Aschbach (Lebach)


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lebach
Lebach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lebach hervorgehoben
49.416.91Höhenangabe falsch oder mehr als zwei NachkommastellenKoordinaten: 49° 25′ N, 6° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Saarland
Landkreis: Saarlouis
Höhe: 200–450 m ü. NN
Fläche: 64,15 km²
Einwohner: 20.149 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 314 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 66811–66822
Vorwahl: 06881
Kfz-Kennzeichen: SLS
Gemeindeschlüssel: 10 0 44 112
Webpräsenz:
Bürgermeister: Arno Schmidt (CDU)
Lage der Stadt Lebach im Landkreis Saarlouis
Karte
Ausblick vom Hoxberg über Lebach

Lebach ist eine Stadt im Landkreis Saarlouis, Bundesland Saarland.

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Lebach liegt mitten im Saarland im flachwelligen Saar-Nahe-Bergland, auf 6° 55′ 0″ Länge und 49° 23′ 60″ Breite. Der geografische Mittelpunkt des Saarlandes wurde im Ortsteil Falscheid festgestellt.

Einwohner

(jeweils zum 31. Dezember)

  • 1998 – 21.679
  • 1999 – 21.683
  • 2000 – 21.060
  • 2001 – 21.474
  • 2002 – 21.540
  • 2003 – 21.561
  • 2004 – 21.254
  • 2006 – 20.388

Nachbargemeinden

im Uhrzeigersinn beginnend im Norden Tholey, Eppelborn, Heusweiler, Saarwellingen, Nalbach, Schmelz.

Berge

Gewässer

Die Theel entspringt einem Quellgebiet auf der Gemarkung Theley am Nordhang des Schaumberges und durchfließt die Ortschaften Bergweiler und Sotzweiler der Gemeinde Tholey sowie in der Stadt Lebach durch die Stadtteile Thalexweiler, Aschbach und Lebach, wo sie mehrere Zuflüsse hat, bis sie bei Nalbach-Körprich in die Prims mündet.

Die Mertenfloß entspringt in der Nähe des Weierbergs. Nach mehreren hundert Metern mündet sie bei der Tholeyer Straße in die Theel.

Der Mandelbach entspringt in Landsweiler, fließt entlang der Saarbrücker Straße und mündet in die Theel.

Geschichte

Siedlungsspuren lassen sich bereits aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. nachweisen. Zu dieser Zeit siedelten sich die Römer in den Talauen und Mischwäldern in der Region um Lebach an. Zwei römische Villen, zwei dazugehörige Friedhöfe, sowie ein Opferteich, zeugen heute noch von einer römischen Siedlung. Ab dem 4. Jahrhundert siedelten sich in Lebach die Germanen an.

Wallfahrtsregister des Erzbischofs Theoderich von Trier, 1222

Die erste urkundliche Erwähnung Lebachs (als Leibach) findet sich in einer Aufzählung von Pfarreien im Wallfahrtsregister des Klosters Mettlach aus dem Jahre 950.

Im Laufe des Mittelalters gelangte Lebach unter die Herrschaft der Trierer Erzbischöfe, die im Spätmittelalter die Herren von Hagen mit dem Ort belehnten. Nach einer Urkunde vom 8. September 1614 bildete Lebach zusammen mit Landsweiler und Niedersaubach eine sogenannte Vierherrschaft: Je zwei Siebtel der Anteile an Marktrecht und Gerichtsbarkeit hielten Kurtrier, die Herren von Hagen zu Motten und das Herzogtum Lothringen; ein Siebtel gehörte der Äbtissin von Fraulautern. 1787 übernahm das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken die lothringischen Anteile an der Herrschaft Lebach.

Aufgrund reichhaltiger Eisenerzvorkommen in Form von Lebacher Eiern erlebte Lebach im 17. und 18. Jahrhundert einen wirtschaftlichen Aufschwung. Aufgrund der geographischen Lage entwickelte sich Lebach zunehmend zum Verkehrsknotenpunkt.

Die französische Besetzung aller linksrheinischen Gebiete nach Beginn der Französischen Revolution beendete 1794 auch die Vierherrschaft. 1798 wurde Lebach dem Saar-Département zugeschlagen und dort zum Kantonsort erhoben, dem die Bürgermeistereien Hüttersdorf, Lebach, Nalbach, Saarwellingen, Schwalbach, Sellerbach (heute Riegelsberg), Heusweiler, Quierschied und Dirmingen zugeteilt waren.

