Arudsch
Baba Arudsch, Lithographie von C. Motte (1785–1836) nach A. Deveria

Arudsch, türkisch Oruç, genannt Baba Arudsch oder von den Europäern Barbarossa, (* 1473 in Mytilini auf Lesbos; † 1518 bei Tlemcen) war ein bedeutender osmanischer Korsar im westlichen Mittelmeer und Herrscher von Algier.

Der Name Barbarossa, eigentlich Barberousse, leitet sich nicht - wie bei Kaiser Friedrich Barbarossa - von einem rötlichen Bart ab, sondern ist eine französische Verballhornung des türkischen Ehrentitels Baba Oruç, deutsch "Vater Arudsch", den er sich durch die Rettung der, durch die Inquisition verfolgten, spanischen Juden und Muslime und deren anschließender Ansiedlung in Nordafrika und in Küstengebieten um Konstantinopel erwarb.

Arudsch wurde 1473 in Mytilini auf Lesbos, als Sohn eines türkischen Kavallerieoffiziers und seiner griechischen Frau geboren. Nach einigen Kommandos in der osmanischen und ägyptischen Flotte der Mameluken kam er 1504 ins westliche Mittelmeer, wo er als Korsar mit schnellen Fustas (kleinen Galeeren) im Bündnis mit den Hafsiden von Tunis erfolgreich den christlichen Handel angriff (siehe: Barbareskenstaaten).

Der Emir von Algier bat Arudsch 1515 um Hilfe im Kampf gegen die Spanier. Arudsch vertrieb die Spanier aus Algerien, ermordete wenig später den Emir und ernannte sich zum neuen Herrscher von Algerien. Er unterwarf auch die Nachbargebiete, wobei er mit Spanien in den Kampf um Tlemcen geriet, als die dort regierenden Abdalwadiden die spanische Oberhoheit anerkannten. Arudsch fiel 1518 vor Tlemcen gegen die Spanier. Nachfolger in Algier wurde sein Bruder Khair ad-Din Barbarossa.

Arudsch verlor seine rechte Hand im August 1512 in einem Gefecht mit Spaniern um Bougie (Algerien) und trug danach eine silberne Prothese, was ihm zu dem Beinamen Silberarm (türkisch: Gümüş Kol) verhalf.


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