Asperger-Syndrom
Klassifikation nach ICD-10
F84.5 Asperger-Syndrom
ICD-10 online (WHO-Version 2011)
Patienten mit Asperger-Syndrom entwickeln oft leidenschaftlich gepflegte Spezialinteressen; dieser Junge beschäftigt sich mit Molekularstrukturen

Als Asperger-Syndrom wird eine Störung innerhalb des Autismusspektrums bezeichnet, die vor allem durch Schwächen in den Bereichen der sozialen Interaktion und Kommunikation gekennzeichnet ist sowie von eingeschränkten und stereotypen Aktivitäten und Interessen bestimmt wird. Beeinträchtigt ist insbesondere die Fähigkeit, nonverbale und parasprachliche Signale bei anderen Personen intuitiv zu erkennen und intuitiv selbst auszusenden. Das Kontakt- und Kommunikationsverhalten von Asperger-Autisten erscheint dadurch „merkwürdig“ und ungeschickt und wie eine milde Variante des frühkindlichen Autismus (Kanner-Syndrom). Da ihre Intelligenz in den meisten Fällen normal ausgeprägt ist, werden sie von ihrer Umwelt jedoch nicht als Autisten, sondern höchstens als „wunderlich“ wahrgenommen. Gelegentlich fällt das Asperger-Syndrom mit einer Hoch- oder Inselbegabung zusammen. Das Syndrom, das als angeboren und nicht heilbar angesehen wird, macht sich etwa vom vierten Lebensjahr an bemerkbar.[1]

Das Asperger-Syndrom ist oft nicht nur mit Beeinträchtigungen, sondern auch mit erheblichen Stärken verbunden, etwa in den Bereichen der Wahrnehmung, der Introspektion, der Aufmerksamkeit oder der Gedächtnisleistung. Die Frage, ob es als Krankheit oder als eine Normvariante der menschlichen Informationsverarbeitung einzustufen ist, wird darum sowohl von Asperger-Autisten und Angehörigen als auch von Wissenschaftlern und Ärzten uneinheitlich beantwortet. Uneinig ist sich die Forschergemeinschaft auch hinsichtlich der Frage, ob das Asperger-Syndrom als selbstständiges Störungsbild oder als lediglich graduelle Variante des frühkindlichen Autismus anzusehen ist.

Inhaltsverzeichnis

Die Entdeckung des Asperger-Syndroms

Aufgrund seiner Nähe zum neurologisch Unauffälligen ist das Asperger-Syndrom in der Psychiatrie erst spät beschrieben und diskutiert worden. Die älteste Darstellung stammt von der russischen Kinderpsychiaterin Grunja Sucharewa, die dafür 1926 den Ausdruck „schizoide Psychopathie“ verwendete. Der österreichische Kinderarzt Hans Asperger bezeichnete es in seiner 1944 eingereichten Habilitationsschrift als „autistische Psychopathie“.[2]

Aspergers Schrift erschien dabei fast gleichzeitig mit Leo Kanners grundlegendem Aufsatz über den frühkindlichen Autismus aus dem Jahr 1943; man nimmt allerdings an, dass beide Autoren zunächst nichts über die Arbeit des jeweils anderen wussten.[3] Während Kanners in den USA veröffentlichte Arbeit sofort internationale Beachtung fand, wurde der Aufsatz des Österreichers Asperger über die deutschsprachige wissenschaftliche Gemeinschaft hinaus kaum bekannt, und auch ein Aufsatz des niederländischen Kinderpsychiaters Dirk Arnold van Krevelen, der 1962 eine Unterscheidung der „autistischen Psychopathie“ Aspergers vom Kanner-Autismus versuchte, fand zunächst wenig Resonanz.[4]

Von der internationalen Forschungsgemeinschaft wurde das Asperger-Syndrom erst nach 1981 beachtet, als die britische Psychiaterin Lorna Wing Aspergers Arbeit fortsetzte, die Störung, die bis dahin als „Psychopathie“ galt, im Autismusspektrum verortete und das Syndrom nach Hans Asperger benannte. 1991 wurde das Asperger-Syndrom auch in das medizinische Klassifikationssystem ICD der Weltgesundheitsorganisation aufgenommen. Im DSM-IV, dem Klassifikationssystem der American Psychiatric Association, erscheint es seit 1994.[5][6] Eine weitere Pionierin auf dem Gebiet ist die in London forschende und lehrende Entwicklungspsychologin Uta Frith.

Unterscheidung von Asperger-Syndrom und Hochfunktionalem Autismus

Im englischsprachigen Raum werden beim frühkindlichen Autismus verschiedene Formen unterschieden – darunter der Hochfunktionale Autismus (HFA), bei dem die Intelligenz nicht beeinträchtigt ist.[7] Die Unterscheidung zwischen HFA und Asperger-Syndrom ist noch nicht geklärt, und gelegentlich werden beide Begriffe synonym verwendet.

