Arthur von Nordstern

Gottlob Adolf Ernst von Nostitz und Jänkendorf (auch Jänckendorf; * 21. April 1765 in See; † 15. Oktober 1836 in Oppach) war ein sächsischer Politiker aus der Oberlausitz. Unter seinem Pseudonym Arthur von Nordstern erlangte er als Literat Bekanntheit über die Grenzen seiner Heimat hinaus.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Gottlob Adolf Ernst von Nostitz und Jänkendorf im Jahr 1824, gemalt von Carl Christian Vogel von Vogelstein

Nostitz wurde 1765 auf dem väterlichen Gut in See geboren. Nach dem frühen Tod des Vaters sorgte Nostitz’ Mutter für seine Ausbildung, so dass er bereits im Alter von 16 Jahren Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität Leipzig studieren konnte. Im Alter von 20 Jahren trat Nostitz als Finanzrat in den Staatsdienst ein, verließ diesen jedoch schon 1789, um die Verwaltung der väterlichen Güter zu übernehmen.

Wieder in der Oberlausitz, wurde er 1792 zum Landesältesten des Bautzener Kreises, 1795 Präsident der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften in Görlitz und 1804 Oberamtshauptmann. Zudem stiftete er ein Armenhaus auf seinem Gut in Oppach.

1806 wurde er als Oberkonsistorialpräsident nach Dresden berufen und wurde mit der Revidierung der Verfassung der Universität Leipzig betraut. 1809 wurde er als wirklicher Konferenzminister fortdauerndes Mitglied des damaligen geheimen Consiliums, aus dem später der geheime Rat des sächsischen Königs hervorging. In dieser Eigenschaft wirkte Nostitz nach den Befreiungskriegen bei der Ausgleichung der Kriegsentschädigungen, besorgte die oberste Leitung der Landsarmenkommission, reorganisierte die Heilanstalt für Geisteskranke auf der ehemaligen Feste Sonnenstein bei Pirna, die unter ihm europäischen Ruf erlangte. Er gründete 1824 zu Bräunsdorf bei Freiberg eine Landeswaisenanstalt, in welcher nach einem neuen Plan 150 Zöglinge zu Landbebauern, Handwerkern oder Soldaten erzogen wurden, und machte sich durch weitere Einrichtungen um das Land wohl verdient.

Nostitz hatte Anteil an der Begründung der ersten sächsischen Verfassung und war einer der Unterzeichner der Verfassungsurkunde. Er wurde Konferenzminister und erhielt den Vorsitz in dem neu geschaffenen Staatsrat.

Anlässlich seines 70. Geburtstages wurde Gottlob Adolf Ernst von Nostitz und Jänkendorf 1835 die Ehrendoktorwürde der Philosophie von der Universität Leipzig verliehen. Er starb im darauffolgenden Jahr auf seinem Gut in Oppach.

Nostitz’ Tochter Klotilde Septimia (1801–1852) wurde ebenfalls Literatin.

Werke

  • Versuch über Armenversorgungsanstalten in Dörfern (1801)
  • Gesänge der Weisheit, Tugend und Freude für gesellige Kreise (1802)
  • Griechische und römische Mythen, in Briefen an Emilie. Frei nach dem Französischen (1802–1804)
  • Valeria, ein romantisches Gedicht in 4 Ges. nach Florian (1803)
  • Liederkreis für Freimaurer (1815)
  • Gemmen, gedeutet (1818)
  • Sinnbilder der Christen erklärt (1818)
  • Irene. Fünf Gesänge (1819)
  • Kreis sächsischer Ahnfrauen (1819)
  • Erinnerungsblätter eines Reisenden im Hochsommer 1822 (1824)
  • Anregungen für das Herz und das Leben (1825–1826)
  • Blicke der Zukunft in das Jenseits (1833)

Literatur

Weblinks


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