Arthur Haberlandt

Arthur Haberlandt (* 9. März 1889 in Wien; † 28. Mai 1964 ebenda) war ein österreichischer Museumsdirektor, Universitätsprofessor und Volkskundler.

Arthur Haberlandt setzte als Sohn des Michael Haberlandt dessen Erbe und Werk fort. Rein äußerlich dokumentierte sich dies in der Nachfolge als Direktor des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien, welches primär als Thematik die Ethnographie der Völker der Österreichisch-Ungarischen Monarchie hatte und in der Herausgabe der Wiener Zeitschrift für Volkskunde.

Haberlandt studierte Anthropologie, Ethnologie und Prähistorik an der Universität Wien. 1911 erfolgte seine Promotion zum Doktor der Philosophie. 1914 habilitierte er sich. Obwohl zwei Weltkriege seine wissenschaftliche Laufbahn nachhaltig beeinflussten, enthält sein (wohl nicht vollständiges) Schriftenverzeichnis 635 Veröffentlichungen.

Haberlandt beschäftigte sich mit der Volkskunst ganz Europas, speziell mit der Volkskunde Deutschlands und Österreichs. Ein Hauptthema seiner Tätigkeit war die Bauernhausforschung. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Volkskunde in Österreich und war als Universitätsprofessor der Lehrer einer ganzen Forschergeneration.

Seine Leistungen wurden durch zahlreiche Auszeichnungen gewürdigt, beispielsweise durch das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse.

Inhaltsverzeichnis

Werke

  • Die Holzschnitzerei im Grödner Tale, Werke der Volkskunst II, Wien 1911, S. 1ff.[1]
  • Prähistorisches in der Volkskunst Osteuropas, Werke der Volkskunst II, 1913, S. 33ff.
  • Volkskunst der Balkanländer, in ihren Grundlagen erläutert, Wien 1919.
  • Volkskunde von Niederösterreich, Wien 1921.
  • Volkskundliches aus Groß-Wien, Wiener Zeitschrift für Volkskunde XXVIII, 1923, S. 1ff.
  • Volkskunde und Vorgeschichte, Jahrbuch für historische Volkskunde I, 1925, S. 5ff.
  • Die volkskundliche Kultur Europas in ihrer geschichtlichen Entwicklung, Illustrierte Völkerkunde II/2, Stuttgart 1926, S. 305ff.
  • Die Volkstrachten der Alpen, Die österreichischen Alpen, Wien-Leipzig 1928, S. 298ff.
  • Aufruf zur Mitarbeit am "Atlas der deutschen Volkskunde", Wiener Zeitschrifr für Volkskunde XXXIV, 1929, S. 121.
  • Aberglaube und Vorurteile des Volkes in der Kinderpflege, Kinderärztliche Praxis II, Leipzig 1931, S. 186ff.
  • Zur Wiederbelebung der Volkstracht, Volksbildung XIII, Wien 1933, S.121ff.
  • Deutsches Volkstum im Burgenland, Wiener Zeitschrift für Volkskunde XXXIX, 1934, S. 3ff.
  • Die deutsche Volkskunde. Eine Grundlegung nach Geschichte und Methode im Rahmen der Geisteswissenschaften, Halle/Saale 1935.
  • Das Gefüge der deutschen und slawischen Volkskultur im Umkreis der Tschechoslowakei, Heimatbildung XVII, Reichenberg 1936, S. 58ff.
  • Zur Darstellung des Lebensbaumes in der deutschen Volkskunst, Wiener Zeitschrift für Volkskunde XLIII, 1938, S. 33ff.
  • Zum Alvismal, Deutsche Volkskunde V, München 1943, S. 159.
  • Ein Kannenwagen als Festtranksbehälter, Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien LXXX, 1950, S. 78ff.
  • 60 Jahre vergleichende Bauernhausforschung im Rahmen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien LXXXII, 1952, S. 22ff.
  • Taschenwörterbuch der Volkskunde Österreichs, Wien 1953.
  • Taschenwörterbuch der Volkskunde Österreichs. Der andere Teil, Wien 1959.

Literatur

  • Leopold SchmidtHaberlandt, Arthur. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 7, Duncker & Humblot, Berlin 1966, S. 393 f.
  • Leopold Schmidt, Arthur Haberlandt zum Gedächtnis. Nachruf und Bibliographie, Wien 1964 (Österreichische Zeitschrift für Volkskunde XVIII/67, 1964, S. 217ff).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Haberlandt: Die Holzschnitzerei im Grödner Tale. Text und Bilder

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