Viele Forscher sind der Frage nachgegangen, ob beide klar unterschieden werden können. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Gemeinsamkeiten weitaus größer sind als die Differenzen.[8] Auch Lorna Wing schlug bereits 1991 vor, Autismus als nahtloses Kontinuum unterschiedlich schwerer Störungen zu beschreiben, in dem HFA und Asperger-Syndrom milde Ausprägungsformen bilden.[9] Viele Autoren sprechen heute darum von „Autismusspektrumsstörungen“ (ASS).[10] Da das Autismusspektrum beim Asperger-Syndrom nicht endet, sondern sich weit in die Normalität – zum Beispiel bis in die „ganz normale“ Schüchternheit oder Eigenbrötlerei – hinein erstreckt, wurde für Erscheinungsbilder mit schwach ausgeprägten autistischen Persönlichkeitsmerkmalen und Verhaltensweisen der Begriff „Broader Autism Phenotype“ (BAP) geprägt.[11]

Zu den Autoren, die zwischen HFA und Asperger-Syndrom weiterhin explizit unterscheiden, zählt unter anderem das Forscherteam des Yale Child Study Center.[12]

Häufigkeit

Die Prävalenz des Asperger-Syndroms im Kindesalter variiert je nach den zugrunde gelegten Diagnosekriterien. Nach den DSM-IV- und ICD-10-Kriterien wird gegenwärtig die Prävalenz auf 2–3,3 Kinder auf 10 000 Kinder im Schulalter geschätzt. Jungen sind achtmal so häufig betroffen wie Mädchen.[13] Die U.S. Centers for Disease Control schätzt inzwischen die Prävalenz des gesamten Autismus-Spektrum in den USA auf zwischen 1:80 und 1:240. Der Mittelwert sei 1:110.[14][15] Repräsentative Untersuchungen zur Häufigkeit des Asperger-Syndroms im Erwachsenenalter liegen noch nicht vor.[1] Die Charakteristik neigt jedoch dazu, bis ins Erwachsenenalter fortzubestehen.[16]

Diagnostische Kriterien und Einschätzskalen

ICD

In der ICD der Weltgesundheitsorganisation werden folgende Kriterien genannt:[17]

  • qualitative Abweichungen der wechselseitigen sozialen Interaktionen (wie beim Autismus)
  • ein eingeschränktes, stereotypes, sich wiederholendes Repertoire von Interessen und Aktivitäten
  • keine allgemeine Entwicklungsverzögerung (anders als beim Autismus)
  • kein Entwicklungsrückstand der Sprache (anders als beim Autismus)

DSM-IV

Im DSM-IV der American Psychiatric Association werden folgende Kriterien genannt:[18]

  • Qualitative Beeinträchtigung der sozialen Interaktion
(mindestens 2 der folgenden Merkmale):
  1. merkliche Beeinträchtigung mehrerer nicht-verbaler Verhaltensweisen, die die soziale Interaktion steuern, wie Blickkontakt, Gesichtsausdruck, Körperhaltung und Gesten
  2. Beziehungen zu Gleichaltrigen werden nicht oder nicht so entwickelt, wie sie dem Entwicklungsstand entsprechen würden
  3. Mangel an spontaner Hinwendung zu anderen, um mit diesen Freude, Interessen oder Stolz über eine Leistung zu teilen (betroffene Kinder neigen zum Beispiel nicht dazu, Dinge, die sie interessieren, anderen Menschen zu zeigen)
  4. Mangel an sozialer oder emotionaler Gegenseitigkeit
  • Beschränkte repetitive und stereotype Verhaltens-, Interessen- und Aktivitätenmuster
(mindestens 2 der folgenden Merkmale):
  1. umfassende Beschäftigung mit einem oder mehreren stereotypen und beschränkten Interessenmustern, die entweder hinsichtlich der Intensität oder hinsichtlich des Gegenstandes abnormal sind
  2. offensichtlich starres Festhalten an bestimmten nicht-funktionalen Routinen oder Ritualen
  3. stereotype und repetitive motorische Angewohnheiten (zum Beispiel Hand- oder Fingerbewegungen oder komplexe Bewegungen des ganzen Körpers)
  4. beharrliche Beschäftigung mit Objektteilen
  • Die Störung verursacht eine klinisch signifikante Beeinträchtigung in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Bereichen.
  • Keine klinisch bedeutsame allgemeine Sprachverzögerung (zum Beispiel Gebrauch einzelner Wörter im 2. Lebensjahr, kommunikative Sätze im 3. Lebensjahr).
  • Keine klinisch bedeutsame Verzögerung der Entwicklung der Kognition, der praktischen Fähigkeiten (self-help skills) und des Anpassungsverhaltens (außer soziale Interaktion), sowie – in der Kindheit – Neugier auf die Umgebung.
  • Die Störung erfüllt nicht die Kriterien einer anderen tiefgreifenden Entwicklungsstörung oder von Schizophrenie.