Nach dem Pariser Frieden von 1814 fiel der größere Teil des Kantons Lebach an Preußen; der Ort Lebach gehörte zunächst zum Landkreis Ottweiler, ab Juli 1816 zum Landkreis Saarlouis der preußischen Provinz Großherzogtum Niederrhein, die 1822 in der Rheinprovinz aufging.

Während des Zweiten Weltkriegs war Lebach ein wichtiger Etappenort vor den Frontlinien. Viele Flüchtlinge aus dem Saartal kamen während des Krieges nach Lebach. Außerdem war Lebach ein wichtiger Durchgangspunkt für Truppen, die am Westwall oder im vordersten Frontbereich Stellung bezogen. So griffen taktische Bomber am 9. Januar 1944 Lebach als wichtigen Verkehrsknotenpunkt und Nachschubplatz an, verfehlten jedoch ihre Ziele – die Hauptstraßen und Bahnanlagen – wegen einer geschlossenen Wolkendecke.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Lebach unter französischer Besatzung. Als die alliierten Invasionstruppen die deutschen Grenzen erreichten und die US-Truppen um saarländische Brücken kämpften, wurden die Lebacher Bürger aufgefordert, die Stadt zu verlassen und in sicherere Orte abseits der Kämpfe auszuweichen. Letztlich blieben von 2.900 Einwohnern noch 600 in der Stadt. Im Herbst 1944 wurden immer mehr verwundete Soldaten zur Behandlung in die Lebacher Kaserne gebracht. Im Dezember 1944 folgten schwere Bombardierungen der Stadt durch die Alliierten. Am 18. März 1945 rückten dann die Amerikaner in Lebach ein. Am 10. Juli 1945 wurden die US-Besatzungstruppen von französischen Soldaten abgelöst.

In der Nachkriegszeit entstanden in Lebach neue Bildungstätten, wie ein Gymnasium und ein Lehrerseminar. Später folgten das zentrale Flüchtlingslager und die Kaserne des Fallschirmjägerbataillons. Bundesweite Aufmerksamkeit erlangte der Ort im Jahre 1969 durch den sogenannten Soldatenmord von Lebach.

Am 1. Juni 1977 erhielt die Gemeinde Lebach die Stadtrechte.

Eingemeindungen

Im Jahr 1974 wurden folgende Orte eingemeindet: Aschbach, Dörsdorf, Eidenborn, Falscheid, Gresaubach, Knorscheid, Landsweiler, Niedersaubach, Steinbach, Thalexweiler.

Ortsname

Der Name Lebach geht möglicherweise auf einen häufigen (gallo-)römischen Namenstypus für Gutshöfe zurück. Die Endung -ach in Siedlungsnamen geht oft auf das im gallorömischen Siedlungsbereich übliche besitzeranzeigende Suffix -(i)acum/-(i)acus (ergänze: fundus oder praedium, d. h. Landgut) zurück, was einen frühen Namen ähnlich Leviacum (vgl. Léojac in Frankreich) nahelegt. Hans Bahlow (Deutschlands geographische Namenwelt) geht dagegen von einem Gewässernamen aus und erwähnt ähnlich Laubach (bei Wittlich) und Leberbach (bei Heppenheim) sowie einen Fluss Leber in den Vogesen.

Politik

Wappen

Das Wappen der Stadt Lebach besteht aus vier Feldern, denn bis zur französischen Revolution war Lebach eine sogenannte Vierherrschaft und auch das Wappen wurde in vier Felder aufgeteilt, und zwar wie folgt:

  1. Roter Zickzackbalken in Gold, überragt von durchgehendem, vierlätzigem, blauen Turnierkragen – Ein Anteil (2/7) war lange Zeit im Besitz der Herren von Siersburg, fiel 1548 durch Erbschaft an die Familie Braubach, kam 1613 an das Herzogtum Lothringen und mit diesem 1768 an Frankreich, bis es endlich 1786 tauschweise an das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken abgetreten wurde. Da die erstgenannte Familie am längsten im Besitz dieses Anteils war, wurde ihr Wappen im ersten Feld dargestellt.
  2. Wachsender roter Krummstab in Silber – Das Kloster Fraulautern besaß bis zur französischen Revolution 1/7 der Herrschaft. Da es kein eigenes Wappen führte, wurde in das zweite Feld ein Krummstab aufgenommen.
  3. Rotes Balkenkreuz in Silber – Weitere 2/7 besaß das Erzstift Trier.
  4. Roter Balken in Gold, begleitet oben von neun und unten von sechs roten Schindeln – Die restlichen 2/7 gehörten den Freiherren von Hagen zu Motten, deren Wappen in das vierte Feld aufgenommen wurde.

