Arthur Strong Wightman

Arthur Strong Wightman (* 30. März 1922 in Rochester, New York, USA) ist ein US-amerikanischer Physiker, der sich mit mathematischer Physik befasst.

Leben und Werk

Wightman wurde 1949 bei John Archibald Wheeler an der Princeton University mit einem kernphysikalischen Thema (Wechselwirkung negativer Pionen mit Wasserstoff) promoviert. Schon in seiner Studentenzeit hatte er enge Kontakte zum Mathematik-Department und beschäftigte sich, zusammen mit dem befreundeten Mathematiker John T. Tate, mit den Arbeiten zur Darstellung der Lorentz- und Poincarégruppe durch Eugene Wigner und Valentine Bargmann. Wightman war bis zu seiner Emeritierung Professor an der Universität Princeton.

In den 1950er Jahren gab er der relativistischen Quantenfeldtheorie eine mathematische Basis mit Einführung seiner Wightman-Axiome. Quantenfelder werden darin als Distributionen in der Raum-Zeit behandelt, deren Werte Operatoren in einem Hilbertraum sind, die Kommutator- bzw. Anti-Kommutator-Beziehungen erfüllen (die für raumartige Abstände verschwinden). Der Hilbertraum trägt eine unitäre Darstellung der Poincarégruppe unter der die Feldoperatoren kovariant transformieren. Res Jost konnte damit die PCT- und Spin-Statistik-Theoreme ableiten, wie in Wightmans Buch mit Ray Streater dargestellt wird. Mit Eugene Wigner und Gian-Carlo Wick führte er Super-Auswahlregeln (super selection rules) ein und untersuchte mit dem Mathematiker Lars Gårding die Darstellungen von Kommutator- und Anti-Kommutator-Algebren.

Wightman trug mit seiner Behandlung von Quantenfeldtheorien wesentlich zur Etablierung der mathematischen Physik bei.

Zu seinen Studenten zählen Arthur Jaffe und Jerrold Marsden.

1969 erhielt er den Dannie-Heineman-Preis. 1997 erhielt er den Henri-Poincaré-Preis auf dem Internationalen Kongress für Mathematische Physik.

Literatur

  • Streater und Arthur Wightman: PCT, Spin, Statistik und all das, BI Hochschultaschenbuch 1964, sowie englisch PCT, Spin, Statistics and all that, Princeton University Press 2000 (zuerst New York, Benjamin 1964)
  • Arthur Wightman: Quantum field theory in terms of vacuum expectation values. In: Physical Review. Band 101, 1956, S. 860
  • Arthur Wightman und Lars Gårding: Fields as operator-valued distributions in relativistic quantum theory. In: Arkiv för Fysik. Band 28, 1965, S. 129–184
  • Arthur Wightman: What is the point in axiomatic field theory?. In: Physics Today. September 1969
  • Arthur Wightman Introduction to some aspects of the relativistic dynamics of quantized fields, in Maurice Lévy (Hrsg.) High energy electromagnetic interactions and field theory, Cargèse Summer School 1964, Gordon and Breach, New York 1967
  • Arthur Wightman: Should we believe in Quantum Field Theory?. In: Zichichi (Hrsg.): The Whys of subnuclear physics. In: Ettore Majorana Course. Band 19, 1975, S. 983
  • Arthur Wightman, Wick und Wigner: Intrinsic parity of elementary particles. In: Physical Review. Band 88, 1952, S. 101
  • Arthur Wightman: Looking back at Quantum Field Theory. In: physica scripta. Band 24, 1981, S. 813
  • Res Jost: To Arthur Wightman. In: Communications in mathematical physics. Band 132, 1990, S. 1

Weblinks


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