Gillberg und Gillberg (1989)

Bereits in den späten 1980er Jahren haben einzelne Autoren, wie der britische Psychiater Digby Tantam[19] und das kanadische Forscherteam Peter Szatmari, Rebecca Bremner und Joan Nagy[20], Diagnosekriterien formuliert.[21] Die heute gebräuchlichsten Kriterien stammen von den schwedischen Kinderpsychiatern Christopher und Carina Gillberg:[22]

  • Soziale Beeinträchtigung
(mindestens zwei der folgenden Merkmale):
  1. Unfähigkeit, mit Gleichaltrigen zu interagieren
  2. mangelnder Wunsch, mit Gleichaltrigen zu interagieren
  3. mangelndes Verständnis für soziale Signale
  4. sozial und emotional unangemessenes Verhalten
  • Eingegrenzte Interessen
(mindestens eines der folgenden Merkmale):
  1. Ausschluss anderer Aktivitäten
  2. repetitives Befolgen der Aktivität
  3. mehr Routine als Bedeutung
  • Repetitive Routinen
(mindestens eines der folgenden Merkmale):
  1. für sich selbst, in Bezug auf bestimmte Lebensaspekte
  2. für andere
  • Rede- und Sprachbesonderheiten
(mindestens drei der folgenden Merkmale):
  1. verzögerte Entwicklung
  2. (oberflächlich gesehen) perfekter sprachlicher Ausdruck
  3. formelle, pedantische Sprache
  4. seltsame Prosodie, eigenartige Stimmmerkmale
  5. beeinträchtigtes Verständnis einschließlich Fehlinterpretationen von wörtlichen/implizierten Bedeutungen
  • Nonverbale Kommunikationsprobleme
(mindestens zwei der folgenden Merkmale):
  1. begrenzter Blickkontakt
  2. begrenzte Gestik
  3. unbeholfene oder linkische Körpersprache
  4. begrenzte Mimik
  5. unangemessener Ausdruck
  6. eigenartig starrer Blick
  • Motorische Unbeholfenheit
Mangelnde Leistung bei Untersuchung der neurologischen Entwicklung

Erscheinungsbild

Während die ersten Auffälligkeiten des frühkindlichen Autismus bereits in den ersten Lebensmonaten zu Tage treten, wird das Asperger-Syndrom erst nach dem dritten Lebensjahr manifest.[1] Allgemeine Kennzeichen sind eine qualitative Beeinträchtigung der sozialen Kommunikation und Interaktion, mangelndes Einfühlungsvermögen, sensorische, motorische und sprachliche Auffälligkeiten sowie ausgeprägte Sonderinteressen.[5]

Motorik

Häufig für das Asperger-Syndrom sind einige motorische Auffälligkeiten, die beim frühkindlichen Autismus – auch beim Hochfunktionalen Autismus – normalerweise fehlen. Dazu zählen eine ungelenke und linkische Motorik, motorische Ungeschicklichkeit sowie grob- und feinmotorische Koordinationsstörungen.[5] Manche Kinder mit Asperger zeigen, wenn sie erregt oder ängstlich sind, motorische Manierismen, die auch beim frühkindlichen Autismus vorkommen, wie zum Beispiel ein flatterndes Auf- und Abschlagen der Arme, Hände oder Finger.[23]

Sozialverhalten

Ebenso wie autistische Kinder nehmen Kinder mit Asperger-Syndrom nur selten und nur flüchtig Blickkontakt auf. Im Alltag besonders auffällig ist ihr mangelndes Einfühlungsvermögen und ihr Unverständnis für zwischenmenschliche Interaktionen und Situationen. Sie sind sozial isoliert und ecken aufgrund ihrer Verhaltensauffälligkeiten überall an.[5] Im Klassenverband werden sie häufig gehänselt, ausgegrenzt und gemobbt.[24] Im englischen Sprachraum bezeichnen viele Menschen mit Asperger ihr Anderssein scherzhaft als „Wrong Planet Syndrome“ (deutsch etwa: Falscher-Planet-Syndrom) und drücken damit ihr Gefühl aus, irrtümlich auf einem fremden Planeten gestrandet zu sein, dessen Regeln und Bewohner sie nicht verstehen.[25] Während manche Ärzte, zum Beispiel Gillberg, davon ausgehen, dass Asperger-Autisten mit Gleichaltrigen von vornherein nicht interagieren wollen, haben Betroffene gelegentlich berichtet, dass sie Kontakte zu Gleichaltrigen im Gegenteil inständig wünschen, beim Versuch, solche Kontakte herzustellen, jedoch allzu leicht scheitern.[26]

Menschen mit Asperger-Syndrom werden, auch wenn sie zu anderen Kontakt aufnehmen wollen, auf Grund ihres häufig abgewendeten Blickes und ihrer „verschlossenen“ Körpersprache von Nicht-Autisten oftmals als förmlich, gefühlslos, ängstlich, schüchtern, ausweichend, abweisend oder desinteressiert wahrgenommen, wodurch eine Kontaktaufnahme häufig beeinträchtigt wird.[27]

