356 Nr. 1 Roadster
Porsche
Das erste Fahrzeug, das den Namen Porsche trug: Der 356 Roadster von 1948

Das erste Fahrzeug, das den Namen Porsche trug: Der 356 Roadster von 1948

356 Nr. 1 Roadster
Hersteller: Porsche
Produktionszeitraum: 1947–1948
Klasse: Sportwagen
Karosserieversionen: Roadster
Motoren: 1,1-l-Boxermotor, 26 kW (35 PS) bei 4000/min
Länge: 3860 mm
Breite: 1670 mm
Höhe: 1250 mm
Radstand:
Leergewicht: 585 kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: Porsche 356

Der Sportwagen Porsche 356 Nr. 1 Roadster war das erste unter dem Namen Porsche gebaute Fahrzeug und die Konstruktionsgrundlage für den Porsche 356, das erste Serienmodell von Porsche.

Laut Porsche-Unterlagen begannen unter der Leitung von Ferdinand „Ferry“ Anton Ernst Porsche die Arbeiten zum ersten Sportwagen mit dem Namen Porsche am 17. Juli 1947 im Porsche-Werk Gmünd, wohin im November 1944 das Konstruktionsbüro vom Stuttgarter Firmensitz unter dem Namen Porsche-Konstruktionen-Ges.m.b.H. verlegt war. Die spätere Finanzierung dieses Projektes erfolgte ab 1949 aus einem Vertrag mit dem damaligen VW-Generaldirektor Heinrich Nordhoff. Das Abkommen sicherte Ferdinand Porsche eine Lizenzgebühr von fünf Mark je produziertem VW-Käfer (das entsprach ca. 0,1 Prozent des Bruttoverkaufspreises), Käfer-Teile für den Bau eines eigenen Sportwagens sowie dessen Vertrieb über VW-Händler zu. Folglich stammte auch der Großteil der technischen Komponenten vom Käfer:

Die Basis des Prototyps war ein selbst gefertigter Stahl-Gitterrohrrahmen samt Fahrwerk des VW Käfer. Auf diese Plattform ließ Ferry Porsche eine selbst entworfene Karosserie aus von Hand über Holzformen getriebenen Aluminiumblechen montieren. Auch den luftgekühlten Vierzylinder-Boxermotor mit einem Hubraum von 1131 cm³ und einer Leistung von ursprünglich 24,5 PS lieferte VW aus Wolfsburg. Er wurde vor dem Einbau durch „Tuning“-Maßnahmen auf eine Leistung von 35 PS bei 4000/min gebracht, und leistete ein Drehmoment von maximal 69 Nm bei 2600/min. Die Maschine wurde längs vor der Hinterachse eingebaut. Damit war der erste Porsche ein echter Mittelmotor-Sportwagen. Gebremst wurde er über vier Trommelbremsen.

Porsche Nr. 1 am 15. August 1981 auf dem Nürburgring.

Elf Monate nach Beginn der Arbeiten zum ersten Porsche erhielt der Roadster im Juni 1948 von der Kärntner Landesbaudirektion die Einzelgenehmigung zum Betrieb und startete am Dienstag, den 8. Juni 1948 mit dem Kennzeichen K 45•286 zu seiner Jungfernfahrt. Dabei erreichte der 585 kg leichte Roadster Geschwindigkeiten von bis zu 135 km/h, mit abgedecktem Beifahrersitz sogar 140 km/h.

Als Ferdinand Porsche nach seiner Entlassung aus 22-monatiger französischer Gefängnishaft das erste Fahrzeug mit dem Namen Porsche beurteilen konnte, das im Porsche-Werk Gmünd unter der Leitung seines Sohnes Ferry entstanden war, befand er das Ergebnis für absolut zufriedenstellend. Nach eingehender Betrachtung des Roadsters Nr. 1 soll er wörtlich gesagt haben: „Keine Schraube hätte ich anders gemacht.“

Später wurde der Wagen für 7000 Sfr. an den Zürcher Autohändler Rupprecht von Senger verkauft, der ihn für 7500 Sfr. an den ersten Porschekunden weiterverkaufte. Den Erlös investierte Porsche in den Bau neuer Sport- und Rennwagen.

Das Fahrzeug steht heute zusammen mit einer Vielzahl von Porsche-Renn- und Serienfahrzeugen im Zuffenhausener Porsche-Museum zur Besichtigung.

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