Bürgermeister

  • 1978–2006: Nikolaus Jung, CDU
  • seit Oktober 2006: Arno Schmidt, CDU

Am 22. Januar 2006 setzte sich Arno Schmidt (CDU) in der Bürgermeisterwahl gegen Jürgen Barke (SPD) mit ca. 55 % der Stimmen durch. Er ist seit Oktober 2006 Nachfolger von Nikolaus Jung.

Stadtrat

Nach der Kommunalwahl vom 13. Juni 2004:

  • CDU 52,5% (+0,3) - 22 Sitze (=)
  • SPD 30,5% (-7,3) - 12 Sitze (-3)
  • FDP 12,8% (+6,3) - 5 Sitze (+3)
  • Andere 4,2% (+0,7% ) - 0 Sitze (=)

Parteien

  • CDU-Stadtverband Lebach, ihm gehören zehn Ortsverbände im Stadtgebiet Lebach an
  • JU-Stadtberband Lebach, ihm gehören vier Ortsverbände an
  • Frauen Union - Stadtverband Lebach. Vorsitzende: Helga Schmidt (Bürgermeistergattin)
  • SPD-Stadtverband Lebach, ihm gehören acht Ortsverbände an
  • FDP-Stadtverband Lebach, ihm gehören vier Ortsverbände an

Städtepartnerschaft

Seit dem 20. Mai 1979 besteht eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Bitche im Département Moselle.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

  • Straßenverkehr

Lebach ist über die Bundesstraßen 10 (nach Augsburg), 268 und 269 an das überregionale Straßennetz angeschlossen. Die nächsten Autobahnanschlüsse sind für die A 8 Heusweiler (7 km) und Nalbach (10 km) sowie für die A 1 Eppelborn (5 km) und Tholey (8 km).

  • Öffentlicher Personennahverkehr

Lebach stellt einen bedeutenden Knotenpunkt im regionalen Busnetz der RSW GmbH dar. Vier große Regionalbuslinien verkehren im Stundentakt in alle 4 Himmelsrichtungen mit Anschluss an die in den größeren Bahnhöfen in Dillingen/Saar, Saarlouis, St. Wendel, Völklingen und Saarbrücken verkehrenden Zügen der DB und sind so miteinander verzahnt, dass man nahtlos von der einen in die andere Linie umsteigen kann. Hauptlinien sind nach Norden die Linie R3 Lebach − Wadern (morgens und nachmittags halbstündlich, sonst stündlich); nach Osten die Linie R4 Lebach − St. Wendel über Tholey (stündlich); nach Westen die Linie R5 Lebach − Saarlouis über Dillingen/Saar (morgens halbstündlich, sonst stündlich) und nach Süden die Linie R9 Lebach − Saarbrücken über Heusweiler und Riegelsberg (morgens und nachmittags halbstündlich, sonst stündlich, morgens an Schultagen sogar noch zwei Schnellverkehre nonstop). Diese Linien verkehren von morgens früh bis spät in die Nacht und ermöglichen an den Wochenenden einige Freizeitunternehmungen. An den Wochenenden und an Feiertagen verkehren die Linien alle 2 Stunden. Darüber hinaus verkehren noch 6 andere Linien, die Lebach mit dem übrigen Umland verbinden und auch als Zubringer für die 4 großen R-Linien fungieren. Auch der an Markttagen und am Mariä-Geburtsmarkt verkehrende "Marktbus", quasi ein Verstärkerbus zum planmäßigen Dienst, gehört hier dazu.

Mit der Linie R4 besteht in St. Wendel zudem noch Anschluss zum Flughafen Frankfurt am Main, der mittels Regionalexpress von Saarbrücken aus angefahren wird und u. a. in St. Wendel einen planmäßigen Halt hat.

