Artesischer Brunnen (Dresden)
Artesischer Brunnen am Albertplatz

Der Artesische Brunnen am Dresdner Albertplatz wurde von 1832 bis 1836 durch Freiberger Bergleute erbohrt, um die Dresdner Neustadt mit sauberem Wasser zu versorgen.

Der Brunnen ist 243,25 Meter tief in den Untergrund gebohrt. Dort stößt er auf wasserführende, gespannte Schichten mit ausreichend Wasserdruck zum Aufstieg des Wassers.
Das emporströmende Wasser stammt von südlich-südwestlich der Stadt liegenden Höhenzügen. Die kretazischen Schichtenfolgen im Elbtal unter der Stadt Dresden fallen in nordöstliche Richtung ein. Einige Horizonte sind wasserführend, in besonderer Weise die tiefsten Schichten aus Sandsteinen und Gesteinen der Plänerfazies. Das lockere Gefüge in diesem cenomanen Sandstein und die abdichtenden Schichten (Pläner, Letten) lassen das Wasser tief unter das Elbbett hindurchtreten. Die große Tiefe, aus der das Wasser in der Bohrung am Albertplatz emporsteigt, ist der Grund für seine Temperatur um 17,8 Grad Celsius.[1]

Seinen eigentlichen Zweck, die Dresdner Neustadt mit Wasser zu versorgen, hat er nie erfüllen können, da die Wassermenge schon damals zu gering war.

Das Wasser tritt durch natürlichen Druck zu Tage, ist mit geringer Wasserhärte ausgestattet und recht gut im Geschmack, so dass es gern als Mineralwasserersatz genutzt wird. Dazu gibt es an dem dort befindlichen Wohnhochhaus einen Trinkbrunnen. Allerdings hat das Wasser laut Grünflächenamt (Betreiber des Brunnens) keine Trinkwasserqualität, deshalb ist diese Stelle auch nicht als Trinkbrunnen gekennzeichnet.

Das Brunnenhaus, also die eigentliche Quelle, befindet sich neben dem Hochhausturm der DVB an der Antonstraße und besitzt ein schiefergedecktes Pyramidendach. Das Brunnenwasser speist zusätzlich zum Trinkbrunnen eine kleine Fontäne. Diese befindet sich in einem 1906 vom Stadtbaurat Hans Erlwein entworfenem tempelartigem Rundbau mit Goldfischbecken. Das alte Quellhaus stammte von Paul Siemen. Bis 1990 erfolgte eine komplette Rekonstruktion der Anlage.

Wegen seines warmen Quellwassers kann der Brunnen – im Gegensatz zu den beiden Hauptbrunnen auf dem Albertplatz, „Stille Wasser“ und „Stürmische Wogen“ – auch im Winter genutzt werden, da er ganzjährig sprudelt.

Weblinks

Bilder zum Artesischen Brunnen in Dresden

Einzelnachweise

  1. H. Ebert / H. Grahmann / K. Pietzsch: Erläuterungen zu Geologischen Karte von Sachsen im Maßstab 1:25 000. Nr. 66 Blatt Dresden. 3. Auflage, Leipzig 1934, S. 141
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