Artemis (Raumfahrt)
Artemis
Startdatum 12. Juli 2001
Trägerrakete Ariane 5G
Startplatz ELA-3, Weltraumzentrum Guayana
Startgewicht 3100 kg
Betreiber ESA
Wiedergabeinformation
Sonstiges
Energieleistung unbekannt
Position
Aktuelle Position 21,5° Ost
Liste der geostationären Satelliten

Artemis ist ein europäisch-japanischer geostationärer Kommunikationssatellit, den die Europäische Weltraumorganisation (ESA) betreibt. Er hatte ein Startgewicht von 3100 kg. Seine elektrische Nutzleistung liegt bei 2,7kW. Er startete am 12. Juli 2001 zusammen mit dem brasilianischen Kommunikationssatelliten BSAT 2b an Bord einer Ariane 5G. Die Satelliten wurden in einer elliptischen Umlaufbahn mit zu niedrigem Apogäum ausgesetzt, weil die Oberstufe der Ariane 5G nicht ihre volle Leistung erreichte. Der Apogäumsmotor brachte Artemis lediglich auf eine Kreisbahn in 17.500 km Höhe -- statt in 36.000 km Höhe, die für eine geostationäre Position erforderlich ist. Dadurch wäre Artemis wie auch BSAT 2b verloren gewesen. Allerdings gelang es dem Missionsteam mit Hilfe der an Bord befindlichen Ionentriebwerke, die eigentlich nur für kleine Bahnkorrekturen ausgelegt waren, Artemis innerhalb von 18 Monaten auf einer spiralförmigen Aufstiegsbahn zur geplanten geostationären Umlaufbahn hinaufzubringen. Seine endgültige Position erreichte Artemis im März 2003.

Artemis steht für Advanced Relay and TEchnology MISsion (etwa: hochentwickelte Relais- und Technologie-Mission). Darin verbergen sich die beiden Hauptziele der Mission: Er sollte in erster Linie als Kommunikationssatellit dienen und Signale weiterleiten, dabei aber neue Technologien testen. Immerhin war Artemis der erste Satellit, der mit Ionentriebwerken ausgestattet war, ohne die die Mission gescheitert wäre.

Inhaltsverzeichnis

Nutzlast

Artemis sendet auf folgenden Bändern[1][2]:

  • L-Band (1.6 GHz senden an/ empfangen von Bodenstation)
    • Senden: 15 Kanäle
    • Empfangen: 6 Kanäle
    • Insgesamt 400 Sprachkanäle mit jeweils 4.8 kbits/sec
  • S-Band (2 GHz / 2.2 GHz senden an/empfangen von Bodenstation)
    • Senden: 3 Mbps
    • Empfangen: 1 Mbps
  • S-Band (2 GHz / 2.2 GHz senden an/empfangen von Satelliten)
    • Senden: 1 Mbps
    • Empfangen: 3Mbps
  • Ka-Band (26 GHz / 23 GHz senden an/empfangen von Bodenstation)
    • Senden: bis 150 Mbps
    • Empfangen: 10 Mbps
  • Ka-Band (23 GHz / 26 GHz senden an/empfangen von Satelliten)
    • Senden: 10 Mbps
    • Empfangen: bis 3 x 150 Mbps
  • Im optischen Bereich (820 nm / 848 nm senden an/empfangen von Satelliten)
    • Senden: 2 Mbps
    • Empfangen: 50 Mbps

Damit ist folgende Datenrate von einem Satelliten über Artemis an eine Bodenstation möglich:

Satellit -> (optisch, 50 Mbps; Ka, 150 Mbps; S, 3 Mps) -> Artemis -> (Ka, 150 Mps) Bodenstation

Artemis dient als Versuchsplatform für die optische Datenkommunikation mit Lasersignalen (Laser Communication Terminal). Regelmäßig bauen Artemis und der französische Aufklärungssatellit Spot-4 eine Laser-Datenverbindung auf (SILEX). Ebenso waren die Tests mit dem japanischen Forschungssatelliten Kirari erfolgreich. Eine optische Datenübermittlung zu Flugzeugen (LOLA) und zu Bodenstationen ist in der Erprobungsphase. Artemis überträgt als Relaisstation Daten des Umweltsatelliten Envisat zur Erde. Weiterhin strahlt er GPS-Korrektursignale von EGNOS aus.

Position

Nadir von Artemis

Artemis steht über Zentralafrika bei 21,5° östlicher Länge. Um Treibstoff zu sparen, beschränkt sich die Bahnregelung auf die Einhaltung der Längenposition. Die Nord-Süd-Drift wird nicht kompensiert. Zur Zeit beträgt die Inklination ca. 5°. Das hat zur Folge, das der Satellit nicht mehr ortsfest über dem Äquator zu stehen scheint, sondern eine Analemma-Bahnkurve am Himmel beschreibt.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.esa.int/esaTE/ESALSUPZ9NC_index_0.html
  2. http://www.wtec.org/loyola/satcom/c5_s3.htm

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Integral (Raumfahrt) — Integral (International Gamma Ray Astrophysics Laboratory) ist der Name eines Gammastrahlen Observatoriums der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Es startete am 17. Oktober 2002 an Bord einer russischen Proton K Rakete. Zu den Hauptaufgaben …   Deutsch Wikipedia

  • Ranger (Raumfahrt) — Ranger 4 Sonde (Ranger Block 2) …   Deutsch Wikipedia

  • Esa — Hauptverwaltung in Paris Die Europäische Weltraumorganisation (fr. Agence spatiale européenne (ASE), engl. European Space Agency, kurz ESA) ist eine internationale Weltraumorganisation mit Sitz in Paris. Sie wurde am 30. Mai 1975 zur besseren… …   Deutsch Wikipedia

  • European Space Agency — ESA Hauptverwaltung in Paris Die Europäische Weltraumorganisation (fr. Agence spatiale européenne (ASE), engl. European Space Agency, kurz ESA) ist eine internationale Weltraumorganisation mit Sitz in Paris. Sie wurde am 30. Mai 1975 zur besseren …   Deutsch Wikipedia

  • Europäische Weltraumagentur — ESA Hauptverwaltung in Paris Die Europäische Weltraumorganisation (fr. Agence spatiale européenne (ASE), engl. European Space Agency, kurz ESA) ist eine internationale Weltraumorganisation mit Sitz in Paris. Sie wurde am 30. Mai 1975 zur besseren …   Deutsch Wikipedia

  • Ionenstrahlantrieb — Testlauf eines Xenon Ionentriebwerks der NASA NSTAR Ionentriebwerk der Deep Space 1 Raumsonde …   Deutsch Wikipedia

  • Ionentriebwerk — Testlauf eines Xenon Ionentriebwerks der NASA NSTAR Ionentriebwerk der Deep Space 1 Raumsonde …   Deutsch Wikipedia

  • Ionisationstriebwerk — Testlauf eines Xenon Ionentriebwerks der NASA NSTAR Ionentriebwerk der Deep Space 1 Raumsonde …   Deutsch Wikipedia

  • Kaufmann-Triebwerk — Testlauf eines Xenon Ionentriebwerks der NASA NSTAR Ionentriebwerk der Deep Space 1 Raumsonde …   Deutsch Wikipedia

  • Rita-Triebwerk — Testlauf eines Xenon Ionentriebwerks der NASA NSTAR Ionentriebwerk der Deep Space 1 Raumsonde …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”