Arthur Grumiaux

Arthur Grumiaux (* 21. März 1921 in Villers-Perwin, Belgien; † 16. Oktober 1986 in Brüssel) war ein belgischer Violinist und Dirigent.

Leben

Arthur Grumiaux war einer der bedeutendsten Vertreter der Franco-Belgischen Violinschule. Als Sohn einer Arbeiterfamilie bekam er mit vier Jahren ersten Klavier- und Violinunterricht von seinem Großvater. Mit sechs Jahren besuchte er das Konservatorium von Charleroi und errang bereits mit elf Jahren die ersten Preise für Violine und Klavier. Anschließend studierte er am Brüsseler Konservatorium in der Meisterklasse des Ysaye Schülers Alfred Dubois. Ab 1936 vervollkommnete er seine Studien bei George Enescu in Paris.

1939 errang er den Vieuxtemps- und den Prume- Preis. Während des Zweiten Weltkrieges unterbrach er seine Solistenlaufbahn und widmete sich hauptsächlich der Kammermusik. Nach dem Ende des Krieges begann seine steile Karriere in Westeuropa, 1951 bereiste er die USA. 1949 trat er die Nachfolge seines Lehrers Dubois am Brüsseler Konservatorium an. Als Violinlehrer legte er besonderen Wert auf die Phrasierung und die Klangqualität beim Spiel seiner Studenten. Er erwartete höchsten technischen Standard von seinen Schülern und versuchte gemeinsam mit ihnen, die bestmögliche und eine dem persönlichen Stil angepasste Lösung zu finden.

Die musikalische Partnerschaft mit der rumänischen Pianistin Clara Haskil war einer der größten Glücksfälle in seinem Leben.

Sein Repertoire umfasste alle großen Konzerte der klassischen Violinliteratur, bis hin zu den Konzerten der klassischen Moderne. Er machte zahlreiche Schallplattenaufnahmen unter dem Philips-Plattenlabel. Die vollständigen Beethoven- und Mozart-Sonaten mit Clara Haskil sind legendär, wie die sechs Solosonaten und Partiten von Bach und Aufnahmen des Beethoven-Konzertes mit verschiedenen Orchestern, die Mozartkonzerte und das Alban Berg Violinkonzert. Mit dem Grumiaux Trio (Arthur Grumiaux, Georges Janzer, Eva Czako) spielte er sämtliche Trios von Beethoven und Mozart ein.

Ein technisches Unikum ist die Aufnahme einer Sonate für Violine und Klavier von Mozart, bei der er 1959 im Playbackverfahren beide Instrumente spielte.

Grumiaux besaß die Titan von Antonio Stradivari, konzertierte aber meistens auf seiner Guarnerius del Gesu.

1973 verlieh ihm das belgische Königshaus den Ehrentitel eines Barons.

An Diabetes erkrankt und bedingt durch seine Flugangst wirkte er in seinen letzten Jahren hauptsächlich in Westeuropa in zahlreichen Konzerten und Plattenaufnahmen. Er war Mitbegründer des Festivals von Stavelot im Jahre 1962, diesen Kontakt pflegte er bis kurz vor seinem Ableben.

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