Hans Asperger beobachtete, dass die betroffenen Kinder darüber hinaus auch zur „autistischen Selbstbeschau“ neigen; in Situationen, in denen andere Kinder selbstvergessen „dahinleben“, stehen Asperger-Kinder sich selbst und ihren körperlichen Funktionen oft (kritisch) beobachtend gegenüber.[28]

Sprache

Im Bereich der sprachlichen Entwicklung zeigen sich beim Asperger-Syndrom deutlich andere Auffälligkeiten als beim frühkindlichen Autismus. Charakteristisch für den frühkindlichen Autismus ist eine generelle Sprachentwicklungsverzögerung. Damit verbunden sind Symptome wie zum Beispiel Echolalie und eine Vertauschung der Pronomina. Selbst beim Hochfunktionalen Autismus sind die Artikulation, der verbale Ausdruck, die auditive Wahrnehmung, der Wortschatz und das verbale Gedächtnis gestört.[5]

Beim Asperger-Syndrom fehlen derartige Symptome. Die betroffenen Kinder entwickeln eine grammatisch und stilistisch hochstehende Sprache.[5] Die Beobachtungen hinsichtlich des Sprachbeginns gehen auseinander. Während zum Beispiel Remschmidt feststellt, dass Asperger-Kinder früh zu sprechen beginnen[29], berichtet Attwood, dass fast die Hälfte dieser Kinder erst spät sprechen lernt, diesen Rückstand bis zum Alter von fünf Jahren aber aufholt.[30] Wie bereits Hans Asperger beobachtete, fallen betroffene Kinder regelmäßig auch durch eine ihrem Alter nicht entsprechende, erwachsene, pedantische Ausdrucksweise und eine unnatürliche Prosodie auf. Im englischen Sprachraum wird das Asperger-Syndrom darum auch als „Little Professor Syndrome“ (deutsch etwa: Kleiner-Professor-Syndrom) bezeichnet.[31] Die Modulation ist oft monoton und undifferenziert und unterstützt zum Beispiel keine Differenzierung zwischen ernst und humorvoll gemeinten Äußerungen. Oft sind Sprechgeschwindigkeit und die Lautstärke unangepasst oder ungewöhnlich; auch unflüssiges, ruckartiges Sprechen kommt vor.[32]

Viele Kinder und Erwachsene mit Asperger-Syndrom neigen dazu, unablässig und langatmig zu reden, meist über ihr Lieblingsthema, und missachten dabei oft vollständig, ob der Zuhörer an diesem Thema interessiert ist und das Gespräch mitträgt.[32] Einige Autoren halten dieses monologische, egozentrische Reden, in dem sich deutlich die Unempfindlichkeit von Asperger-Menschen für soziale Feinheiten offenbart, für einen der auffälligsten Züge des Syndroms.[33] Weitere Charakteristika sind eine sehr detailorientierte Erzählweise mit Schwierigkeiten, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden[1], abrupte und für den Zuhörer nicht nachvollziehbare Themenwechsel, das Wörtlichnehmen von Redewendungen, das Antworten auf rhetorische Fragen, die Verwendung von Metaphern und Wortschöpfungen, die nur dem Sprecher geläufig sind, das Festhaften an Formulierungen, die wie auswendig gelernt oder wie aus einem Buch vorgetragen klingen[34], Selbstgespräche[35], das Nichterfassen von Nuancen (zum Beispiel Ironie, Necken) und ungenaues Zuhören.[36]

Spezialinteressen

Das Interesse an anderen Menschen scheint bei Menschen mit Asperger-Syndrom oft begrenzt zu sein. Tatsächlich gibt es jedoch eine Vielzahl von Belegen dafür, dass sie ein großes Interesse an sozialer Interaktion haben können, jedoch nicht wissen, wie dies zu bewerkstelligen sei. Schwierigkeiten beim Erkennen von Körpersprache und Mimik anderer spielen dabei eine Rolle und werden als 'mangelnde Empathiefähigkeit' interpretiert. Während 'neurotypische' Menschen als Spezialisten für soziale Interaktion bezeichnet werden könnten, entwickeln sie diese Spezialkompetenz nicht oder in unzureichendem Maße aus. Typischerweise haben sie jedoch andere 'Spezialinteressen', die inhaltlich oder hinsichtlich ihrer Intensität ungewöhnlich erscheinen.[1] Diese Interessen liegen oft in technischen oder naturwissenschaftlichen Gebieten wie Informatik, Mathematik, Physik, Biologie oder Astronomie; andere Betroffene beschäftigen sich leidenschaftlich mit Musik oder dem Auswendiglernen verschiedenartigster Fakten.[37] Andere sind leidenschaftliche Sammler, oft ungewöhnlicher Objekte.[38] Viele pflegen im Laufe ihres Lebens mehrere Spezialinteressen, jedoch selten mehr als eines oder zwei gleichzeitig.[39] Einige Menschen mit Asperger-Syndrom weisen eine Hoch- oder Inselbegabung auf; wie oft dies vorkommt, ist jedoch noch nicht untersucht.[40]

