Arthur Arzt
Arthur Arzt

Arthur (Georg) Arzt (* 9. Oktober 1880 in Reichenbach; † 22. Mai 1953 in Wiesbaden) war ein deutscher Politiker der Weimarer Republik und Reichstagsabgeordneter (SPD). Dem Reichstag gehörte er von 1928 (4. Wahlperiode) bis 1933 (8. Wahlperiode) an.

Leben und Wirken

Er besuchte das Seminar zu Auerbach i. V. und wurde dann Lehrer in Brunndöbra, Ebmath i. V. und Dresden. Während des Ersten Weltkrieges war er als Unteroffizier Kriegsteilnehmer. Zwischen 1919 und 1923 war Arzt Bezirksschulinspektor und von 1923 bis 1927 Bezirksschulrat in Dresden. Danach war er wegen seiner Mandate im Wartestand.

Mit seinem Beruf zusammen hing das Engagement in der Lehrerbewegung. So war er Vorsitzender des Dresdner Lehrerverein, Vorstandsmitglied im Sächsischen Lehrerverein und Mitglied im deutschen Lehrerverein.

Arzt war vor dem Ersten Weltkrieg politisch dem Linksliberalismus zuzuordnen. So war er bis 1910 Mitglied der Freisinnigen Vereinigung. Während der Novemberrevolution war er Vorsitzender eines Soldatenrates für ein Armeekorps im Osten. Im Dezember 1918 war Arzt Delegierter beim ersten Rätekongress. Ebenfalls 1918 trat er der SPD bei.

Bereits 1919 wurde Arzt Mitglied des Sächsischen Landtages. Zwischen 1923 und 1928 war er Leiter des Landesausschusses der SPD Sachsen (Landesvorsitzender) und vertrat dort den linken Flügel. Außerdem war er von 1920 bis 1928 Bezirksvorsitzender der Partei für Ostsachsen. Er war unter außerdem Mitglied im großen SPD-Beamtenausschuss in Sachsen sowie des Landesarbeitsausschusses.

Wegen seiner Wahl in den Reichstag legte er sein Landtagsmandat am 11. Juni 1928 nieder. Dem Reichstag gehörte Arzt bis 1933 an.

Nach dem Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft ging Arzt in die Emigration. Im Jahr 1933 hielt er sich in der Tschechoslowakei auf. Ab 1939 lebte er in England. Bis 1940 wurde er als Deutscher auf der Isle of Man interniert.

Im Oktober 1946 kehrte Arzt nach Deutschland zurück. Er war zunächst in Westfalen tätig. Seit 1947 war er Regierungsrat später Oberregierungsrat in Hessen und war daneben als freier Schriftsteller tätig.

Arzt verfasste zahlreiche pädagogische Artikel für Tages- und Schulzeitungen sowie einige Schriften, die sich mit dem Thema Schule befassten, so etwa Welche Mängel hat der Religionsunterricht?, Die Arbeitsschule, Jugend und Religion, Sport und Politik.

Literatur

  • Martin Schumacher, Katharina Lübbe, Wilhelm Heinz Schröder: M.d.R. Die Reichstagsabgeordneten der Weimarer Republik in der Zeit des Nationalsozialismus. politische Verfolgung, Emigration und Ausbürgerung, 1933–1945. Eine biographische Dokumentation. 3. Auflage. Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-5183-1. 
  • Mike Schmeitzner und Michael Rudloff: Geschichte der Sozialdemokratie im Sächsischen Landtag - Darstellung und Dokumnetatiom 1877–1997. 2. Auflage 1998, ISBN 3-00-002084-5, Seite 170–172

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