Aschaffenburg-Strietwald

Aschaffenburg-Strietwald oder auch Strietwaldsiedlung genannt, ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Aschaffenburg mit 3.020 Einwohnern (2007) und gehört zum Regierungsbezirk Unterfranken im Freistaat Bayern der Bundesrepublik Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Der Stadtteil liegt im Nordwesten Aschaffenburgs, nördlich der Aschaff und der Bahnlinie Aschaffenburg - Hanau - Frankfurt am Main und grenzt an den Stadtteil Damm. Im Westen durch Mainaschaff im Landkreis Aschaffenburg begrenzt. Im Norden durchschneidet die Autobahn A 3 den Stadtteil und trennt ihn vom Namen gebenden Waldgebiet Strietwald.

Geschichte

Dem Aschaffenburger Apotheker und Hobbyarchäologen, sowie Mitglied des Stadtmagistrats Broili gelangen 1881 und 1885 bei Ausgrabungen an zwei Hügelgräbern im Aschaffenburger Strietwald in der Waldabteilung Molkenborn die Entdeckung mehrerer Funde aus schnurkeramischer und hallstattzeitlicher Epoche. Die Funde, unter anderem eine facettierte, geschliffene Streitaxt, ein Beil und ein kleiner Fischgrätbecher lassen auf frühlatènezeitliche Bestattungen, verbunden mit frühester Besiedelung schließen.[1]

Durch den dann 1933 erfolgten Bau der Strietwald-Siedlung könnte ein Verlust an vorgeschichtlichen Funden entstanden sein, doch offiziell wurden keine solchen erwähnt. 40 Siedler trafen sich zuvor im Leohaus in Damm und informierten sich über die Planungen und den Bau der Strietwaldsiedlung. Die anfänglich 90 Siedlungshäuser trugen zunächst den Namen des Gauleiters von Mainfranken und der neu entstandene Stadtteil wurde Dr. Otto Hellmuth-Siedlung genannt.

Gebäude und Einrichtungen

Die mit der Errichtung der Justizvollzugsanstalt in den Jahren 1968 bis 1970 am nordwestlichen Rand des Stadtteils aufgekommenen Bedenken der Bevölkerung sind mittlerweile ausgeräumt. Seit 1991 ist eine Freigängerabteilung für Jugendliche angegliedert, die Kapazität beträgt insgesamt 145 Plätze für Männer und zwölf Plätze für Frauen.[2]

In der Strietwaldsiedlung existieren eine Grundschule, sowie ein Kindergarten. Der Pfarrer von Damm Heckelmann und später Pfarrer Eduard Keller verhandelte bereits 1933 bei der Planung mit der Stadt Aschaffenburg wegen der Reservierung eines Bauplatzes für eine Kirche, der jedoch von der Stadtverwaltung unter dem nationalsozialistischen Oberbürgermeister Wilhelm Wohlgemuth stets abschlägig beantwortet wurde. Dagegen wurde dann 1935 zunächst eine Schwesternstation mit Kindergarten errichtet. Erst als eine Bürgerin am 20. Dezember 1935 (Elise Maier, geb. Seufert) der Kirchenstiftung ihren Acker schenkte, begann der Bau der heutigen St.Konrad-Kirche, der jedoch während des 2. Weltkrieges unterbrochen und erst 1953 fertiggestellt wurde.[3]

Sehenswertes

  • Die Madonnen- und die Josefsplastik über den Seitenaltären der Kirche stammen von dem Künstler Alois Bergmann-Franken aus dem nahe gelegenen Glattbach.
  • Der Kreuzweg aus Terrakotta wurde von Prof. Weckbacher aus München gestaltet.

Vereine und Veranstaltungen

Die Siedlungsgemeinschaft spielte im Stadtteil stets eine große Rolle, was sich auch in der Gründung mehrerer Vereine und über die Grenzen des Ortes bekannte Veranstaltungen und Feste ausdrückt:

  • Gesellschaftsclub Concordia Strietwald e.V.
  • Sportgemeinde Strietwald, auch SG Strietwald, mit großem Breitensportangebot
  • Schützengesellschaft Strietwald 1953 e.V.

Alljährlich wird am ersten Septemberwochenende im Stadtteil Strietwald die sogenannte Gickelskerb gefeiert mit mehrtägigen Veranstaltungen, Festzelt und anderen Attraktionen.

Literatur

  • Hermann Günter Rau: Das urnenfelderzeitliche Gräberfeld von Aschaffenburg-Strietwald., Materialhefte zur bayerischen Vorgeschichte Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege. Abteilung für Vor- und Frühgeschichte, Heft 26, 1972, ISBN 3-7847-5026-5

Einzelnachweise

  1. Über die Ausgrabungen und Funde im Strietwald PDF Datei
  2. http://www.justizvollzug-bayern.de/JV/Anstalten/JVA_Aschaffenburg/ki/jva_ab
  3. http://www.stkonrad-aschaffenburg.de/chronik.htm

Weblinks

49.98949.11397Koordinaten: 49° 59′ N, 9° 7′ O


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