Emotionen

Hans Asperger empfand die Emotionen seiner Probanden nicht als gefühlsarm, sondern eher als von andersartiger Qualität.[41] Die autistische Schriftstellerin Temple Grandin äußerte sich zu ihren Gefühlen: „Meine Emotionen sind einfacher als die der meisten anderen Menschen. Ich weiß nicht, was eine vielschichtige Emotion in einer zwischenmenschlichen Beziehung ist. Ich verstehe nur einfache Emotionen wie Wut, Furcht, Glück und Traurigkeit“.[42]

Intelligenz

Während die Intelligenz beim frühkindlichen Autismus und selbst beim Hochfunktionalen Autismus regelmäßig beeinträchtigt ist, weisen Menschen mit Asperger-Syndrom meist eine normal ausgeprägte Intelligenz auf.[5] Bei Asperger-Kindern wird gelegentlich auch Hyperlexie beobachtet.[43] Häufig zeigen Kinder mit Asperger-Syndrom ein inhomogenes Intelligenzprofil. Sie zeigen häufig Stärken in den verbalen Aufgabenteilen.[44] Dieses Kriterium kann auch zur Abgrenzung von hochfunktionalem Autismus gesehen werden. Personen mit hochfunktionalem Autismus zeigen häufig sprachlich weniger gute Leistungen und sind im Handlungsteil stärker.[45]

Asperger-Syndrom und Genie

Hans Asperger schrieb: „Es scheint, dass für Erfolg in der Wissenschaft oder in der Kunst ein Schuss Autismus erforderlich ist.“[46] Die Frage nach dem Verhältnis zwischen dem Asperger-Syndrom und herausragenden Leistungen beschäftigt auch den irischen Kinderpsychiater Michael Fitzgerald, der seit 1999 eine Reihe von Aufsätzen und Büchern veröffentlicht hat, in denen er die Lebensläufe berühmter Persönlichkeiten auf Anzeichen des Asperger-Syndroms hin prüft. Fitzgerald ist davon überzeugt, dass viele Merkmale des Asperger-Syndroms Kreativität begünstigen und dass die Fähigkeit, sich intensiv auf einen Gegenstand zu konzentrieren und für eine schöpferische Arbeit endlose Mühsal auf sich zu nehmen, für dieses Syndrom charakteristisch sei.[47] Andere Forscher, wie Christopher Gillberg[48] und Oliver Sacks[49] haben ähnliche postume Diagnoseversuche unternommen. Um manche Persönlichkeiten – wie Isaac Newton und Albert Einstein – sind regelrechte Kontroversen entstanden.[50] Wieder andere Forscher stehen solchen Diagnoseversuchen grundsätzlich skeptisch gegenüber, wie zum Beispiel Fred Volkmar vom Yale Child Study Center, der äußerte: „Es gibt leider eine Art Hausindustrie, aufzudecken, dass jeder Asperger hat.“[51]

Konzentrations- und Lernprobleme

Andererseits werden manche Kinder mit Asperger-Syndrom gerade dadurch klinisch auffällig, dass sie ihre Aufmerksamkeit nicht willentlich steuern können (siehe auch exekutive Funktionen) und bei Aktivitäten, die sie nicht selbst gewählt haben – zum Beispiel in der Schule –, in hohem Grade unkonzentriert sind, woraus sich selbst bei hoher Intelligenz erhebliche Lernschwierigkeiten ergeben können.[52]

„Diese Störung der aktiven Aufmerksamkeit ist bei Kindern dieses Typs fast regelmäßig zu finden. Es ist also nicht oder nicht nur die landläufige Konzentrationsstörung vieler neuropathischer Kinder zu beobachten, die von allen äußeren Reizen, von jeder Bewegung und Unruhe um sie herum von ihrem Arbeitsziel abgelenkt werden. Diese Kinder sind vielmehr von vornherein gar nicht geneigt, ihre Aufmerksamkeit, ihre Arbeitskonzentration auf das zu richten, was die Außenwelt, in diesem Fall die Schule, von ihnen verlangt.“

Hans Asperger: Die „Autistischen Psychopathen“ im Kindesalter, S. 119

Wenn solche Konzentrationsschwierigkeiten vorliegen, ist das Asperger-Syndrom sogar mit ADHS zu verwechseln (siehe Differentialdiagnose).[53] Als Lernhindernis erweist sich tendenziell auch die für das Asperger-Syndrom typische Beeinträchtigung der zentralen Kohärenz: der Fähigkeit, zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden.

Ritualisierte Handlungen

Menschen mit Asperger sind oft darauf fixiert, ihre äußere Umgebung und Tagesabläufe möglichst gleichbleibend zu gestalten. Plötzliche Veränderungen können sie überfordern oder sehr nervös machen.[1][24] Dies liegt daran, dass Veränderungen einen höheren Grad an Aufmerksamkeit erfordern, was bei der angenommenen Schwäche von Menschen mit ASS, Informationen auszublenden, zu einer erhöhten Gehirnaktivität führen muss.

