Oberfähnrich
OFRzS-Abzeichen
OFR-Abzeichen

Oberfähnrich (OFähnr/OFR) ist ein militärischer Dienstgrad.

Bundeswehr

In der Bundeswehr bezeichnet er einen Offizieranwärterdienstgrad. In der Teilstreitkraft Deutsche Marine heißt dieser Dienstgrad Oberfähnrich zur See. Die Beförderung zum Oberfähnrich erfolgt für die Offizieranwärter des Truppendienstes bei Einstellung mit dem niedrigsten Dienstgrad (Schütze, Flieger, Matrose usw.) im Regelfall nach 30 Monaten Dienstzeit.

Der Oberfähnrich trägt, im Gegensatz zu Fähnrich und Fahnenjunker, die Uniform der Offiziere mit eigenen Dienstgradabzeichen, zählt aber zu den Unteroffizieren mit Portepee.

  • Offizieranwärter des militärfachlichen Dienstes (Offz MilFD) werden in der Regel mit der Übernahme in die Laufbahn der Offiziere des militärfachlichen Dienstes zum Oberfähnrich ernannt, sofern sie zuvor den Dienstgrad Hauptfeldwebel oder mindestens ein Jahr lang den Dienstgrad des Oberfeldwebel getragen haben. Diese Übernahme zieht gewöhnlich eine 2-jährige Ausbildung an einer Fachschule nach sich. Dort erlangen die Offizieranwärter die Qualifikation zum staatlich geprüften Techniker, staatlich geprüften Betriebswirt oder staatlich geprüften Erzieher. Anschließend erfolgen die Offizierausbildung an einer Offizierschule und schließlich die eigentliche Ausbildung für die Fachverwendung, die nochmals bis zu 3 Jahre dauern kann. 36 Monate nach Beförderung oder Ernennung zum Oberfähnrich erfolgt nach bestandener Fachschulausbildung und Offizierschule die Beförderung zum Leutnant/Leutnant zur See. Für Soldaten die sich vorher noch im Status eines Zeitsoldaten befunden haben, gewöhnlich SaZ 15, bedeutet dies gleichzeitig bei gesundheitlicher Eignung die Umwandlung des Dienstverhältnisses eines Soldaten auf Zeit in die eines Berufssoldaten.
  • Angehörige der Reserve durchlaufen diesen Dienstgrad in der Regel nicht, sondern werden nach bestandener Offizierausbildung und Erfüllung der sonstigen Voraussetzungen vom Fähnrich zum Leutnant befördert.
  • Soldaten in diesem Dienstgrad können innerhalb der durch die Vorgesetztenverordnung (VorgV) gesetzten Grenzen Mannschaften und Unteroffizieren ohne Portepee Befehle erteilen. Sie werden nach der Bundesbesoldungsordnung A mit der Besoldungsstufe A8Z (A8 mit Amtszulage) besoldet. Obwohl in derselben Besoldungsstufe, unterscheiden sich Oberfähnrich/Oberfähnrich zur See und Hauptfeldwebel/Hauptbootsmann in Ausbildung, sowie Verantwortungsbereich wesentlich.

Der Dienstgrad Oberfähnrich/Oberfähnrich zur See wurde im Dezember 1920 in der Reichswehr eingeführt. In Heer und Luftwaffe der deutschen Wehrmacht waren Beförderungen in diesen Dienstgrad von 1940 bis 1943 ausgesetzt, in der Kriegsmarine bis 1944. In der Bundeswehr wird er seit 1966 verliehen.

Nationale Volksarmee

Oberfähnrich der NVA

In der NVA der DDR wurde der Dienstgrad Oberfähnrich zusammen mit den Dienstgraden Stabsfähnrich und Stabsoberfähnrich 1979 eingeführt. Davor existierte ab 1974 nur der Fähnrich. Die Bedeutung der Fähnriche in der NVA war jedoch grundlegend anders. Es handelte sich um eine eigenständige Laufbahngruppe, neben Soldaten, Unteroffizieren und Offizieren, angelehnt an die Struktur in der Sowjetarmee. Die Fähnriche trugen die Uniform und Ausrüstung der Offiziere mit eigenen Dienstgradabzeichen, aber ohne den Paradesäbel, den Dolch des Gesellschaftsanzugs oder der Feldbinde. Es bestand die Möglichkeit, wie auch bei den Unteroffizier- und Offizierschülern, sofort als Fähnrichschüler in die NVA eingestellt zu werden. Daraus resultierte normalerweise eine 15-jährige Verpflichtungszeit als Berufssoldat. Die Qualifikationsstufe war der sogenannte Fachschulingenieur, diesen kann man mit den heutigen staatlich geprüften Technikern vergleichen. Das entsprechende Pendant in der heutigen Bundeswehr sind die Offiziere des militärfachlichen Dienstes, diese gehören jedoch der Gruppe der Offiziere an und bilden somit keine eigene Dienstgradgruppe, aber eine eigene Laufbahngruppe.


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