Arthur Torrens

Sir Arthur Wellesley Torrens KCB (* 18. August 1809; † 24. August 1855 in Paris) war ein britischer General und Kolonialverwalter.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Erste Jahre

Torrens war der zweite Sohn des Generalmajors Sir Henry Torrens (1779–1828), Generaladjutant der britischen Armee von 1820 bis 1828, und der Sarah Patton, Tochter von Oberst Robert Patton, Gouverneur von St. Helena von 1801 bis 1808. Sein Taufpate war Sir Arthur Wellesley, der spätere Herzog von Wellington, dessen Militärsekretär Henry Torrens 1808 in Portugal gewesen war.

Arthur wurde als Zehnjähriger 4. Ehrenpage des Prinzregenten (1820–1825). Nach seiner Ausbildung am Royal Military College in Sandhurst trat er am 14. April 1825 als Fähnrich/Leutnant in die Grenadier Guards ein. Vom 11. Juni 1829 bis 23. März 1838 war er Adjutant des 2. Bataillons, seit dem 12. Juni 1830 als Leutnant der Grenadier Guards und Hauptmann.

1838 ging er als Brigademajor im Stab von Generalmajor Sir James Macdonell, Kommandeur der Gardebrigade und Militärkommandant von Québec, nach (Nieder-)Kanada und nahm an der Niederschlagung des Aufstandes vom November 1838 teil. Bei seiner Rückkehr nach England wurde er zum Hauptmann der Grenadier Guards und Oberstleutnant befördert (11. September 1840).

Einsatz in der Karibik

Torrens wechselte dann zum 23rd Regiment of Foot (Royal Welsh Fuzileers), dessen Kommandeur er am 15. Oktober 1841 wurde. Im Rahmen der Truppenverstärkungen vom April 1842 erhielt das Regiment ein zweites Bataillon. Das Depot (der Ersatztruppenteil) wurde von Carlisle nach Chichester verlegt, mit zwei neuen Kompanien verstärkt und unter Torrens’ Führung für den Einsatz im Ausland umstrukturiert. Im Mai 1843 wurde das 1. Bataillon von Portsmouth über Montreal auf die sog. Britisch-Westindischen Inseln in der Karibik verschifft, wo es im Oktober d.J. auf Barbados ankam. Das Bataillon wurde zwar von Zeit zu Zeit auf eine andere Insel verlegt, aber zweieinhalb Jahre war Torrens Militärkommandant und amtierender Vizegouverneur auf St. Lucia. Seine Maßnahmen zur Verbesserung der hygienischen Bedingungen für seine Soldaten waren von so durchschlagendem Erfolg, dass die Korrespondenz darüber auf Anordnung des Herzogs von Wellington, Oberbefehlshaber der britischen Streitkräfte, im November 1847 als Orientierungshilfe für alle kommandierenden Offiziere auf Auslandsstationen veröffentlicht wurden. Die angebotene Ernennung zum permanenten Vizegouverneur von St. Lucia lehnte Torrens jedoch ab und kehrte im März 1847 über Halifax, Neuschottland, nach England zurück, wo das Bataillon im September 1848 ankam.

Krimkrieg

1851 übergab Torrens das Bataillonskommando und wurde am 1. Januar 1853 Assistant Quartermaster-General (A.Q.M.G.) im Generalstab der Armee. Im selben Jahr reiste er als Mitglied einer Kommission, die die wirtschaftlichen Verhältnisse der französischen, österreichischen und preußischen Armeen untersuchen sollte, durch Europa. Nach seiner Rückkehr und dem Eintritt des Vereinigten Königreichs in den sog. Orient- oder Krimkrieg (12. März 1854) erhielt er als Brigadegeneral das Kommando über eine zum Einsatz auf der Krim bestimmte Brigade (28. Juli 1854).

Torrens führte die Brigade, die der von General Sir George Cathcart befehligten 4. Division unterstellt war, in den Schlachten an der Alma (20. September 1854), bei Balaklawa (25. Oktober 1854) und Inkerman (5. November 1854). Bei Inkerman wurde er – noch kurz vor Cathcarts Tod von diesem mit einem »Prächtig gemacht, Torrens!« ausgezeichnet – durch einen Lungendurchschuss schwer verwundet.

Tod und Ehrung

Zur Genesung nach England zurückgekehrt erhielt Torrens den Dank des Parlaments und eine Beförderung zum Generalmajor (12. Dezember 1854). Da er zu schwer verwundet war, um auf die Krim zurückzukehren, übernahm er am 2. April 1855 den Posten des stellvertretenden Generalquartiermeisters (Deputy Quartermaster-General, D.Q.G.) im Generalstab in London und ging am 25. Juni als Militärattaché (Military Commissioner) nach Paris. Am 5. Juli 1855 noch zum Ritter der Militärklasse des Bath-Ordens (KCB) ernannt starb er dort am 24. August 1855 an den Folgen seiner Verwundung.

Torrens wurde auf dem Friedhof Père Lachaise beigesetzt. Seine Witwe, Maria Jane, jüngste Tochter des Generals John Murray, ließ ihm in der Saint Paul’s Cathedral in London ein von Carlo Marochetti gestaltetes Denkmal errichten.

Werke

  • Notes on French infantry, and memoranda on the review of the army in Paris at the feast of eagles in May 1852 (London, 1853)

Literatur

  • Thomas Humphry Ward: Men of the Reign [...] of Queen Victoria. – London [et al.] : Routledge, 1885
  • Frederic Boase: Modern English Biography. – Truro : Netherton & Worth, 1892–1921
  • R. H. Vetch, rev. James Lunt: Torrens, Sir Arthur Wellesley (1809–1855), army officer. In: H. C. G. Matthew, Brian Harrison (Hrsg.): Oxford Dictionary of National Biography, from the earliest times to the year 2000 (ODNB), Oxford University Press, Oxford 2004, ISBN 0-19-861411-X, online, Stand: 2004 (Lizenz erforderlich) (englisch)
  • Robert Hamilton Vetch: Torrens, Arthur Wellesley. In: Sidney Lee (Hrsg.): Dictionary of National Biography (DNB), Band 57 (Tom - Tytler), MacMillan & Co, Smith, Elder & Co., New York City, London 1899, S. 6364 (englisch)

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