hand) wechselte die Diatonik in die linke Reihe und die Chromatik in die rechte Reihe. Bei der Arpa Tripla befanden sich außen links und rechts jeweils 2 diatonische Saitenreihen und in der Mitte die zur chromatischen Reihe ergänzenden Töne. Die Harfe war mit ca. 75 - 95 Saiten bespannt und mindestens die 2 mittleren Oktaven wurden 3-reihig ausgeführt. Die Basstöne erreichten das sogenannte Monteverdi G (für das Harfensolo der Oper Orfeo) Die Harfe war bis zu 2,20m groß. Das Verbreitungsgebiet beider chromatischer Harfen reichte im 16. Jahrhundert von Sizilien bis Flandern und Wales. Die Blüte erreicht die Tripelharfe im Neapel des 16 und 17. Jahrhunderts und später in Rom. Als Saitenmaterial wurde fast ausschließlich Naturdarm verarbeitet, sehr selten auch Seide oder Metall. Die Arpa Tripla war fester Bestandteil des Continuo der Barockorchester im Italien des 17. Jahrhunderts. Im 18. Jahrhundert vergrößerte sich der Resonanzkörper zu fast unförmigen Ausmaßen (siehe Ausstellung germanisches Museum Nürnberg und Instrumentenmuseum Rom) und kam dann gänzlich aus der Mode. Die heutigen Nachbauten beziehen sich auf erhaltene Exemplare im Instrumentenmuseum Bologna und Modena seltener auf die Babarini Harfe im Instrumentenmuseum Rom. (Harfenbauer: Tim Hobrough Schottland, Simon Capp England, Chris Barlow England, Rainer M. Thurau Deutschland)


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