3 Scheitel
Drei Kinder beim Versteckspiel im Wald, Gemälde des 19. Jh.
Sich verstecken

Verstecken (Fränkisch: Versteckerle[n]s, Plattdeutsch: Afklatschen, Montafonerisch: Versteckiziss, Bairisch: Verstecksdi) ist ein überall auf der Welt bekanntes Kinderspiel, bei dem ein Kind andere Kinder, die sich versteckt haben, suchen muss.

Inhaltsverzeichnis

Spielfeld

Das Spielfeld oder besser der Spielbereich sollte möglichst im Freien und großflächig sein. Es sollte viele Möglichkeiten zum Verstecken geben. Das Mal an dem sich zu Beginn alle Teilnehmer versammeln, sollte zentral liegen und von allen Seiten gut erreichbar sein. Oftmals bietet sich ein Baum dazu an.

Regeln

Das Kind, das, meist ausgewählt durch einen Abzählreim, suchen muss, hält sich die Augen zu oder lehnt sich mit geschlossenen Augen gegen das Mal und zählt dabei so laut hoch bis zu einer bestimmten Zahl, dass es die anderen Kinder hören können. In dieser Zeit sucht jedes Kind ein möglichst gutes Versteck im Haus oder im Freien. Ist das zählende Kind bei der festgelegten Zahl angekommen, fügt es regional unterschiedlich noch einen Spruch an.[1]. Beispielsweise

Eins, zwei, drei, vier Eckstein,
alles muss versteckt sein.
Hinter mir und vorder mir gilt es nicht,
und an beiden Seiten nicht!
Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht neun, zehn -ich komme!

Oder auch einfach

„Eckstein, Eckstein, alles muss versteckt sein. 1 - 2 - 3 ich komme!“.
Verstecken (Gemälde 1881)

Nun darf es die Augen öffnen und beginnt die anderen Kinder zu suchen. Wenn es ein Kind gefunden hat, muss es je nach Variante dieses berühren oder auch nur laut dessen Namen ausrufen („Ich sehe Anna hinter der Mauer“ oder auch „Anschlag Anna“). Die so entdeckten Kinder sind gefunden oder gefangen. Als Strafe wird meist aus einem von ihnen der nächste Sucher erkoren. Die versteckten Kinder versuchen derweil, vom suchenden Kind unbemerkt das Mal zu erreichen. Gelingt dies einem Kind, berührt es das Mal und ist somit frei. Die Runde ist beendet, wenn alle Kinder gefunden bzw. das Mal erreicht haben.

Im Verlauf der Perfektionierung dieses Spiels werden (mitunter von Runde zu Runde) immer mehr Ausnahmen definiert, die ein Versteck als ungültig kennzeichnen. Dazu kommt es meist, weil einige Versteckte einen strategisch günstigen Platz in der Nähe des Mals aussuchen, ohne sich richtig zu verstecken, in der Absicht, sich sofort oder zumindest schnell freischlagen zu können, bevor das suchende Kind reagieren kann. Aus diesem Grunde definiert das suchende Kind durch den o.g. Spruch einige Ausnahmen (hinter mir, vorder mir...)

Varianten

1,2,3

Eine verbreitete Variante besteht im Zurücklaufen des suchenden Kindes zum Anschlagmal wenn es ein anderes in seinem Versteck entdeckt hat. Es schlägt dann 3 mal an den Baum etc. und ruft: „1,2,3 für XY (Name)“. Wenn allerdings das andere Kind schneller am Mal ist, ruft es seinerseits: 1,2,3 für mich und ist damit aus dem Kreis der als nächstes zu Suchern auszuzählenden Mitspieler befreit. Man kann als Versteckter auch versuchen unbemerkt ans Mal zu gelangen und sich freizuschlagen. Eine andere „1,2,3“- Variante tritt häufig in Kraft, wenn ein Kind lange nicht gefunden wird und alle anderen bereits entdeckt wurden. Man verabredet nun, dass alle suchen. Hat allerdings ein Kind den am besten Versteckten entdeckt, so versteckt es sich seinerseits bei ihm. Nach und nach bilden die versteckten Teilnehmer eine Gruppe und nur noch ein Kind bleibt zum Suchen, welches dann alle auf einmal findet.

A-Zerlatschen

Ferner ist das sog. A-Zerlatschen eine Alternative zum gewöhnlichen Versteckspiel. Zwei Gruppen definieren sich in Suchende und Versteckende. Die suchende Gruppe baut aus Ästen ein A auf dem Boden und muss dieses bewachen. Werden Mitspieler aus der sich versteckenden Gruppe von Suchern entdeckt, muss die die entdeckte Person in unmittelbarer Nähe zum gebauten A laut rufen. Der gefundende Spieler muss sich in einen in der Nähe des A befindliches Areal aufhalten und dort bleiben. Die übrigen Verstecker können ihre Mitspieler aus der Isolierung befreien, indem sie das A „zerlatschen“, also die Äste von einander weitgehend entfernen. Während die Sucher das A wieder zusammenbauen, haben die sich versteckenden die Möglichkeit, ein neues Versteck zu finden. Das Spiel hat entweder ein offenes Ende oder wird beendet, wenn die Verstecker-Gruppe komplett isoliert wurde.

Alle frei

Dies ist eine Versteckspiel-Variante in Niedersachsen sowie Süddeutschland vorkommend. Benötigt werden mindestens zwei Mitspieler, nach oben ist die Spielerzahl unbegrenzt. Ein Spieler wird als „Sucher“ ausgelost. Der Sucher muss an einem vorher als Zähl- und Abschlagort bestimmten Gegenstand bis 30 zählen, die anderen müssen sich in dieser Zeit auf dem Spielgelände verstecken. Ist der Sucher fertig mit Zählen, ruft er laut „ich komme“. Dann behält er den bestimmten Ort im Auge, sucht nebenbei die anderen Mitspieler. Hat der Sucher einen gefunden, muss er zum Gegenstand laufen und dessen Namen rufen, den er gesehen hat und dahinter „ab“. Ist der Sucher weit genug vom Gegenstand entfernt, kann ein Versteckter hervorkommen, zum Gegenstand laufen und seinen Namen und dahinter „frei“ rufen. Ist einer schon „ab“, kann ein anderer aus seinem Versteck kommen und am Abschlagort „alle frei“ rufen. Dann sind alle frei, die schon vorher „ab“ waren. Sind alle gefunden, ist derjenige, der als erstes „ab“ war, der nächste Sucher. Sind alle „frei“, muss der alte Sucher wieder zählen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.kikisweb.de/spielundspass/spiele/kinderspiele/verstecken.htm

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