Artolec
Artolec
Artolec führt kein Wappen
Artolec (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Jihočeský kraj
Bezirk: Jindřichův Hradec
Gemeinde: Nová Bystřice
Fläche: 469 ha
Geographische Lage: 49° 0′ N, 15° 8′ O49.007515.128611111111588Koordinaten: 49° 0′ 27″ N, 15° 7′ 43″ O
Höhe: 588 m n.m.
Einwohner: 69 (1. März 2001)
Postleitzahl: 378 33
Verkehr
Straße: Nová Bystřice - Mýtinky

Artolec (deutsch Artholz) ist ein Ortsteil von Nová Bystřice (Neubistritz) in Tschechien. Er liegt zwei Kilometer südöstlich von Nová Bystřice an der österreichischen Grenze und gehört zum Okres Jindřichův Hradec.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Ortschaft wird erstmals 1489 als „Arotolcz“ urkundlich genannt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Ortsname auf „Artolocz“(1554), „Artolz“(1561) und ab 1790 „Artholz“ auf verändert.[1]

1713 leben im Ort 16 Bauern, die infolge der Kleinheit der Grundstücke meist auch als Tagelöhner, Maurer und Weber arbeiteten. Kleine Gewinn brachte der Flachsanbau. Die vier Teiche ermöglichten auch einen bescheidenen Fischhandel.

Das Dorf entstand aus einem Meierhof. 1683 erlitt Artholz schwere Zerstörungen durch kursächsische Truppen. Eingepfarrt wurde der Ort nach Neubistritz. Matriken gibt es seit 1664 bei Neubistritz.

Im Ersten Weltkrieg fielen 8 Männer der Ortschaft. Nach dem Ersten Weltkrieg zerfiel der Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn. Der Friedensvertrag von Saint Germain [2] 1919 erklärte den Ort zum Bestandteil der neuen Tschechoslowakischen Republik. Nach dem Münchner Abkommen 1938, das die Abtretung der sudetendeutschen Gebiete an Deutschland regelte, rückten im Oktober deutsche Truppen im Ort ein, der bis 1945 zum Gau Niederdonau gehörte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, der 26 Opfer forderte, kam die Gemeinde wieder zur Tschechoslowakei zurück. Aufgrund der Beneš-Dekrete wurden die deutschen Bewohner enteignet, und nach Österreich vertrieben. Anschließend wurde der Ort neu besiedelt. Von den Vertriebenen verblieben 11 Familien in Österreich,[3] der Großteil in Deutschland. Je eine Familie wanderte in die USA und nach Schweden aus. 1961 wurde Artolec in die Stadt Nová Bystřice eingemeindet. Im Jahre 2001 bestand das Dorf aus 36 Häusern.

Siegel und Wappen

Für Artholz hat sich ein kleines Siegel aus dem 19 Jahrhundert erhalten, das eine fünfblättrige Rose zeigt. Sie ist von einem Kreisring umgeben und darunter mit einer Blattgirlande geschmückt. Im oberen Kreissegment findet sich in Großbuchstaben der Ortsname „ARTHOLZ“.[4]

Bevölkerungsentwicklung

Volkszählung Einwohner gesamt Volkszugehörigkeit der Einwohner
Jahr Deutsche Tschechen Andere
1880 341 341 -
1890 353 352 1
1900 290 290
1910 300 300 - -
1921 276 264 4 8
1930 269 250 15 4
1991 58
2001 69

[5] [6]

Sehenswürdigkeiten

  • Kapelle hl. Antonius von Padua von 1891 samt Bildern des hl. Anton von Iser
  • Köpfermarterl (Richtstätte) und Hexenmarterl (Klosterweg) am Weg nach Nová Bystřice.
  • Steinkreuz für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Franz Poetsch (1912-1971), akademischer Maler.

Literatur

  • Felix Bornemann: Kunst und Kunsthandwerk (1990), Artholz S. 2
  • Bruno Kaukal: Wappen und Siegel, (1992) , Artholz S.25
  • Alfred Schickel, Gerald Frodl: Geschichte Südmährens. Band 3. Die Geschichte der deutschen Südmährer von 1945 bis zur Gegenwart. Südmährischer Landschaftsrat, Geislingen an der Steige 2001, ISBN 3-927498-27-0, S. 372 (Artholz). 
  • Gerald Frodl, Walfried Blaschka: Neubistritz von A bis Z, (2008), Artholz S.35, 36
  • Schulchronik der Gemeinde Artholz 1891/92 - 1937/38, (1992)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. J.Novak, Soupis památek historickych a uměleckych v kralovstvi českem od Praveku do počatku XIX. stoleti. XLV. Politicky okres Jindřichuv-Hradecky, Praha 1901
  2. Felix Ermacora: Der unbewältigte Friede: St. Germain und die Folgen; 1919 -1989 , Amalthea Verlag, Wien, München, 1989, ISBN 3-85002-279-X
  3. Cornelia Znoy: Die Vertreibung der Sudetendeutschen nach Österreich 1945/46, Diplomarbeit zur Erlangung des Magistergrades der Philosophie, Geisteswissenschaftliche Fakultät der Universität Wien, 1995
  4. H.Hadam: Geschichte der Stadt und ehem. Herrschaft Neubistritz , 1981
  5. Historický místopis Moravy a Slezska v letech 1848–1960, sv.9. 1984
  6. http://www.czso.cz/csu/2009edicniplan.nsf/t/010028D080/$File/13810901.pdf

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