Artur Grimm

Arthur Grimm (* 21. Mai 1908 in Rehau, † nach 1990) war ein deutscher Fotograf. Er war einer der wichtigsten Bildreporter in der NS-Zeit.

Am 1. Mai 1933 wurde Grimm Mitglied der NSDAP-Ortsgruppe Rehau (Oberfranken). Im August 1934 übersiedelte er nach Berlin. Vor dem Zweiten Weltkrieg machte Grimm Pressefotos von zahlreichen politischen Veranstaltungen der Nationalsozialisten. 1936 war er für die Standfotos und für zahlreiche Werkaufnahmen bei den Dreharbeiten von Leni RiefenstahlsOlympia“-Film zuständig. Unter anderem begleitete er Riefenstahl und ihr Team nach Griechenland. Im gleichen Jahr dokumentierte er als Bildreporter einer französischen Nachrichtenagentur den Spanischen Bürgerkrieg. Im März 1939 fotografierte er die aufgebrachte Menge am Straßenrand beim Einmarsch der Deutschen in Prag. Von Mai 1940 bis 1945 arbeitete er als Sonderführer einer Propagandakompanie für die Illustrierte „Signal“. Dort erschienen Fotoreportagen von ihm über den Krieg in Frankreich, auf dem Balkan und vor allem in der Sowjetunion.

Um 1945 verlegte er sein Atelier nach Wernigerode im Harz. In den unmittelbaren Nachkriegsjahren bildete er dort unter anderem den später bekannt gewordenen Fotografen Horst Lang aus. Zu einem unbekannten Zeitpunkt kehrte er nach West-Berlin zurück und arbeitete bis 1984 erfolgreich als Standfotograf für Film und Fernsehen. 1955 war der ehemalige NS-Propagandafotograf Standfotograf des Spielfilms „Der 20. Juli“ (D 1955). Vor allem das ZDF gehörte zu seinen regelmäßigen Auftraggebern. Sein Atelier befand sich in der Englerallee in Berlin-Dahlem. Die letzten Jahre seines Lebens lebte er in Hamburg.

Bereits 1971 übergab er Teile seines Archivs an das Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz (Berlin). Weiteres Material aus seinem Besitz wurde 1983 durch das „kpa“-Fotoarchiv gekauft, das wiederum 1998 in den Besitz der Bildagentur „Content Mine International AG“ in Köln überging.

Grimms älterer Bruder war der Regisseur Hans Grimm, seine Schwester Betti († 1989) war seit 1938 mit dem Regisseur und Produzenten Kurt Hoffmann verheiratet.

Bildbände

  • Leni Riefenstahl: Schönheit im olympischen Kampf. Berlin 1937 [der Band enthält neben zahlreichen Filmstills auch Fotos von Arthur Grimm, Rolf Lantin und Willy Zielke]

Ausstellungen

  • Regen, Niederbayerisches Landwirtschaftsmuseum: Das Bild vom Waldler im Dritten Reich, Fotografien von Hans Hubmann und Arthur Grimm (2000)

Literatur

  • Christian Binder: Fotografierte Realität? Der bayerische Wald in Fotografien von Hanns Hubmann und Arthur Grimm. Magisterarbeit Univ. Regensburg 1999
  • Christian Binder: Waidlerklischees und nationalsozialistische Propaganda: der Bayerische Wald in Bildern von Hanns Hubmann und Arthur Grimm. In: Lichtung. 13. 2000, S. 10–14

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