Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat
Filmdaten
Deutscher Titel: Operation Walküre – Das Stauffenberg Attentat
Originaltitel: Valkyrie
Produktionsland: USA, Deutschland
Erscheinungsjahr: 2008
Länge: 120 Minuten
Originalsprache: Englisch, Deutsch
Altersfreigabe: FSK 12
Stab
Regie: Bryan Singer
Drehbuch: Christopher McQuarrie,
Nathan Alexander
Produktion: Bryan Singer,
Christopher McQuarrie,
Gilbert Adler
Musik: John Ottman
Kamera: Newton Thomas Sigel
Schnitt: John Ottman
Besetzung

Operation Walküre – Das Stauffenberg Attentat (Originaltitel: Valkyrie; früherer Arbeitstitel: Rubicon) ist ein 2007-2008 gedrehter Kinofilm des Regisseurs Bryan Singer und des Co-Produzenten Christopher McQuarrie.

Die auf historischen Gegebenheiten basierende Geschichte militärischen Widerstands erzählt den gescheiterten Versuch, Adolf Hitler, den Führer des nationalsozialistischen Deutschland, zu töten und einen Staatsstreich durchzuführen.

Nach mehreren zeitlichen Verschiebungen der Uraufführung fand die Weltpremiere am 15. Dezember 2008 in New York statt. Der Filmstart in den amerikanischen Kinos erfolgte am 25. Dezember, auch um dem Film einen Platz im lukrativen Weihnachtsgeschäft zu verschaffen. Die deutsche und zugleich europäische Kinopremiere war am 20. Januar 2009 in Berlin; der Film läuft seit dem 22. Januar in den deutschen Kinos.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Der Film zeigt die Entwicklung des Wehrmachtsoffiziers Claus Schenk Graf von Stauffenberg und anderer Mitverschwörer gegen Adolf Hitler, vom Frontsoldaten in Afrika bis zu seiner Exekution nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944. Dabei werden sowohl die Beweggründe der großen Teils aus dem Offizierskorps stammenden Verschwörer aufgezeigt, wie auch die Schwierigkeiten der praktischen Umsetzung des geplanten Attentats und der nachfolgenden „Operation Walküre“.

Produktion

Der Film geht auf eine Idee von Bryan Singer zurück. Das Drehbuch kam von Christopher McQuarrie, der es zusammen mit Nathan Alexander verfasst hat. Für die Ausführung der Produktion war die Filmgesellschaft United Artists verantwortlich. Eigentlich war nur mit einem kleineren finanziellem Aufwand geplant worden. Aber durch den Einstieg von Tom Cruise als Hauptdarsteller, gleichzeitig Miteigentümer von United Artists, ergaben sich größere finanzielle Möglichkeiten. Damit waren auch umfangreichere Dreharbeiten möglich, z. B. mehrwöchige Außendrehs und Aufnahmen im Ausland.[1] Die Gesamtkosten belaufen sich auf mehr als 60 Millionen Euro[2]. Der Deutsche Filmförderfonds (DFFF) beteiligte sich mit 4,8 Millionen Euro an den Gesamtkosten.[2] In den USA wird der Film durch MGM vertrieben, in allen anderen Ländern von 20th Century Fox.

Dreharbeiten

In Deutschland wurde an örtlichen Filmsets in Brandenburg, im Filmstudio Babelsberg und in Berlin an Originalschauplätzen gedreht. Hitlers Führerbunker, die Wolfsschanze, wurde im historischen Brandenburger Schenkenländchen nachgebaut.[3]. Als Landeplatz der Wolfsschanze diente der ehemalige NVA-Flugplatz bei Klein Köris/Löpten, wo im Juli 2007 gedreht wurde.[4] [5] In Berlin wurde an Originalschauplätzen gedreht, so auf dem Gelände des Tempelhofer Flughafens, den Messehallen am Funkturm und im Bendlerblock, dem Schauplatz der Erschießung Graf von Stauffenbergs und drei seiner Mitverschwörer in den ersten Minuten des 21. Juli 1944.[6]

Die Drehgenehmigung für eine Tages- und drei Nachtszenen im Bendlerblock, in dem heute unter anderem die Gedenkstätte Deutscher Widerstand untergebracht ist, war vom zuständigen Finanzministerium im Juni 2007 zunächst verweigert worden, weil das Verteidigungsministerium, das das Gebäude heute nutzt, die Würde des Ortes bedroht sah.[7] Im September 2007 wurden die Dreharbeiten im Bendlerblock jedoch unter Auflagen genehmigt.[8][9][10] Graf von Stauffenbergs Enkel, der Schweizer Schauspieler Philipp von Schulthess, spielt in einer kleinen Rolle Fabian von Schlabrendorff.

