Asch (Oberbayern)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Fuchstal
Fuchstal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Fuchstal hervorgehoben
47.93333333333310.816666666667659Koordinaten: 47° 56′ N, 10° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Landsberg am Lech
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Fuchstal
Höhe: 659 m ü. NN
Fläche: 39,73 km²
Einwohner: 3443 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86925
Vorwahl: 08243
Kfz-Kennzeichen: LL
Gemeindeschlüssel: 09 1 81 121
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 1
-Leeder
86925 Fuchstal
Webpräsenz:
Bürgermeister: Erwin Karg (Fr. Wählergem. Asch/Leeder)

Fuchstal ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech, ca. 60 Kilometer südwestlich von München und bildet mit der Gemeinde Unterdießen die Verwaltungsgemeinschaft Fuchstal.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Das eigentliche Fuchstal zieht sich als Tal des Wiesbachs von Erpfting über Ellighofen, Unterdießen, Asch, Seestall, Leeder bis hin nach Denklingen.

Als Ursprung des Namens Fuchstal gilt die Talform, die an einen Fuchs erinnert. Eine andere Version besagt, der Name leitet sich ab von der braunroten Farbe der Wiesen im Sommer, die an die Farbe eines Fuchses erinnert.

Geografische Lage

Leeder: Historische Taverne Luitpold

Markt Leeder und Asch liegen etwa 2 km westlich des Lechs auf einer breiten Schotterterasse, die im Osten von einem Altmoränenzug begrenzt wird. Seestall liegt direkt am Lech, der obere Dorfteil liegt etwas erhöht auf einer Schotterterrasse. Durch das Gemeindegebiet zwischen Seestall und Leeder verläuft die Bundesstraße 17, die hier zur Romantischen Straße gehört. In römischer Zeit lief die Via Claudia Augusta durch das Gemeindegebiet, die heute als Fahrradweg ausgebaut und beschildert ist.

Ortsteile

Zur Gemeinde Fuchstal gehören die Dörfer Asch, Markt Leeder und Seestall, außerdem die Weiler Engratshofen, Lechsberg, Lechmühlen, Welden und sowie die Einöden Aschtal, Schäfmoos und Wildbad.

Fuchstal: Ortsansicht des Ortsteils Leeder


Lechsberg

Der Weiler Lechsberg ist seit 1255 bekannt, ein Burgstall dort ist heute kaum mehr erkennbar und mit Gras überwuchert. Die Dreifaltigkeitskapelle des Weilers stammt aus dem Jahr 1669, sie wurde 1829 erneuert und 1896, 1970 und 2001 renoviert. Die Kapelle ist nach wie vor im Gemeinschaftsbesitz der drei am Lechsberg ansässigen Bauernfamilien.

Geschichte

Hügelgräber im Wald bei Maria Stock
Jugendstilhaus in Leeder

Die Besiedelung der Gegend ist bis in die La-Tène-Zeit nachweisbar - in Asch und Leeder finden sich Hügelgräber und mehrere keltische Viereckschanzen.

Geschichte des Ortsteils Markt Leeder

Ältester Ortsteil der Gemeinde ist Markt Leeder, das von Franken vermutlich im 8. Jahrhundert als Wehrdorf zum Schutz des schwäbischen Hinterlandes vor bayrischen Angriffen gegründet wurde. Man nimmt an, dass sich der Ortsname aus dem flämischen „Lethe“ – „Lede“, d. h. künstlicher Wasserlauf ableitet. Besiedelt war Markt Leeder zunächst von Flamen, die den Schmiedbach durch den Ort leiteten.

Der Lech bei Seestall

1401 kaufte Friedrich von Freyburg Leeder, dessen Nachkommen bis 1497 Ortsherren waren und das Dorf an den Augsburger Händler und Bürgermeister Sigmund Gossenbrod veräußerten. Nach dessen Tod im Jahr 1508 ging Leeder in den Besitz seines Schwiegersohnes Ulrich Rehlinger über, der ebenfalls Bürgermeister in Augsburg war. Rehlinger führte 1527 in Leeder den evangelischen Glauben ein. 1595 kaufte Jakob Fugger den Ort für 62.000 Gulden, setzte wieder einen katholischen Pfarrer ein und ließ die Kirche von Neuem weihen.