Weiterhin verkehrt stündlich von früh bis spät (morgens halbstündlich) eine Regionalbahn nach Saarbrücken über Eppelborn und Illingen (Saar) (dort nahtloser Umstieg auf Regionalbahn Richtung Neunkirchen (Saar) und Homburg (Saar) mit weiteren Anschlussmöglichkeiten) und Quierschied. Im Zusammenspiel mit der Linie R9 besteht so für die Relation Lebach − Saarbrücken ein durchgehender Halbstundentakt, der in der Hauptverkehrszeit auf 15 Minuten verdichtet ist.

Der Flughafen Saarbrücken ist einfach erreichbar: Entweder mit der Regionalbahn oder mit der Linie R9 bis Saarbrücken Hauptbahnhof fahren und dort in die Regionalbuslinie R10 Richtung Blieskastel umsteigen, die am Flughafen planmäßig hält.

Durch die geographische Lage Lebachs und das umfangreiche Fahrtenangebot sind alle größeren saarländischen Städte in längstens 45 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Aufgrund der Integration in den Verkehrsverbund SaarVV ist für alle Fahrten nur noch ein Fahrschein nötig, der zur Benutzung aller Verkehrsmittel, egal ob Regionalbus, Stadtbus, Zug oder Saarbahn berechtigt.

Stand des Fahrplans: 9. Dezember 2007[1]

Die Saarbahn, die bisher von Saarbrücken nach Riegelsberg-Süd verkehrt, soll nach einer Pressemitteilung der Saarbahn vom 20. Juni 2008 bis 2011 bis Heusweiler/Markt verlängert werden. In der gleichen Pressemeldung wird nun die Fertigstellung bis Lebach−Jabach für das Jahr 2013 angegeben[2]

Behörden

In Lebach befinden sich das Landesamt für Ausländer- und Flüchtlingsangelegenheiten (im Volksmund "Landeswohnsiedlung"/"Lager" genannt) sowie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Außerdem beherbergt Lebach als „grüner Mittelpunkt“ die Landwirtschaftskammer des Saarlandes.

Gerichte

Lebach verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichts- und OLG-Bezirk Saarbrücken gehört.

Militär

Lebach ist Standort des Fallschirmjägerbataillons 261 der Luftlandebrigade 26. 1961 wurde die Graf-Haeseler-Kaserne erbaut; die Garnison umfasst heute ca. 1.200 Soldaten.

Krankenversorgung

  • ctt-Krankenhaus der Regelversorgung, 202 Betten mit den Abteilungen Unfallchirurgie, Allgemeinchirurgie, Plastische Chirurgie, Innere Medizin (Hämatologie, Onkologie), Intensivmedizin, Anästhesiologie, Radiologie mit Computertomographie

Bildungseinrichtungen

  • Johannes-Kepler-Gymnasium Lebach, Schule des Landkreises Saarlouis
  • Geschwister-Scholl-Gymnasium Lebach, Schule des Landkreises Saarlouis
  • Nikolaus-Groß-Schule (Grund- und Erweiterte Realschule), Schule des Bistum Trier
  • Grundschule St.Michael, Schule der Stadt Lebach
  • Grundschule Steinbach mit Dependance in Thalexweiler, Schule der Stadt Lebach
  • Grundschule Landsweiler, Schule der Stadt Lebach
  • Theeltal Schule, Erweiterte Realschule der Stadt Lebach
  • Ruth-Schaumann-Schule, Staatliche Schule für Gehörlose und Schwerhörige Lebach
  • Louis-Braille-Schule, Staatliche Schule für Blinde und Sehbehinderte Lebach
  • Erich-Kästner-Schule, Kreissonderschule für Lernbehinderte
  • Berufsbildungzentrum Lebach, Schule des Landkreises Saarlouis
  • acht Kindergärten, davon drei in Lebach selbst und fünf in den Stadtteilen.
  • Volkshochschule Lebach
  • Katholische Erwachsenenbildung Lebach e. V.

Märkte

Wochenmarkt

Jeden Donnerstag findet in Lebach der größte Wochenmarkt in Südwestdeutschland statt. Dieser Markt hat schon eine jahrhundertelange Tradition. Lebach konnte Marktzentrum werden, weil es durch seine verkehrsgünstige Lage ein Knotenpunkt verschiedener wichtiger Straßen ist. Zuerst wurden Postkutschenlinien nach Lebach eingerichtet, später Eisenbahnlinien gebaut.

