Arusprachen

Die Aru-Sprachen - auch Jaqaru-, Jaqi- oder Aymara-Sprachen (Jaqi, "Mensch", Aru, "Sprache") sind eine Sprachfamilie im Andenraum (westliches Südamerika), die heute nur noch aus zwei oder drei Sprachen besteht (Campbell 1997, Adelaar 2004). Das Aymara gehört mit über zwei Millionen Sprechern zu den meistgesprochenen indigenen Sprachen Amerikas.

Inhaltsverzeichnis

Gliederung

  • Aru (Jaqi, Aymara)
    • Aymara : 2,2 Mio. Sprecher, in Bolivien und Peru am Titicaca-See, Departement Puno, auch in Nord-Chile
    • Jaqaru, in Peru im Departement Lima, Provinz Yauyos, Distrikte Tupe und Catahuasi
      • Jaqaru (Haqaru, Aru) : 700 Sprecher, in Aisa und Colca
      • Kawki (Cauqui) : fast † (6 Sprecher, keine alltägliche Benutzung mehr, Heggarty 2005), in Cachuy, Canchán, Caipán und Chavín

Kawki ist bisher kaum dokumentiert; seine Stellung als Sprache oder Dialekt ist bis heute umstritten[1]. Eine vergleichende Untersuchung von Jaqaru und Kawki ist in Vorbereitung.[2]

Auf Grund des großen gemeinsamen Wortschatzes mit dem Quechua (bzw. der Quechua-Sprachfamilie) wurden die Aru- und Quechua-Sprachen von einigen Forschern in eine gemeinsame Sprachfamilie Quechumaran gestellt. Neuere Untersuchungen weisen jedoch darauf hin, dass das gemeinsame Vokabular auf gegenseitige Entlehnungen auf Grund des langzeitigen arealen Kontakts zurückzuführen ist.

Einzelnachweise

  1. Alain Faibre (2005): Diccionario etnolingüístico y guía bibliográfica: Aymara (Jaqui/Aru)
  2. Paul Heggarty: A Lexical Comparison Between Jaqaru and Kawki – the Two Varieties of Central Aymara. http://www.quechua.org.uk/Jaqmashi/Eng/Linguistics/FEIST.HTM

Literatur

  • Lyle Campbell: American Indian Languages. Oxford University Press 1997.
  • Willem F. H. Adelaar: The Languages of the Andes. Cambridge University Press 2004.

Weblinks


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