Nach Beendigung der Hauptdreharbeiten in Deutschland entschloss sich Bryan Singer zur Produktion einer zunächst nicht im Drehbuch vorkommenden Szene, nämlich des Luftangriffs der Alliierten in Tunesien, bei dem Stauffenberg im Jahr 1943 die markanten Verletzungen davongetragen hatte. Diese Szene, die belegen soll, dass Stauffenberg bereits vor seiner Verwundung gegen Hitler war und nicht erst danach aus Verbitterung, wurde Anfang 2008 in dem im südkalifornischen Lucerne Valley gelegenen Cougar Buttes gedreht.[11] Gleichzeitig ist dies die Eröffnungsszene des Films. Eine ähnliche Szene wurde auch schon in dem deutschen Film „Stauffenberg“ aus dem Jahr 2004 inszeniert.

Vorfälle

Im Unterschied zu Singers Vorgängerfilm Superman Returns, der komplett digital (mit Panavisions Genesis-Kamera) gedreht wurde, arbeitete Kameramann Newton Thomas Sigel bei Walküre mit analogem Filmmaterial. Durch eine Laborpanne im Kopierwerk der Arri verlor man einen Großteil der vom 21. bis zum 23. September im Bendlerblock gedrehten Szenen. Am 13. und 14. Oktober wurden die Filmszenen nachgedreht. Dafür musste das Filmset wieder hergestellt werden, was doppelt so lange dauerte wie beim ersten Aufbau.[12]

Bei den Dreharbeiten am Bendlerblock fielen Statisten von einem Lastkraftwagen auf die Straße. Die dabei Verletzten beauftragten eine Berliner Kanzlei, ihre Rechte gegenüber der Produktion zu vertreten.[13]

In der kalifornischen Wüste setzte sich ein Panzer unkontrolliert in Bewegung und drohte die Sound- und Kameraausrüstung zu überrollen. Er konnte aber rechtzeitig angehalten werden.[14]

Deutsche Synchronsprecher

Die Synchronsprecher für die deutsche Fassung sind[15]. Deutsche Schauspieler, deren Stimme in der Synchronisation ebenfalls eingesetzt wurden, sind in dieser Auflistung nicht enthalten:

Öffentliche Rezeption

Der Film stand bereits zu Beginn der Dreharbeiten im Blickpunkt von Medien und Politik, da Hauptdarsteller Tom Cruise bekennender Anhänger der umstrittenen Scientology-Bewegung ist. Außerdem wurde zunächst eine unangemessene Interpretation des Attentats Claus Schenk Graf von Stauffenbergs auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 befürchtet. United Artists selbst kündigte den Film als Thriller – eine Mischung aus „Mission Impossible“ und „Gesprengte Ketten“ – an.[16]

Kritiken

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„Gemessen daran, was dem Film alles unterstellt und vorgeworfen wurde, gemessen auch daran, wie gründlich das alles hätte schiefgehen können, kann man allerdings schon fast von einem Triumph sprechen. Auf jeden Fall ist es der bisher spannendste, wirklichkeitsnächste und komplexeste Spielfilm über den 20. Juli – auch wenn die Latte, nach drei deutschen Versuchen von 1955 bis 2004, sicher nicht unerreichbar hoch lag.“

Tobias Kniebe: sueddeutsche.de[17]

„Er schafft es, dass man zwei Stunden lang atemlos auf der Stuhlkante sitzt, obwohl man weiß, dass der Sache kein Erfolg beschieden war. Operation Walküre ist – man glaubt es kaum – der spannendste Thriller der letzten Zeit. Graue Menschen stehen in grauem Dekor und reden viel – und doch ist das großes Kino.“

Michael Althen: faz.net[18]