Mariä-Geburtsmarkt

Anlässlich der Festwoche in Lebach, der „Grünen Woche“, findet der Mariä Geburtsmarkt – ein Markt mit fast 500 Ständen – statt, zu dem tausende Besucher nach Lebach kommen.

Der Märiä-Geburtsmarkt findet am Dienstag nach dem zweiten Sonntag im September statt.

Schon vor 1.000 Jahren gab es in Lebach eine Kirche auf dem Platz der heutigen katholischen Pfarrkirche, die der Gottesmutter Maria geweiht war. Man feierte das Patronatfest mit einem großen Vieh- und Krammarkt. Die erste bekannte Urkunde, die den Jahrmarkt bezeugt, stammt aus dem Jahre 1614.

Andere Märkte

Vor großen kirchlichen Festtagen findet außerdem in Lebach ein Weihnachtsmarkt und ein Ostermarkt statt. Außerdem gibt es in der dritten Oktoberwoche einen Herbst- und Bauernmarkt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kultur

Karneval

Der Lebacher Karneval (im Volksmund auch Faasend genannt) wird jährlich vom Carneval Verein Lebach (CVL) veranstaltet. Höhepunkte jeder Karnevalsession sind die Kostümkappensitzungen in der Lebacher Stadthalle. Am Fetten Donnerstag folgt dann die Rathauserstürmung, bei der das Prinzenpaar die Regentschaft im Rathhaus übernimmt. Am Fastnachtssonntag werden wichtige Lebacher Bürger „verhaftet“und ins Rathaus gebracht, wo sie gegen eine Kaution mit dem Karnevals-Verein feiern und kostenlos essen dürfen. Am Fastnachtsdienstag endet die Session mit einem großen Straßenumzug durch die Lebacher Innenstadt. Außerdem leistet die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands einen wichtigen Beitrag zur Lebacher Faasend und führt alljährlich 3 mal einen "Bunten Abend" durch.

Beide Vereine zusammen sind der Dreh- und Angelpunkt der Lebacher Faasend

Grüne Woche

Die „Grüne Woche“ ist eine von der Stadt Lebach organisierte Festwoche. Sie findet immer in der zweiten Septemberwoche statt. Bereits im 17. Jahrhundert wurde am „Fest Mariä Namen“ ein Viehmarkt veranstaltet. Dieser wurde im Laufe der Jahre immer weiter vergrößert und schließlich wurde 1921 dann im Anschluss an den Markt ein Pferderennen organisiert. Heute gibt es dazu noch ein Rahmenprogramm mit abendlichen Veranstaltungen in Festzelten sowie einen „Tag der offenen Tür“ in der Graf-Haesler-Kaserne.

Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Lebach

Kirche

Katholische Kirche

Katholische Kirche

Die katholische Kirchengemeinde in Lebach heißt „Heilige Dreifaltigkeit und St. Marien“ und gehört zum Bistum Trier. In Lebach selbst gibt es 7.000 Katholiken, in den Pfarreien Landweiler und Falscheid, die auch zur Kirchengemeinde Lebach gehören, gibt es 1.800 bzw. 520 Katholiken. Pfarrer ist Dechant Franz-Rudolf Müller.

Bereits im 10. Jahrhundert, zur Zeit des Trierer Erzbischofs Ruotbert (931-956), stand eine Kirche im romanischen Stil an derselben Stelle wie die heutige Kirche. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Lebacher Pfarrei in einem Verzeichnis von Pfarreien, die an der Wallfahrt nach Mettlach zum Fest des heiligen Liutwin im Jahre 950 teilnahmen. Hier ist außer von Lebach (Leibach) auch noch von Knorscheid („Cnorsheid“) die Rede, einem heutigen Filialort.

Im 13. Jahrhundert wurde diese Kirche zu klein, sodass man an den alten romanischen Turm ein neues gotisches Schiff und einen neuen gotischen Chor angebaut hat. Weitere Urkunden besagen, dass die Pfarrei Lebach bis zum 14. Jahrhundert zum Dekanat Merzig gehörte. Eine weitere Aufzeichnung aus dem Jahr 1570 nennt die Pfarrei dann ausdrücklich mit ihren Filialen Saubach, Jabach, Hahn, Knorscheid und Landsweiler.

