Aschbach (Schlüsselfeld)
Aschbach
Koordinaten: 49° 47′ N, 10° 42′ O49.78667777777810.696894444444322Koordinaten: 49° 47′ 12″ N, 10° 41′ 49″ O
Höhe: 322 m ü. NN
Einwohner: 1.019 (30. Juni 2009)
Eingemeindung: 1978
Postleitzahl: 96132
Vorwahl: 09555

Aschbach ist ein Stadtteil von Schlüsselfeld im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken.

Inhaltsverzeichnis

Wappen

Wappen von Aschbach

Das Wappen zeigt den Hut eines Landvogts. Die drei Bäume stehen für die Ortschaften Aschbach, Wüstenbuch und Hohn am Berg, die den ehemaligen Markt Aschbach bildeten. Seit der Eingemeindung in die Stadt Schlüsselfeld im Jahr 1978 wird das Wappen offiziell nicht mehr verwendet.

Geschichte

Aschbach von Süden, 2011

Die erste urkundliche Erwähnung Aschbachs war im Jahr 1136, als der Ort aus dem Pfarrverbund Burghaslach ausgegliedert und durch den Bischof von Würzburg Embricho (1127–1146) zur eigenen Pfarrei erhoben wurde. Die Ausgliederung geschah auf Bitten der Witwe Gudrun des Edelfreien Winezo, die eine Marienkirche stiftete.

Mit der Reformation fand das Luthertum Eingang; bis zum Ende des 17. Jahrhunderts war der Ort rein protestantisch. Mit Übernahme Aschbachs durch die katholische Linie von Pölnitz am 25. November 1611 änderte sich dies. Es fanden nur Leute mit katholischer und jüdischer Religion Aufnahme. Die Linie erwarb 1661 auch das Schloss Hundshaupten in der Fränkischen Schweiz. Die Adelsfamilie stiftete 1684 ein Hospiz für Dominikaner, das jetzige Pfarrhaus.

1802 kam Aschbach zu Bayern.

1978 wurde der Markt Aschbach in die Stadt Schlüsselfeld eingemeindet.

Sehenswürdigkeiten

Schloss

Das Aschbacher Schloss ist eine schlichte Zweiflügelanlage aus dem Jahr 1672 und wurde durch Hieronymus Christoph von Pölnitz erbaut.

Evangelische Pfarrkirche St. Laurentius

Ein in den Untergeschossen erhaltenes Bauwerk vom Ende des 15. Jahrhunderts. Ab 1736 wurden Maßnahmen zur Barockisierung mit dem Neubau des Langhauses, der Erhöhung des Turmes und dessen Dachabschluss durchgeführt. Ein bemerkenswerter Schnitzaltar um 1500 ist eine Nürnberger Arbeit, die dem Marthameister zugeschrieben wird. Aus dieser Zeit stammt wohl auch die Sakramentsnische.

Grabdenkmäler: NN von Thüngfeld († 1438); Georg von Ebnet († 1590); Anastasia Fuchs von Rügheim († 1597)

Katholische Pfarrkirche Maria Himmelfahrt

Die katholische Bevölkerung erhielt erst 1921–1922 in dem evangelischen Ort eine Kirche. Architekt war Fritz Fuchsenberger. Im Gegensatz zu dem eher schlichten Bau steht die reiche barocke Ausstattung, die aus dem nahe gelegenen, Anfang des 19. Jahrhunderts säkularisierten Zisterzienserkloster Ebrach stammt, so der Hochaltar aus der dortigen Michaelskapelle, eine Arbeit von Giovanni Battista Brenno um 1700, die Seitenaltäre um 1735. Ferdinand Richter aus Breslau malte das Altarblatt des rechten Seitenaltars. Der Kreuzweg von Sebastian Güthlein aus Bamberg stammt aus dem Jahr 1834. Die Kirche wurde am 10. September 1922 durch Jacobus von Hauck, Erzbischof von Bamberg, eingeweiht.

Juden in Aschbach

Jüdischer Friedhof in Aschbach, 2011

Die jüdische Bevölkerung von Burghaslach benutzte den jüdischen Friedhof in Aschbach bereits 1725. Die bis 1942 existierende Gemeinde verfügte über eine Synagoge (neu erbaut 1763), Schulräume, eine Lehrerwohnung, ein Ritualbad (Mikwe) und einen Friedhof. Während der Novemberpogrome 1938 wurde die Synagoge geschändet, der Bau an sich blieb erhalten. Erhalten hat sich auch die Nische des Aron ha-Qodesch, die synagogalen Fensterbogen sind gut erkennbar. Der Friedhof befindet sich in einem gepflegten Zustand, mit neueren Grabdenkmalen und einem Gedenkstein für die Opfer des Holocaust.

Ursprünglich gehörten die Aschbacher Juden zum Distriktsrabbinat Burgebrach. Nach dessen Auflösung und Anschluss an Bamberg schlossen sich die Juden in Aschbach der orthodoxen Richtung an und gehörten zum Distriktsrabbinat Burgkunstadt mit dem orthodoxen Rabbiner Dr. Goitein. Nach mehreren Versuchen, ein eigenes Rabbinat zu gründen, schloss sich die Gemeinde 1920 dem Bezirksrabbinat Kitzingen an.

Literatur

  • Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern, Seite 192–194
  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern I: Franken, Seite 48–49, München, Berlin 1979
  • Klaus Guth: Jüdische Landgemeinden in Oberfranken 1800-1942, Seite 77–92

Weblinks


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