Ritualisierte Denk- und Wahrnehmungshandlungen

Zu den ritualisierten Handlungen können neben motorischen Schematismen, Stereotypien und repetitiven Sprechhandlungen auch die repetitiven und stereotypen Handlungen des Denkens und der Wahrnehmung gezählt werden. Diese bestehen in der Konzentration auf einige wenige, jedoch mit großer Intensität verfolgte Spezialinteressen. Ihnen eignet das gleiche repetitive Moment wie den Stereotypien der Körperbewegungen oder die Ritualisierung bestimmter Handlungsabläufe. Ihr Ziel ist es, den neuronalen Apparat durch Reduktion von Komplexität und Konzentration auf Weniges zu entlasten und damit in der Energiebilanz des Gehirns günstiger zu operieren.[54][55] Die intensive Herausbildung von Spezialinteressen führt zur Entwicklung von 'Inselbegabungen', die mehr oder weniger stark ausgeprägt sein können. Die sogenannten Inselbegabungen sind also keine Fähigkeit, die unabhängig von den Handlungen der jeweiligen Person einfach vorhanden ist, sondern die erst das Ergebnis einer langen und intensiven Beschäftigung mit einem bestimmten Gegenstandsbereich ist.[56] Hier bilden sich neuronale Felder und Netze von hoher lokaler Konnektivität heraus, die jedoch nur äußerst schwach durch globale Konnektivität im Gehirn mit anderen Arealen verbunden sind. [57]

Das Asperger-Syndrom im Erwachsenenalter

Erwachsene mit Asperger-Syndrom leben oft zurückgezogen und haben wenige „tatsächliche“ Sozialkontakte. An deren Stelle treten heutzutage beispielsweise häufig Kontakte über das Internet. Obwohl es einigen Menschen mit Asperger gelingt, eine stabile Partnerschaft aufzubauen und eine Familie zu gründen, ist es für andere aufgrund der mangelnden Empathiefähigkeit bereits schwierig, überhaupt Kontakt zu potenziellen Partnern aufzubauen. Oft werden die Anforderungen einer Partnerschaft auch als anstrengend empfunden. Entscheidend für die berufliche Entwicklung von Menschen mit Asperger ist die Frage, ob es gelingt, die Spezialinteressen beruflich umzusetzen.[1]

Einige erwachsene Menschen mit Asperger-Syndrom bauen bewusst oder unbewusst Bekanntschaften zu Menschen auf, mit deren charakterlichen Eigenschaften sie leicht umgehen können. Sie bauen sich ein soziales Netzwerk mit Menschen auf, die meist ebenfalls sehr introvertiert sind, vorwiegend auf einer sachlichen Ebene kommunizieren und oftmals ebenfalls Spezialinteressen haben, die aber nicht zwangsweise selbst autistisch sind (umgangssprachlich Geeks und Nerds). Erwachsene Menschen mit Asperger-Syndrom und einem funktionierenden sozialen Umfeld sind sich ihrer autistischen Züge häufig nicht bewusst. Sie sind jedoch leicht überfordert, wenn sie unfreiwillig etwas mit Menschen zu tun haben, deren Persönlichkeit sich zu sehr von der eigenen unterscheidet.[58]

Diagnose im Erwachsenenalter

Bei der Diagnose im Erwachsenenalter spielen oft weniger der Schweregrad als vielmehr die Lebensumstände eine Rolle. Bei guter privater und beruflicher Integration ist unter Umständen keine Diagnose oder zusätzliche Therapie nötig. Durch Lebenskrisen, hervorgerufen etwa durch z.B. Arbeitslosigkeit oder Scheidung, werden diese Menschen dann häufig durch fehlende Kompensationsstrategien auffällig und diagnostiziert. Dies berichten viele erst im Erwachsenenalter diagnostizierte Autisten.[59]

Partnerschaft und Sexualität

Menschen mit Asperger-Syndrom können durchaus eine intime Beziehung und eine Ehe oder Lebenspartnerschaft eingehen. Gemeinsame Interessen sowie ähnliche Überzeugungen können ein Zusammenkommen fördern. Frauen schätzen an autistischen Männern oft ihre beruflichen und intellektuellen Fähigkeiten, ihren Sinn für soziale Gerechtigkeit und ihre zuweilen femininen Seiten. Probleme in der Partnerschaft ergeben sich aus der Vernachlässigung der sozialen Kontakte und dem Fehlen von Gesten der Zuneigung. Sensorische Wahrnehmungen können auch zu Problemen bei der Sexualität führen.