Nachdem im 30-jährigen Kriege ein Großteil der Kirchenausstattung geplündert worden war, wurden bis 1739 aber neue wertvolle Geräte angeschafft. Um 1774 wurde diese Kirche erneut zu klein. Man riss lediglich das Schiff ab und baute zwischen den romanischen Turm und den gotischen Chor ein neues Schiff im Hallenstil. 1793 wurde die Lebacher Kirche jedoch von französischen Revolutionsheeren geplündert. 1829 ließ der Pfarrer Gellert eine Sakristei an die Kirche anbauen. 1868 beschloss man eine kompelett neue Kirche zu bauen. Allerdings wurde diese Kirche wegen Auseinandersetzung mit der Zivilgemeinde erst im August 1881 in Angriff genommen. 1869 wurde Lebach mit 16 Pfarreien zum Dekanat erklärt.

Das heutige Gotteshaus, die Dreifaltigkeitskirche, wurde von 1881 bis 1883 gebaut, nachdem man die alte Kirche abgerissen hatte. Sie wurde im neogotischen Stil erbaut. Die Kirche trägt das Patrozinium "Heiligste Dreifaltigkeit und St. Marien". Bereits die erste Kirche (von 850) trug den Namen der Heiligen Gottesmutter Maria. Da zum Zeitpunkt des Neubaus das Nonnenkloster Fraulautern durch die Vierherrschaft in Lebach das Vorschlagsrecht für das Patrozinium der Lebacher Pfarrkirche hatte, sollte die Kirche lediglich der Heiligsten Dreifaltigkeit geweiht werden. Die Lebacher protestierten vehement gegen diese Entscheidung; sie hätten seit 1000 Jahren eine Marienkirche und wollen diese auch beibehalten. Der damalige Bischof entschied sich ausnahmsweise dafür der Lebacher Kirche zwei Namen zu geben.

Evangelische Kirche

Die evangelische Kirchengemeinde Lebach gehört zur „Evangelischen Kirche im Rheinland“ und wurde 1906 gegründet. Zurzeit gehören der Kirchengemeinde ca. 2.500 Gemeindeglieder an (2006). Pfarrer ist Arnold Löwenbrück. Nach der Reformation konnte sich die Evangelische Kirche in Lebach nicht behaupten, nachdem evangelische Gottesdienste von den lothringischen Oberherren verboten wurden. Ab 1852 fanden wieder evangelische Gottesdienste im Gerichtssaal des Amtsgerichts Lebach statt. 1906 wurde dann der Grundstein für eine evangelische Kirche in Lebach gelegt, die 1907 fertiggestellt wurde.

Judentum

Lebach hatte in seiner Geschichte nur eine sehr geringe Anzahl an jüdischen Einwohnern. Um 1920 hatte Lebach 12 jüdische Gläubige, die zu den Familien Hanau, Oppenheimer und Stern gehörten.

Trivia

Einer der Drahtzieher der Attentate vom 11. März 2004 in Madrid verbrachte einige Zeit in der Landeswohnsiedlung in Lebach.


Persönlichkeiten

in Lebach geboren

  • Maria Honorine Steimer (1831–1903), erste Generaloberin der Erlöserschwestern
  • Jacob Weber (1872–1944), Politiker
  • Herbert Strässer (1930–2005), Bildhauer
  • Monika Schwinn (* 1942), Ehrenbürgerin
  • Nadine Müller (* 1983), Politikerin

mit Lebach verbunden

  • Albert Baldauf (1917–1991), Politiker, starb in Lebach
  • Werner Bauer (* 1934), Licht- und Kinetikkünstler, war ab 1964 Kunsterzieher in Lebach
  • Klaus Steinbach (* 1953), Schwimmsportler und Sportfunktionär, wohnt in Lebach
  • Gabriele Klara Schäfer (* 1957), Politikerin, arbeitete bei der Beratungsstelle des Sozialdienstes katholischer Frauen und danach bis 1994 bei der Erziehungs-, Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle in Lebach

Quellen

  1. www.rsw-bus.de Linien&Preise/Fahrplandownload 2008
  2. www.saarbahn.de Weiterbau/Presse-Info

Weblinks


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