Artur Becker (Kommunist)

Artur Becker (* 12. Mai 1905 in Remscheid; † 1938 in Spanien) war ein Funktionär des Kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands (KJVD), Spanienkämpfer und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Artur Becker trat als Jugendlicher 1919 der Freien Sozialistischen Jugend, 1920 dem Kommunistischen Jugendverband (KJVD) und 1922 der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bei.

In der Zeit der Besetzung des Ruhrgebietes war er am aktiven Widerstand beteiligt.

Seit 1926 war er als Politiker tätig, zunächst als Leiter der kommunistischen Jugend am Niederrhein von 1926 bis 1928, ab 1928 als Mitglied des Exekutivkomitees der Kommunistischen Jugendinternationale, vom September 1930 bis 31. März 1933 als (jüngstes) Mitglied des Deutschen Reichstages (für den Wahlkreis Düsseldorf-West) und 1931 bis 1932 als Vorsitzender des Zentralkomitees des KJVDs.

Mit der Verfolgung der politischen Gegner durch die Nationalsozialisten war er 1933 zur Emigration gezwungen und floh nach Moskau.

Später organisierte er den Kampf für die Spanische Republik. Ab August 1937 nahm er an den bewaffneten Kämpfen teil, ab Frühjahr 1938 als Politkommissar des Thälmann-Bataillons der Internationalen Brigaden. Am 1. April 1938 geriet er schwer verwundet in franquistische Gefangenschaft. Gemäß der ab den 1960er Jahren in der DDR gepflegten Legende soll er nach mehrwöchigen Verhören am 16. Mai 1938 in einem Gefängnis von Burgos erschossen worden sein. Jedoch konnten für diese Behauptung keine Beweise präsentiert werden. Die heutige Forschung neigt zu der Annahme, dass Artur Becker aufgrund des erlittenen Bauchschusses kurz nach seiner Gefangennahme verstarb.

Ehrungen

Nach dem Ende des Nationalsozialismus erfuhr Artur Becker in der DDR umfassende Ehrungen. Nach ihm wurden Straßen, Schulen und Industrieanlagen (z.B. das Kraftwerk Trattendorf) benannt. Die Jugendorganisation Freie Deutsche Jugend verlieh seit 1960 die Artur-Becker-Medaille in Gold, Silber und Bronze für hervorragende Leistungen im sozialistischen Jugendverband.

Nach dem Ende der DDR wurden nach Artur Becker benannte Objekte und Straßen weitgehend umbenannt. Die Artur-Becker-Straße in Berlin-Prenzlauer Berg erhielt im November 1995 ihren alten Namen Kniprodestraße zurück. In der sächsischen Stadt Delitzsch (bei Leipzig) besteht noch die Artur-Becker-Mittelschule (Stand: Schuljahr 2004/2005). Auch in Fürstenwalde besteht noch eine Straße, die nach ihm benannt ist.

Ebenso existiert noch das ehemalige GST-Taucherausbildungsschiff „Artur Becker“. 1990 ging die „Artur Becker“ in die Trägerschaft der Hansestadt Greifswald über. 1992 überließ die Stadt das Schiff dem Tauchsportclub Greifswald e.V. zur Nutzung.

Literatur

  • Michael Uhl: Mythos Spanien. Das Erbe der Internationalen Brigaden in der DDR. Bonn 2004.
  • Emil R. Greulich: ... und nicht auf den Knien: Roman vom streitbaren Leben des Artur Becker. Neues Leben, Berlin 1986, ISBN 3-355-00213-5.
  • Emil Kortmann: Artur Becker: Lebensbild eines Helden der deutschen Arbeiterjugendbewegung. Neues Leben, Berlin 1956.
  • Fred Reinke: Artur Becker: Episoden aus seinem Leben, aufgeschrieben für Kinder. Junge Welt, Berlin 1988, ISBN 3-7302-0379-7.
  • Karl Heinz Jahnke: Ermordet und ausgelöscht - Zwölf deutsche Antifaschisten; Ahriman-Verlag (Reihe: Unerwünschte Bücher zum Faschismus Nr. 8): 1995 ISBN 978-3-89484-553-7.[1]
  • Hermann Weber/Andreas Herbst: Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945, Berlin: Karl Dietz Verlag 2004, S. 80-81 ISBN 3-320-02044-7

Film

  • Artur Becker: Lebensbild eines jungen Patrioten, Regie: Rudi Kurz, DDR 1971.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.ahriman.com/buecher/jahnke.htm

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