Ascot (Pferderennen)
Der Ascot-Gold-Cup 1834, gemalt von James Pollard (1792-1867)
Royal Enclosure mit neuer Tribüne, Royal Ascot 2006, 4. Renntag
Einzug der königlichen Familie, Royal Ascot 2006, 4. Renntag

Ascot oder Royal Ascot ist ein traditionsreiches Pferderennen, das seit dem 11. August 1711 auf dem Ascot Racecourse in Ascot, Grafschaft Berkshire, südlich von Windsor veranstaltet wird. Es geht auf eine Initiative der damaligen Königin Anne zurück und steht bis heute unter der Schirmherrschaft des Königshauses.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Entworfen und gebaut wurde der Kurs von einem Team um William Lowen und John Grape. Das „Royal Enclosure“ in seiner heutigen Form geht zurück auf König George IV. Das erste Royal Meeting, die Rennveranstaltung, fand 1768 statt. 1813 verabschiedete das House of Commons den Act of Enclosure, um die öffentliche Nutzung des Ascot-Geländes, das Eigentum der Krone ist, für den Pferdesport dauerhaft festzuschreiben. 1913 setzte das Parlament eine Ascot-Behörde unter dem Vorsitz des Repräsentanten ihrer Majestät ein, Verwaltungsleiter ist der Clerk of the Course, der auch die Funktion des Renndirektors wahrnimmt.

2005 konnte das Rennen wegen umfangreicher Umbaumaßnahmen im Tribünenbereich nicht in Ascot stattfinden und musste nach York ausgelagert werden. Zum Royal Ascot 2006 wurde der Rennplatz mit neuer Tribüne dann von Königin Elisabeth II. wiedereröffnet.

Rennen

Der dritte Renntag der Royal Ascot-Rennwoche (Mitte Juni, ca. 20 Tage nach dem Epsom Derby), an dem das Rennen um den seit 1807 vergebenen (Ascot) Gold Cup stattfindet, gilt als wichtigster Tag der Veranstaltung.

Der Ascot Gold Cup führt über eine Distanz von 4.022 m (20 Furlong) und galt bis zur Gründung der King George VI and Queen Elizabeth Stakes (2.414 m, Ende Juli ebenfalls in Ascot) in den 1950er-Jahren als das neben den Klassischen Rennen bedeutendste Galopprennen in England.

Der Gold Cup-Renntag ist auch als „Ladies’ Day“ (Damentag) bekannt, an dem die weiblichen Besucher besonders extravagante Hüte tragen. Nicht zuletzt deswegen ist das Royal Ascot neben seinem hochklassigen sportlichen Charakter vor allem auch als gesellschaftliches Ereignis von Bedeutung. Während des Royal Ascot wird jeder Renntag durch den Einzug der Königlichen Familie eröffnet, die im offenen Landauer von ihrem nahe gelegenen Windsor Castle anfahren.

Neben dem Gold Cup finden noch acht weitere Rennen der höchsten internationalen Rennklasse (Gruppe I-Rennen) während der Royal Ascot-Rennwoche statt.

Außer der Royal Ascot-Rennwoche finden das ganze Jahr über Pferderennen auf der Rennbahn von Ascot statt, in der Winterzeit („National Hunt Season“) auch viele Hindernisrennen.

Trivia

  • Die Kursführung der Rennbahn ist dreieckig (ähnlich wie die Düsseldorfer Galopprennbahn auf dem Grafenberg) mit zwei angeschlossenen Verlängerungsstücken (dem Old Mile-Kurs mit einem Bogen und dem Royal Hunt Cup-Kurs mit einer ca. 1600 m langen Geraden, s. britische Landmeile).
  • Verbrauch von Luxusgütern beim Royal Ascot 2003: 150.000 Flaschen Champagner, 100.000 Flaschen Wein, 14.000 Flaschen Pimm’s, 6,7 Tonnen Lachs, 5 Tonnen Erdbeeren[1]
  • Ein enger Freund des Prinzregenten, Beau Brummell, entwickelte um das Jahr 1800 den bis heute nur leicht veränderten Dresscode für Ascot: Männer tragen einen (möglichst „ascot-grauen“) „morning dress“ (bestehend aus Cutaway und Zylinder), Damen entsprechende „respektable“ Kleidung – wobei sich die Damenmode in jüngster Vergangenheit zunehmend freizügiger entwickelte – und obligatorisch einen Hut.
  • Lange Zeit hatten offiziell geschiedene Personen der Gesellschaft keine Zugangsberechtigung zur Royal Enclosure. In diesen abgeschlossenen Besucherbereich der Rennbahn haben nur geladene Personen nach vorheriger Bewerbung unter Benennung von bereits zutrittsberechtigten Bürgen Zutritt. Diese Konvention besteht allerdings seit einigen Jahren – nicht zuletzt wegen der Ehescheidungen innerhalb der königlichen Familie – nicht mehr.
  • Im September wird alljährlich das British Festival of Racing in Ascot ausgetragen. Hierbei gelang es dem Jockey Lanfranco („Frankie“) Dettori, 1996 sämtliche sieben Rennen des Tages zu gewinnen. Dieser Renntag (28. September) gilt als der verlustreichste (rund 30 Mio. £) für die Buchmacher in der englischen Rennsportgeschichte.
  • Im Jahre 2007 gewann Manduro (v. Monsun – Mandellicht v. Be My Guest) als erstes Pferd aus deutscher Zucht und deutschem Besitz ein Rennen während des Royal-Ascot-Meetings (Prince of Wales Stakes).
  • Im Jahr 2005 fanden die Rennen wegen Umbauarbeiten erstmals nicht auf dem Ascot-Gelände statt.
  • Auch in Australien gibt es in der Nähe von Perth einen „Ascot Racecourse“.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Quelle

Weblinks

 Commons: Ascot Racecourse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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