Nekropole
Nekropole in Hierapolis
Alanische Nekropole in Dargavs (Nordossetien)
Minoische Nekropole von Armeni
Tumulus in der etruskischen Nekropole Banditaccia bei Cerveteri

Eine Nekropole oder Totenstadt (altgr. nekrós ,Toter‘ und polis ,Stadt‘) ist eine größere Begräbnis- und Weihestätte des Altertums und der Ur- und Frühgeschichte. Nekropolen lagen oftmals abseits der Wohnsiedlungen. In griechischen, römischen, phönizischen und jüdischen Orten war es aus religiösen Gründen sogar vorgeschrieben, dass die Begräbnisorte außerhalb der Siedlungen lagen. Der Begriff „Nekropole“ kollidiert teilweise mit der Bezeichnung „Gräberfeld“.

Inhaltsverzeichnis

Archäologische Funde

Deutschland

In Deutschland werden z. B. nur Konzentrationen jungsteinzeitlicher Megalithanlagen, wie die Oldendorfer Totenstatt, oder mehrperiodige Plätze mit „gebauten“ Grabanlagen wie in Soderstorf als Nekropolen bezeichnet.

Griechenland

Besonders im Altertum sind Totenstädte zu finden, so in Myra, wo Bischof Nikolaus von Myra seine letzte Ruhestätte gefunden haben soll, und im vorderasiatischen Hierapolis. In Fourní auf Kreta befindet sich eine bronzezeitliche Nekropole. In Armeni wurde eine Nekropole der spätminoischen Epoche freigelegt. Salamis auf Zypern ist eine Nekropole der Bronzezeit.

Etrurien

Die Etrusker verfügten über ausgedehnte Nekropolen, wobei verschiedene Anlagen in Cerveteri, Tarquinia, Populonia, Norchia und an anderen Plätzen in Etrurien gefunden wurden. Als römische Nekropolen sind die Elyseischen Felder (Alyscamps) in Arles, Frankreich und die Nekropole in Carmona, Südspanien bekannt. Aus der Merowingerzeit wurde eine Nekropole in Civaux, Frankreich ausgegraben.

Römisches Reich

Unter dem Petersdom in Rom wurde bei Ausgrabungen im Auftrag Pius XII. um 1950 eine ganze Gräberstraße freigelegt. In dieser römischen Nekropole wurden auch Gebeine gefunden, die dem Apostel Petrus zugeschrieben werden. 25 km südwestlich von Rom kann man die Gräberstraßen der Nekropole der Ausgrabungsstätte Ostia Antica besichtigen. Hier liegt die Totenstadt vor dem östlichen Stadttor beiderseits der Straße nach Rom.

Ägypten

Antike

In den alten Kulturstätten Ägyptens begegnen wir den Nekropolen von Sakkara, Amarna, Theben (Ägypten), Gizeh, Qubbet el-Hawa und Umm el-Qaab. Die Hauptstadt der Nabatäerkönige im heutigen Jordanien, Petra, war nicht nur Residenz- und Wohnstadt, sondern auch Felsnekropole.

Spätantike und Mittelalter

In der Stadt der Toten in Kairo wurden Fatimiden und Mamluken bestattet. Zwischen prunkvollen Minaretten und Lehmbuden leben in der Nekropole heute noch dicht an dicht gedrängt 300.000 Menschen in „Wohngräbern“.

China

In der chinesischen Wüste Lop Nor wurden Gräberfelder und Nekropolen aus der Bronze- und Eisenzeit freigelegt. Zu den Funden aus der Bronzezeit gehören unter anderem Ördeks Nekropole am Xiaohe (175 km westlich von Loulan), das Grabfeld von Qäwrighul am Kuruk Darya (70 km nordwestlich von Loulan) mit der mumifizierten „Schönheit von Loulan“, der Friedhof Gumugou mit den „Sonnengräbern“ (70 km nordwestlich von Loulan) im Delta des Kuruk Darya.

Eisenzeitliche Friedhöfe, und spätere Friedhöfe mit unterirdischen Grüften, wurden in Yingpan am Kum Darya (200 km westlich von Loulan) entdeckt, mit dem dort gefundenen Yingpan-Mann.

Mit der Nekropole der Tanguten entdeckte man eine der weltweit größten Totenstädte in der autonomen Region Ningxia bei Yinchuan.


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