Ab 1661 gehörte Leeder als Pflegamt zum Hochstift Augsburg und stand unter der Vogtei welfischer Untervögte. Zu dieser Zeit dürfte oberhalb der heutigen Kirche eine Burg entstanden sein. 1905 wurden zwischen dem neuen Friedhof und der „Almhütte“ am ehemaligen Sportplatz Mauerreste aus mörtelverbundenen Feldsteinen gefunden, die der damaligen Burgbefestigung zugeordnet werden. Vermutlich wurde Leeder in dieser Zeit das 1792 erstmals im Lexikon von Schwaben erwähnte und 1807 urkundlich verbriefte Marktrecht zugesprochen, das der Gemeinde jährlich zwei Krämer- und Viehmärkte erlaubte. Die Krämermärkte werden noch heute jeweils Sonntags im Mai und im Herbst entlang der Hauptstraße des Ortes abgehalten.

Geschichte des Ortsteils Asch

Der Ortsteil Asch war Besitz des Klosters St. Stephan in Augsburg, das Landeshoheit und niedere Gerichtsbarkeit ausübte - beide Orte gehörten also zu Schwaben.

Geschichte des Ortsteils Seestall

Der Flößerort Seestall war als Teil des Lechrain seit jeher bayrisches Gebiet.

Im Zweiten Weltkrieg bestand von Herbst 1944 bis März 1945 im Ort ein Außenlager des KZ Kaufering, im welchem mehrere hundert jüdische Häftlinge Zwangsarbeit verrichten mussten.[1] 1950 ließ die Bayerische Staatsregierung einen Gedenkstein am Lechufer, östlich von Seestall, errichten, welcher an die mindestens 22 der bis 1945 verstorbenen Häftlinge aus dem Konzentrationslager erinnert, die hier begraben wurden. Ein Wegweiser an der B 17 weist auf die KZ-Gedenkstätte hin.

Neuere Geschichte der Gemeinde

Seit dem Reichsdeputationshauptschluss und der Säkularisation von 1803 gehört das gesamte Gebiet der jetzigen Gemeinde Fuchstal zu Bayern, bis zur Gebietsreform gehörten Asch und Leeder zum bayerischen Regierungsbezirk Schwaben.

Die heutige Gemeinde Fuchstal entstand 1972 im Rahmen der Gebietsreform aus dem Zusammenschluss der Gemeinden Asch, Markt Leeder und Seestall. 1978 schlossen sich die Gemeinden Fuchstal und Unterdiessen zur Verwaltungsgemeinschaft Fuchstal zusammen.

Wappen

Das Wappen von Fuchstal wurde der Gemeinde 1972 verliehen und löste die aus den 50er Jahren stammenden Wappen von Asch und Leeder ab. Es zeigt einen silbernen Schildfuß mit einem gespaltenen roten Ruder, vorne in Blau ein silberner Wellenschrägbalken, hinten in Gold ein grünes Eschenblatt.

Das Ruder verweist auf den ehemaligen Flößerort Seestall, der Schrägbalken symbolisiert den durch Leeder laufenden Schmiedbach, das Eschenblatt verweist auf den Gemeindeteil Asch.

Politik

Der „Herrschaftliche Stadel“ an der Hauptstraße in Leeder
Leeder: Pfarrkirche Mariae Verkündigung

Bürgermeister ist Erwin Karg (Freie Wählergemeinschaft Leeder und Freie Wählergemeinschaft Asch), sein Stellvertreter ist Norbert Kees (Freie Wählergemeinschaft Leeder). Der Gemeinderat besteht aus 16 Mitgliedern.

Die Sitzeverteilung im Gemeinderat.
Jahr FWGL FWGA FWGS ELfF gesamt Wahlbeteiligung in %
2008 7 3 3 3 16 65,5
2002 7 4 3 2 16 70,1

ELfF = Eine Liste für Fuchstal
FWGA = Freie Wählergemeinschaft Asch
FWGL = Freie Wählergemeinschaft Leeder
FWGS = Freie Wählergemeinschaft Seestall


Kultur und Sehenswürdigkeiten

In Leeder sind nur wenige alte Bauwerke erhalten - das Schloß, das etwas außerhalb des Dorfes am heutigen Dreiweiherweg gelegene Lustschlösschen Martinsbrunn und weitere herrschaftliche Gebäude verfielen nach der Säkularisation und wurden später „auf Abbruch“ versteigert. Erhalten geblieben sind die bereits im 16. Jahrhundert erwähnte Taverne (Heute: Gasthaus Luitpold) und der herrschaftliche Stadel mit teilweise erhaltener Einfriedungsmauer gegenüber, in dem heute Geschäftsräume sind.

Literatur

  • Geographisches statistisch-topographisches Lexikon von Schwaben, von Philipp Ludwig Hermann Röder, Ulm 1791/92

Einzelnachweise

  1. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 139

Weblinks


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