Artabanos V.
Münze des Artabanos IV.

Artabanos IV. (persischاردوانArdawān [ærdæˈvɔːn]; in der älteren und vereinzelt auch noch in der neueren Forschung wird er auch als Artabanos V. bezeichnet, da Arsakes II. dort als Artabanos I. gerechnet wird) aus dem Hause der Arsakiden war der letzte Großkönig der Parther von 213 bis 224 n. Chr.

Artabanos war der jüngere Bruder von Vologaeses VI. und wohl zunächst nur Herrscher von Medien. Im Jahr 213 rebellierte er aber gegen seinen Bruder und besetzte 215 Susa. Aus diesem Jahr ist eine Stele von dort erhalten, die ihn zeigt, wie er einen dortigen Satrapen Xvaschak ins Amt einsetzte.

216 forderte der römische Kaiser Caracalla eine Tochter des Artabanos, der sich inzwischen im Machtkampf mit seinem Bruder durchgesetzt zu haben schien, als Ehefrau, was Artabanos jedoch ablehnte. Dies nutzte Caracalla als Kriegsgrund und fiel mit einem Heer in Mesopotamien ein. Artabanos IV. konnte einer Entscheidungsschlacht zunächst ausweichen und nach dem Tod Caracallas 217 gegen die Römer in Mesopotamien vorgehen und sie schlagen. Der neue Kaiser Macrinus musste 218 Frieden schließen, sodass die Westgrenze Parthiens vorerst gesichert war. Einige Zeit darauf kam es jedoch zu einer Rebellion in der Persis.

Artabanos IV. wurde am 28. April 224 vom Sassaniden Ardaschir I., der gegen ihn rebelliert hatte, besiegt und getötet. Mit seinem Tod endete die Herrschaft der Parther. Vologaeses VI. scheint sich noch einige Jahre gehalten zu haben, wurden dann aber auch besiegt. Das arsakidische Herrschergeschlecht konnte sich aber in Armenien halten, während die Sassaniden den Rest des Partherreiches eroberten, dessen Gebiet sie bis 642/651 beherrschen sollten.

Literatur

  • A.D.H. Bivar: The political History of Iran under the Arsacids. In: Ehsan Yarshater (Hrsg.), The Cambridge History of Iran. Bd. 3, Cambridge 1983, S. 94ff.
  • Malcolm A.R. Colledge: The Parthians. Thames and Hudson, London 1967, S. 172–73.

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