„[...] viele Umstände sind unsäglich falsch. Einige Beispiele: Stauffenberg war nicht der Ersatzmann für General Oster, er arbeitete nicht die Walküre-Pläne aus, holte sich nicht die per Unterschrift besiegelte Zustimmung Adolf Hitlers zu den Walküre-Plänen, er ließ sich nicht von Hitler in die Mystifizierung des germanischen Heldenmythos der Walküren einweisen. [...] Das Goerdeler-Bild des Films schließlich ist verletzend und verantwortungslos, ebenso wie die Charakterisierung des Generals Olbricht geradezu herabwürdigend ist. [...] Bei einem Thriller zu versuchen, etwas richtigzustellen, wäre kleinlich, geradezu oberlehrerhaft, denn natürlich darf ein Spielfilm manches auf fantastische Weise überhöhen, er darf verschiedene Personen in einer konzentrieren – Historiker sollten dann allerdings [...] den Film auch nicht als ‚wahr und akkurat‘ charakterisieren und so eine Authentizität behaupten, die nicht einmal die Filmemacher beanspruchen.“

Peter Steinbach: Hamburger Abendblatt[19]

Wissenswertes

Ein Teil der streng nach historischem Vorbild entstandenen Kulissen und Ausstattungsstücke, darunter der Nachbau der Besprechungsbaracke des Führerhauptquartiers Wolfsschanze, wurde bereits 2007 vom Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden erworben. Sie sollen dort, möglichst bereits begleitend zum Kinostart des Films, öffentlich gezeigt werden. Allerdings vorerst nur zu einem kleinen Teil, da das Museum zurzeit umgebaut und erweitert wird.[20]


Einzelnachweise

  1. http://www.joblo.com/interview-bryan-singer
  2. a b Pressemitteilung der Bundesregierung
  3. Franziska von Mutius: Berliner Bestseller-Autor spielt Göring, Die Welt, 8. August 2007
  4. Fliegender Star, http://www.donaukurier.de, 19. Januar 2009
  5. Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin, http://www.wsa-berlin.wsv.de
  6. "Originalschauplätze": Stauffenberg landete nach dem Attentat auf der Rückkehr von der Wolfsschanze nicht auf dem Flughafen Tempelhof, sondern auf dem Flughafen Rangsdorf. Die Messehallen sollen im Film das "SS-Hauptquartier" darstellen; tatsächlich befand sich das Reichssicherheitshauptamt in der Wilhelmstraße.
  7. Minister Jung stellt sich gegen Tom Cruise, Netzeitung, 22. Juni 2007
  8. Tom Cruise darf im Bendlerblock drehen, Bild-Online, 14. September 2007
  9. Tom Cruise darf doch in den Bendlerblock, rbb-online, 14. September 2007
  10. tagesschau.de, Meldung vom 14. September 2007, 13:44 Uhr
  11. Bryan Singer's Valkyrie to Shoot in Southern California, IESB, 1. Februar 2008
  12. http://www.tagesspiegel.de/kultur/kino/Tom-Cruise-Film-Stauffenberg-Bendlerblock%3Bart137,2394089
  13. http://www.tagesspiegel.de/berlin/Stauffenberg-Tom-Cruise;art270,2600652
  14. Hitlers ghost cause tank trouble
  15. [http://www.synchronkartei.de/?action=show&type=film&id=14129 Operation Walküre - Das Stauffenberg-Attentat Spielfilm]. Abgerufen am 18. April 2009.
  16. Quelle: Süddeutsche Zeitung, 9. August 2007
  17. Filmkritik: Weltpremiere: „Valkyrie“ – Tom talks Deutsch, Online-Ausgabe der Sueddeutschen Zeitung vom 15. Dezember 2008, abgerufen am 16. Dezember 2008
  18. Filmkritik: Im Kino: „Operation Walküre“ – Verhaften Sie den üblichen Verdächtigen!, Online-Ausgabe der Frankfurter Alltemeinen Zeitung vom 21. Januar 2009, abgerufen am 21. Januar 2009
  19. Peter Steinbach/Hamburger Abendblatt: Historiker Steinbach: Die unsäglichen Fehler im Film „Operation Walküre“, Januar 2009, abgerufen am 23. Januar 2009
  20. Tom Cruise und "Valkyrie" sind museumsreif, Welt Online, 12. November 2007

Weblinks



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