Beruf

„Gerade bei den Autistischen sehen wir – mit weit größerer Deutlichkeit als bei den „Normalen“ –, daß sie schon von frühester Jugend an für einen bestimmten Beruf prädestiniert erscheinen, daß dieser Beruf schicksalhaft aus ihren besonderen Anlagen herauswächst.“

Hans Asperger: Die „Autistischen Psychopathen“ im Kindesalter, S. 133

Kriminalstatistik

Obwohl gegenwärtig noch nicht genügend epidemologische Studien vorliegen, vermuten die meisten Autoren, dass autistische Menschen eine niedrigere Kriminalrate hätten als nichtautistische Menschen. Sie wären eher Opfer als Täter. Zudem würden sie dazu neigen, Gesetze rigide anzuwenden, und hätten Probleme mit Gesetzesüberschreitungen.[60]

Prognose

Nach Hans Asperger hängt eine günstige Prognose vom intellektuellen Begabungsgrad ab. Weniger begabte Menschen kämen oft nur in einen untergeordneten Außenseiterberuf hinein und trieben sich im ungünstigsten Fall als „komische Originale auf den Straßen herum“.[61] Bei „intellektuell intakten“ und überdurchschnittlich begabten Autisten käme es „zu einer guten Berufsleistung und damit zu einer sozialen Einordnung, oft in hochgestellten Berufen, oft in so hervorragender Weise, daß man zu der Anschauung kommen muß, niemand als gerade diese autistischen Menschen seien gerade zu solcher Leistung befähigt“.[62]

Differentialdiagnose und Komorbiditäten

Hochfunktionaler Autismus und Asperger-Syndrom müssen von folgenden anderen Störungsmustern abgegrenzt werden:

  • Schizoide Persönlichkeitsstörung. Menschen mit leichtem Autismus sind häufig sehr offen, ehrlich und direkt und haben oft nur wenig Angst davor, anderen einen Einblick in ihr Innenleben zu gestatten. Dies kann man gut an der sehr offenen und persönlichen Selbstdarstellung in den vielen Autobiographien und Interviews von Asperger und Hochfunktionalen Autisten erkennen. Sie wünschen sich gerade im Erwachsenenalter oft Freunde und Bekannte. Wegen ihrer Unfähigkeit, subtile Gefühle beim Gegenüber wahrzunehmen und darauf angemessen zu reagieren, sind sie jedoch oft nur begrenzt zu Freundschaften in der Lage.[63]
  • Die Borderline-Persönlichkeitsstörung kann in Bezug auf die Schwierigkeit der Kontrolle impulsiver oder aggressiver Gefühle und dem selbstschädigenden Verhalten mit dem Asperger-Syndrom verwechselt werden. Die für das Asperger-Syndrom typischen Spezialinteressen, das ausgeprägt rationale Denken, die Probleme im Bereich der Sensorik/ Reizüberflutung und das motorische Ungeschick fehlen jedoch beim Borderline-Syndrom.[64][65]
  • Schizophrenie. Klassische schizophrene Symptome (wie Wahn, Halluzinationen und Denkstörungen) sind beim Asperger-Syndrom nicht zu beobachten. In etwa fünf Prozent der Fälle findet jedoch ein Übergang vom Asperger-Syndrom in eine schizophrene Erkrankung statt.[66] Menschen mit Asperger-Syndrom flüchten sich gelegentlich in ihre Fantasie oder in ihre Spezialinteressen, das hat aber nichts mit Schizophrenie zu tun, denn sie sind durchaus in der Lage, wieder in die Alltagsrealität zurückzukehren.[67]

Manchmal tritt das Asperger-Syndrom auch gemeinsam mit anderen Störungen auf (Komorbidität):

  • Zu den häufigsten komorbiden Störungen zählt die Depression, die meist durch Beeinträchtigungen in Privat- und Berufsleben mitbedingt ist.[1]
  • Einige Menschen mit Asperger-Syndrom erfüllen auch die Kriterien für eine Zwangsstörung oder eine zwanghafte Persönlichkeitsstörung. Im Falle einer einfachen Zwangsstörung ist die Abgrenzung vom Asperger-Syndrom einfacher als im Falle einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung. Asperger-Syndrom und Zwangsstörung können aber auch gleichzeitig vorliegen.[13]
  • Wenn Konzentrationsschwierigkeiten vorliegen, wird das Asperger-Syndrom leicht mit ADHS verwechselt.[53] Beide Störungen können aber auch gemeinsam auftreten.[68]
  • Gelegentlich ist ein gemeinsames Vorkommen von Asperger-Syndrom und Tourette-Syndrom beschrieben worden. Wenn ein Asperger-Syndrom alleine vorliegt, ist es vom Tourette-Syndrom jedoch gut zu unterscheiden.[5]
  • Wie Gillberg beschrieben hat, wird manchmal auch ein gemeinsames Vorkommen von Asperger-Syndrom und Anorexia nervosa beobachtet.[69]
  • Die Diagnose Atypischer Autismus (F84.1) wird gestellt, wenn die Kriterien weder für frühkindlichen Autismus noch für das Asperger-Syndrom passen, aber dennoch Charakteristika oder Probleme vorliegen, die dem Autismus-Spektrum zuzuordnen sind.[70]

Ursachen

Ursachen des Asperger-Syndroms wurden noch nicht nachgewiesen. Vermutet werden genetische Faktoren, die gemeinsam mit Entwicklungsstörungen neuronaler Strukturen und mit neuropsychologischen Ausfällen auftreten, woraus sich Einschränkungen im Bereich des nonverbalen Lernens ergeben.[5] Nicht-organische Ursachen, wie Fehler in der Erziehung, Vernachlässigung oder Traumata, werden heute ausgeschlossen.

