Asgardr

Asgard (altnord. Ásgarðr – „Heim der Asen“), auch als Asgaard bezeichnet, ist der Wohnort des Göttergeschlechts der Asen in der nordischen Mythologie. Es hat seinen Platz in den Zweigen der Weltesche Yggdrasil und liegt somit oberhalb von Midgard, dem Reich der Menschen, und Utgard, dem Heim der Riesen und Trolle. Über die Regenbogenbrücke Bifröst ist Asgard mit Midgard verbunden (Gylfaginning, 13).

Asgard wird als riesige Burg, eine Art Himmelsreich, beschrieben. Diese besteht laut der Grimnismál, dem zweiten Götterlied der Edda, aus den zwölf Palästen der Götter und ist von unbezwingbaren Mauern umgeben. Die zwölf Himmelsburgen sollen aus Gold und Edelsteinen, die Gitter der Paläste aus goldenen Speeren bestehen; Wände und Fußböden goldgetäfelt, an den Decken die strahlenden Schilde der Helden. Als größte Säle werden Walhall und Sessrumnir genannt, in denen sich die Helden nach ihrem Tod versammeln. Von seinem Thron Hlidskialf aus kann der Hauptgott Odin alle neun Welten des germanischen Weltbildes überblicken (Gylfaginning, 9).

Das von den Asen gestürzte Göttergeschlecht der Wanen lebt hingegen in Vanaheimr, was in den meisten Darstellungen zwar ebenfalls Teil des „Himmels“ ist, aber außerhalb Asgards liegt, ebenso Alfheimr, die Heimat der Lichtalben. Selten wird Asgard auch als Teil Midgards dargestellt.

Inhaltsverzeichnis

Erbauung Asgards

Asgards Mauern ließen die Götter von Hrimthur, einem Steinmetz der Riesen errichten. Er sollte als Belohnung für seine Arbeit die Göttin Freya zur Gattin erhalten, zudem sollten ihm Sonne und Mond gehören. Auf Anraten Lokis setzten die Götter ihm jedoch eine Frist, deren Einhaltung sie für unmöglich hielten, um ihn nicht entlohnen zu müssen. Er sollte den gesamten Bau in nur sechs Monaten fertigstellen. Der Reifriese akzeptierte die Bedingungen, bestand aber darauf, sein Pferd Svadilfari einsetzen zu dürfen. Zum Entsetzen der Götter schien es, dass der Baumeister seinen Teil des Handels einhalten könne – drei Tage vor dem Ende der Frist fehlte nur noch ein Torbogen. Daraufhin verwandelte sich Loki in eine Stute, verführte den Hengst Svadilfari und hielt ihn so von der Arbeit ab. Dadurch wurde die Frist nicht eingehalten. Loki gebar Odins Hengst Sleipnir. Wütend über die List der Götter, gab sich der Baumeister als einer der Hrimthursen zu erkennen, die mit den Göttern verfeindet waren, und wurde sogleich von Thor mit seinem Hammer Mjöllnir erschlagen.

Die zwölf Paläste Asgards

Ihre Reihenfolge entspricht der in der Grimnismál (Strophe 4–17).

  1. Bilskirnir, der Palast Thors in Thrúdheim1
  2. Ydalir, der Palast Ullers
  3. Valaskjalf, der Palast Walis mit Odins Thron Hlidskialf (entspricht eventuell Walhall)
  4. Sökkwabeck, der Palast Sagas
  5. Gladsheim, der Palast Odins mit dem Saal Walhall
  6. Thrymheim, der Palast Skadis
  7. Breidablik, der Palast Balders
  8. Himinbjörg, der Palast Heimdalls
  9. Folkwang, der Palast Freyjas mit dem Saal Sessrumnir
  10. Glitnir, der Palast Forsetis
  11. Nóatún, der Palast Njörðrs
  12. Landwidi, der Palast Vidars

1 In manchen Darstellungen wird Thrúdheim nicht als Teil Asgards gesehen.

Weitere Orte

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