Arthur Wichmann

Carl Ernst Arthur Wichmann (* 9. April 1851 in Hamburg; † 28. November 1927 ebenda) war ein deutscher Geologe und Mineraloge.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Wichmann war Professor für Geologie an der Universität Utrecht von 1879 bis 1921, wo er das geologische Institut gründete. Seine Tochter war die Juristin und anarchosyndikalistisch eingestellte Clara Gertrud Wichmann, sein Sohn der Künstler und Faschist Erich Wichmann.

Arthur Wichmann verbrachte seine Jugendzeit in Hamburg. Von 1871 bis 1874 studierte er an der Universität Leipzig, wo er Schüler von Ferdinand Zirkel war, der sein Interesse für Mineralogie erweckte. In Leipzig wurde er Mitglied in der Burschenschaft Arminia, zur gleichen Zeit wie auch der ebenfalls prominente Geologe Felix Wahnschaffe. Einige Jahre lang war er Assistent von Zirkel, dann wurde er Professor an der Universität Utrecht.

Geologische Forschungen waren in Utrecht bis dahin nicht betrieben worden, und Wichmann widmete sich der Aufgabe, ein geologisches Institut zu gründen. Neben Forschung und Lehre begann Wichman eine geologische Sammlung aufzubauen, wofür er an Expeditionen in niederländische Kolonien teilnahm: 1888–1889 nach Niederländisch-Indien (Celebes, Flores, Timor und Roti) und 1902–1903 – zusammen mit Hendrikus Albertus Lorentz – nach Neuguinea.

Als Wissenschaftler war Wichmann hauptsächlich an Mineralogie und Petrologie interessiert. Nach seiner Emeritierung 1921 kehrte er in seine Geburtsstadt Hamburg zurück, wo er 1927 starb. Sein Nachfolger in Utrecht wurde L. M. R. Rutten (Louis Martin Robert Rutten; 1884−1946).

Werke

  • Gesteine von Timor und einiger angrenzenden Inseln. Leiden, E. J. Brill, 1882–1887
  • Nova Guinea. Uitkomsten der Nederlandsche Nieuw-Guinea-Expeditie in 1903 oder leiding van Dr. Arthur Wichmann, Professor te Utrecht [Resultate der Niederländischen Neu-Guinea-Expedition 1903].
Vol. I: Entdeckungsgeschichte von Neu-Guinea (bis 1828). Leiden, E. J. Brill, 1909. Digitalisat: [1]
Vol. II, 1: Entdeckungsgeschichte von Neu-Guinea (1828 bis 1885). Leiden, E. J. Brill, 1910.
Vol. II, 2: Entdeckungsgeschichte von Neu-Guinea (1885 bis 1902). Leiden, E. J. Brill, 1912.
Vol. IV: Bericht über die im Jahre 1903 ausgeführte Reise nach Neu-Guinea. Leiden, E. J. Brill, 1917.
  • Bericht über eine im Jahre 1888-89 im Auftrage der Niederländischen Geographischen Gesellschaft ausgeführte Reise nach dem Indischen Archipel. Leiden, E. J. Brill, 1890-92.
Teil 1: I. Java, II. Celebes.
Teil 2: III. Flores.
Teil 3: IV. Timor, V. Rotti.
  • Die Erdbeben des indischen Archipels. Band 1 und 2. Amsterdam 1918. In: Verhandelingen der Koninklijke Akademie van Wetenschappen, Afd. Natuurkunde, 2. Sect. Deel 20, No. 4 und Deel 22, No. 5.
1. Bis zum Jahre 1857.
2. Von 1858 bis 1877.
  • Geologische Ergebnisse der Siboga-Expedition. Leiden, E. J. Brill, 1925 (Siboga-expeditie / Monographie 66 (= Livr. 100))
  • Zahlreiche Aufsätze vulkanologischen, geologischen und petrographischen Inhalts in niederländischen Fachzeitschriften.

Literatur

  • P. Marks: Honderd jaar geologisch onderwijs aan de rijksuniversiteit Utrecht, 1979
  • R.W.L. Vissers: Arthur Wichmann, grondlegger van de Aardwetenschappen in Utrecht, 2004

Weblinks

Einzelnachweis

  1. Entdeckungsgeschichte von Neu.Guinea

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