As-Salih Ayyub

Al-Malik as-Salih Nadschm ad-Din Ayyub (arabischأبو الفتح الملك الصالح نجم الدين أيوب بن ناصر الدين محمد‎, DMG Abū l-Fatiḥ al-Malik aṣ-Ṣāliḥ Naǧm ad-Dīn Aiyūb b. Nāṣir ad-Dīn Muḥammad; † 22./23. November 1249) war der sechste Sultan der Ayyubiden in Ägypten (von 1240–1249).

As-Salih Ayyub war der älteste Sohn Sultan al-Kamils und einer sudanesischen Sklavin. Der Tod seines Vaters im März 1238 entfesselte einen Bürgerkrieg unter den Ayyubiden. As-Salih Ayyub befand sich im Norden, marschierte jedoch unverzüglich gegen Damaskus, wo einer von al-Kamils Neffen namens al-Dschauad die Macht ergriffen hatte. Mit Hilfe choresmischer Freischärler setzte er seinen Vetter ab. Sein jüngerer Bruder al-Adil II. war inzwischen als Sultan in Ägypten eingesetzt worden. As-Salih beanspruchte die reichste Provinz seines Vaters für sich, aber als er aufbrach, um in Ägypten einzufallen, wurde er von einem Staatsstreich in Damaskus zugunsten seines Onkels as-Salih Ismail entthront. Auf der Flucht nach Süden nahm ihn an-Nasir Dawud, Emir von Kerak, gefangen. As-Salih gelang es, ein Bündnis mit an-Nasir zu schließen, der ihm nun Truppen für den Einfall in Ägypten lieh. Dort hatte er sogleich Erfolg: Al-Adils Minister hatten ihn im Juni 1240 gestürzt und ermordet und begrüßten nun as-Salih, als neuen Sultan von Ägypten. An-Nasir Dawud wurde mit dem Posten des Militärgouverneurs von Palästina belohnt.

Ismail blieb Sultan von Damaskus und während des nächsten Jahrzehnts wurde die ayyubidische Welt von der Rivalität zwischen Onkel und Neffe zerrissen. Zunächst musste er sich mit dem Königreich Jerusalem beschäftigen. Dort war 1239 ein Kreuzfahrerheer unter Theobald IV. von Champagne eingetroffen, das die ägyptische Grenze bedrohte und dort bereits im November 1240 bei Gaza ein kleineres Gefecht mit den ägyptischen Truppen al-Adils II. geführt hatte. Inzwischen hatten sich die Kreuzfahrer mit Ismail gegen as-Salih verbündet, der ihnen dafür Galiläa abgetrat. Im Ende 1240/1241 nutzte as-Salih die Gelegenheit ein Neutralitätsabkommen mit den Kreuzfahrern zu schließen, wofür er die Gebiete nördlich von Gaza und westlich des Jordans an diese abtrat.

As-Salih warb im Kampf gegen seinen Onkel herrenlose choresmische Freischärler in Nordsyrien an, die die dortige Gegend verwüsteten. Diese zogen 1244 nach Palästina, wo sie Tiberias plünderten. Anschließend eroberten und plünderten sie Jerusalem, das as-Salih den Kreuzfahrern damit endgültig entriss. Die Kreuzfahrer verbündeten sich daraufhin mit Ismail und anderen syrischen Ayyubiden. Ihr Allianzheer wurde aber in der Schlacht von La Forbie vernichtend geschlagen, woraufhin as-Salih mit der Eroberung von Damaskus 1245 das Ayyubidenreich wieder größtenteils vereinigen konnte.

Um die unruhigen Söldnertruppen der Choresmier unter Kontrolle halten zu können, setzte unter as-Salih ein verstärkter Aufbau türkischer Sklaventruppen (sog. Mamluken) ein. In der Folgezeit konnte er nicht nur die Choresmier besiegen (1246), sondern auch Tiberias und Askalon von den Kreuzfahrern erobern (1247). Allerdings führten die Erfolge der Ayyubiden in Palästina zum Sechsten Kreuzzug (1248–1254), der im Juni 1249 zu einem Angriff in Ägypten landete. Allerdings starb as-Salih schon in der Nacht vom 22. auf den 23. November 1249 nach einer schweren Erkrankung. Seine Lieblingsfrau Schadschar ad-Dur konnte die Thronfolge seines Sohnes Turan Schah (1249–1250) durchsetzen, der bisher in Mesopotamien regiert hatte.

Literatur

  • Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH, 1995. S. 226
  • Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band, Verlag H.C. Beck, München 1978. S. 990,992

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