Arthur Ingraham Boreman
Arthur Ingraham Boreman

Arthur Ingraham Boreman (* 24. Juli 1823 in Waynesburg, Pennsylvania; † 19. April 1896 in Parkersburg, West Virginia) war ein amerikanischer Politiker und von 1863 bis 1869 der erste Gouverneur von West Virginia. Außerdem war er auch Senator für diesen Bundesstaat.

Inhaltsverzeichnis

Frühe Jahre und politischer Aufstieg

Im Alter von vier Jahren war Arthur Boreman 1827 mit seiner Familie in das Tyler County im heutigen West Virginia gezogen. Nach dem Besuch der örtlichen Schulen und einem privaten Jurastudium bei seinem Bruder ließ sich Boreman im Jahr 1843 in Parkersburg, das damals noch zu Virginia gehörte, als Anwalt nieder. Boremans politischer Aufstieg begann im Jahr 1855 mit seiner Wahl in das Landesparlament von Virginia. Damals gehörte er der Whig-Partei an, später wechselte er zu den Republikanern. Boreman verblieb bis 1861 im Parlament von Virginia. In jenen Jahren vor dem amerikanischen Bürgerkrieg spiegelte sich die Zerrissenheit der amerikanischen Nation in zwei gegnerische Lager in Virginia besonders heftig wider. Der Staat war in sich gespalten, die Mehrheit der östlichen Landesteile, stand auf der Seite des Südens, während die Mehrheit im nordwestlichen Bergland eher auf der Seite des Nordens stand. Boreman stand, wie die Mehrheit seiner Heimat, auf der Seite der Union. Daher stimmte er 1861 auf dem Kongress, der den Austritt Virginias aus der Union beschloss, gegen die Sezession.

Die Unabhängigkeit West Virginias

Auf dem Kongress, auf dem sich Virginia von der Union lossagte, stimmten nur 15 von 47 Delegierten aus dem heutigen West Virginia für diesen Schritt, mehr als zwei Drittel waren gegen den Anschluss an den Süden. Eine Volksabstimmung wenig später ergab ein ähnliches Bild. Der größte Teil des gesamten damaligen Staates Virginia stimmte mehrheitlich für die Sezession, während der Nordwesten wieder dagegen votierte. Daraufhin wurde ein Kongress unter Boremans Vorsitz nach Wheeling einberufen. Dort wurde die Trennung vom Mutterland Virginia beschlossen. Man wollte einen eigenen Staat namens Kanawha gründen, der dann in die Union aufgenommen werden sollte. Der Name konnte sich nicht durchsetzen, stattdessen wurde der Name West Virginia angenommen. In den folgenden Monaten wurde mit der Ausarbeitung einer eigenen Verfassung begonnen. Präsident Abraham Lincoln und der US-Kongress stimmten der Aufnahme des neuen Staates zu, der dann im Juni 1863 vollzogen wurde. In der Zwischenzeit wurden Teile des Landes von Anhängern der Konföderation besetzt, so dass die neue Verwaltung zunächst nicht über das gesamte Gebiet des neuen Staates verfügen konnte. Nach dem Krieg gab es dann einen Disput mit Virginia, das die Verfassungsmässigkeit der Gründung von West Virginia bezweifelte. Das Oberste Bundesgericht der USA entschied 1870 endgültig zu Gunsten von West Virginia. Auch über die Frage der finanziellen Abfindung kam es mit Virginia zu Streitigkeiten. Diese Angelegenheit wurde erst 1915 durch einen Urteilsspruch des Obersten Bundesgerichts der USA geregelt. West Virginia musste über zwölf Millionen Dollar an Virginia bezahlen. Die letzte Rate wurde erst 1939 bezahlt.

Gouverneur von West Virginia

In den Jahren 1861 bis 1863 war Boreman in dem neuen Staat, der damals noch nicht offiziell Bundesstaat der USA war, als Richter tätig. Nach der offiziellen Aufnahme des Landes in die Union wurde Arthur Boreman zum ersten Gouverneur gewählt. Er trat sein neues Amt im Juni 1863 an. Als Gouverneur musste er sich in den ersten Jahren noch mit den Kriegsereignissen auseinandersetzen. Es gab einige militärische Truppenbewegungen beider Seiten auf dem Gebiet von West Virginia. Boreman baute die Nationalgarde auf, die im Lande mit der Wiederherstellung der Ordnung betraut wurde. Dann musste zunächst eine neue Verwaltung aufgebaut werden. Nach dem Krieg setzte sich der Gouverneur für kostenlose Schulen ein. Er versuchte auswärtige Investoren in sein Land zu locken und die Bodenschätze des Landes auszubeuten. Er war aber gegenüber den ehemaligen Anhängern der Konföderation sehr nachtragend. Ihnen wurde gesetzlich für einige Zeit das Wahlrecht entzogen. Nach dem er zweimal wiedergewählt worden war trat Boreman im Februar 1869 kurz vor Ablauf seiner Amtszeit zurück, um einen Sitz im US-Senat einzunehmen.

Weiterer Lebenslauf

Zwischen 1869 und 1875 war Boreman als Senator in Washington D. C.. Dort war er in mehreren Ausschüssen vertreten. Nach dem Ende der Legislaturperiode kehrte er als Anwalt nach Parkersburg zurück. Von 1888 bis zu seinem Tod im Jahr 1896 war er dann Richter im fünften Gerichtsbezirk von West Virginia.

Literatur

  • Robert Sobel und John Raimo (Hrsg.): Biographical Directory of the Governors of the United States, 1789–1978. Band 1, Meckler Books, Westport, 1978. 4 Bände.

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