369. Infanterie-Regiment
Kroatische Legionäre (Winter 1943/44), Aufnahme einer Propagandakompanie
Briefmarke von 1942 zu Ehren der Kroatischen Legion
Truppenfahne der 369. kroatischen Infanteriedivision ("Teufelsdivision") (Vorder- und Rückseite)
Erinnerungsabzeichen der Kroatischen Legion

Eine Kroatische Legion (Hrvatska Legija) war eine militärische Einheit der Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs mit kroatischen Mannschaften und deutschem Rahmenpersonal. Die Sollstärke betrug 10.000 bis 12.000 Mann. Es gab drei kroatische Legionen. Nach der 369. kroatischen Infanteriedivision wurden im Juli 1943 die kroatische "Tigerdivision" (373.) und im Januar 1944 die kroatische "Blaue Division" (392.) von der Wehrmacht aufgestellt, wie diese aus Wehrpflichtigen.

Schon bald nach der deutschen Besetzung des Balkans erklärte sich Kroatien am 10. April 1941 für unabhängig. Der kroatische, faschistische Politiker Ante Pavelić ernannte sich zum "Führer" (Poglavnik) des "Unabhängigen Staates Kroatien". Eine Woche später bestimmte er den Beitritt zu den so genannten "Achsenmächten" und erklärte Großbritannien den Krieg.

Schon kurz nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 bemühte sich Pavelić um Rekrutierung von Freiwilligen, die in einer Kroatischen Legion an der Seite der Deutschen an der Ostfront kämpfen sollten. Rasch konnten zwei Bataillone aufgestellt und in Varaždin zu einem Regiment vereinigt werden. Ein drittes, bosnisches Bataillon wurde in Sarajevo zusammengestellt. Alle drei Bataillone wurden anschließend nach Döllersheim in Österreich verlegt, wo sie zum 369. Verstärkten Infanterie Regiment (Kroatisches), auch als „Kroatische Legion“ bezeichnet, vereinigt wurden. Dieses Regiment bestand aus drei Infanterie-Bataillonen, einer MG-Kompanie, einer Panzerabwehr-Kompanie, drei Feld-Artillerie-Batterien und einer Versorgungs-Kompanie, insgesamt etwa 5.000 Soldaten.

Am 22. August 1941 traf das Regiment an der russischen Südfront ein. Im September des gleichen Jahres folgten Einsätze bei Valki, Charkow, Kalatsch und entlang des Flusses Don.

Als Teil der deutschen 6. Armee übernahm das kroatische Regiment in der Schlacht von Stalingrad einen Kampfabschnitt im Zentrum von Stalingrad. Als Stalingrad eingekesselt wurde, übernahmen kroatische Flieger seine Versorgung aus der Luft. Etwa 1.000 verwundete kroatische Soldaten konnten aus dem belagerten Stalingrad ausgeflogen werden. Bis Ende 1943 verlor das Regiment zwei Drittel seiner Kräfte und schmolz auf Bataillonsstärke zusammen. Der Rest des Regiments wurde schließlich im Januar 1943 vernichtet, 900 kroatische Soldaten zogen in sowjetische Gefangenschaft, wo sich ihre Spuren verloren.

Bereits zwischen September und Dezember 1942 wurden zwei neue kroatische Infanterieregimenter aufgestellt. In eine 369. Infanterie Division eingebunden, wurde die neue kroatische Legion von Generalleutnant Fritz Neidholdt kommandiert. Sie trug auch den Titel Vražja Divizija ("Teufelsdivision").

Die 369. Division wurde innerhalb Jugoslawiens eingesetzt und spielte eine bedeutende Rolle im Kampf gegen Partisaneneinheiten. Der "Teufelsdivision" überreichte man am 16. Mai 1944 in einer feierlichen Zeremonie eine besondere Truppenfahne. Die Vorderseite trug übersetzt den Schriftzug „Što Bog da - sreća junačka“ („Gottesgabe - Heldenglück“, Wahlspruch von Joseph Jelačić von Bužim), die Rückseite „Za Poglavnika i za dom“ („Für Führer und Vaterland“) und in der Mitte die Initialen AP, was für Ante Pavelić stand.

Ab September 1944 kam es zu Meutereien und Massendesertionen in allen drei kroatischen Legionen. Sie schrumpften auf die Stärke von insgesamt zwei Bataillonen zusammen, die zur Hälfte aus deutschem Rahmenpersonal bestanden. Dabei spielte Titos Amnestieangebot eine Rolle, das Überläufern Straffreiheit zusicherte, aber auch der Zusammenbruch der deutschen militärischen Südoststellung.

Die 392. Infanteriedivision wurde Ende April 1945 zur Verteidigung Rijekas gegen die 4. jugoslawische Armee eingesetzt und kapitulierte dort am 7. Mai 1945[1]


Einzelnachweise

  1. Klaus Schmider: Der jugoslawische Kriegsschauplatz (Januar 1943 bis Mai 1945) in: Karl-Heinz Frieser (Hrsg.): Die Ostfront 1943/44 - Der Krieg im Osten und an den Nebenfronten, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-421-06235-2, S. 1069

Siehe auch

Literatur

  • Davis, McGregor: Flags of the Third Reich, Vol. 2: Waffen-SS, Men-at-Arms-Series Nr. 274, Osprey, London, 1994, ISBN 1-85532-431-8
  • Rolf-Dieter Müller: An der Seite der Wehrmacht. Hitlers ausländische Helfer beim "Kreuzzug gegen den Bolschewismus" 1941-1945, Berlin, 2007, ISBN 978-3-86153-448-8, S.106-112
  • Klaus Schmider: Der jugoslawische Kriegsschauplatz (Januar 1943 bis Mai 1945) in: Karl-Heinz Frieser (Hrsg.): Die Ostfront 1943/44 - Der Krieg im Osten und an den Nebenfronten, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2007, 1320 S. ISBN 978-3-421-06235-2
  • Ben Shepherd: With the Devil in Titoland. A Wehrmacht Anti-Partisan Division in Bosnia-Herzegovina, 1943. In: War in History Vol. XVI, Nr. 1, S. 77-97.

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