Genetische Ursachen

Die Vermutung der Erblichkeit beruht unter anderem auf der schon von Hans Asperger beschriebenen Beobachtung, dass Personen mit „autistischer Psychopathie“ fast immer mindestens einen Elternteil haben, der ähnliche Persönlichkeitsmerkmale aufweist. Auch die Verlaufsuntersuchung von Wolff[66] weist auf eine „familiäre Belastung“ hin. Während die genetische Verursachung beim frühkindlichen Autismus durch Familien- und Zwillingsuntersuchungen inzwischen nachgewiesen werden konnte, fehlen entsprechende Untersuchungen beim Asperger-Syndrom aber noch.[5] Vermutet wird eine Beteiligung der Chromosomen 1, 3 und 13.[71]

Hirnschädigung und Hirnfunktionsstörungen

Es ist auch vermutet worden, dass das Asperger-Syndrom – ebenso wie andere Formen des Autismus – durch eine Entwicklungsstörung neuronaler Netze verursacht ist, die zu einer Fehlverarbeitung komplexer Information führt. Ausgangspunkt dieser Überlegungen sind Untersuchungen, die zum Teil auf klinischen Stichproben beruhen und keine allgemein gültigen Schlussfolgerungen zulassen, da solche Stichproben naturgemäß stark selektiv sind.[5] Es können jedoch weit über das Spektrum einer natürlichen Neurodiversität hinausgehende Abweichungen von neurotypischen Leistungen festgestellt werden, die weit oberhalb oder auch weit unterhalb des erwartbaren Leistungsniveaus liegen. Hier müssen erst die Forschungen zu den neurobiologischen Grundlagen des Autismus intensiviert werden, um genaueres sagen zu können. [72]

Neuropsychologische Ausfälle

Ein Forscherteam um Ami Klin hat sechs neuropsychologische Defizite identifiziert, die sich als gute Prädikatoren für das Asperger-Syndrom erwiesen. Es handelt sich um Ausfälle in der Feinmotorik, der visuomotorischen Integration, der visuellen Raumwahrnehmung, der nonverbalen Konzeptbildung, der Grobmotorik und im visuellen Gedächtnis.[12]

Um für psychiatrisch beschreibbare Symptome neuronale Entsprechungen identifizieren zu können, sind Neuropsychologen und Hirnforscher auf Modelle angewiesen, die zwischen beidem vermitteln. Ein umfassendes neurobiologisches Konzept konnte für das Asperger-Syndrom bisher noch nicht formuliert werden.[1] Folgende drei Modelle erscheinen in diesem Zusammenhang jedoch nützlich:

Theory of Mind

Der Ausdruck „Theory of Mind“ (ToM) bezeichnet in der Psychologie und in den Kognitionswissenschaften ein Modell für die Entstehung sozialer Kognitionen. Es bezeichnet die Fähigkeit, mentale Prozesse anderer zu verstehen und deren Perspektive zu übernehmen. Gegenstand dieses Modells ist die Fähigkeit, sich einerseits vorstellen zu können, dass andere Menschen eigene Vorstellungen, Gedanken und Gefühle haben und andererseits die Fähigkeit, diese auch nachzuempfinden. Neurophysiologisch scheint die Theory of Mind mit verschiedenen Hirnarealen wie dem medialen präfrontalen Cortex[73], der Amygdala und der Fusiform face area im Temporallappen[74] zu korrelieren. Auch das Spiegelneuronen-System scheint für die Entwicklung der ToM eine Rolle zu spielen.[75] Dass Kinder mit Asperger-Syndrom Defizite in Bezug auf diese neuronalen Funktionen haben, konnte bereits nachgewiesen werden. So haben sie zum Beispiel Schwierigkeiten, den emotionalen Ausdruck von Gesichtern zu verstehen und zu differenzieren; sie betrachten das menschliche Gesicht und dessen Ausdruck wie ein Objekt.[76] Im englischen Sprachraum bezeichnet man diese Einschränkung der Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, auch als Mindblindness.[77] Allerdings finden sich Defizite in der Theory of Mind auch bei anderen Störungen des Kindes- und Jugendalters. Untersuchungen fanden bei schizophrenen Erkrankungen, affektiven Erkrankungen und bei Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen ebenfalls Defizite.[78]

Zentrale Kohärenz (Ordnung der Wahrnehmung)

Ein weiterer Begriff, den die Neurowissenschaft beim Versuch, das Asperger-Syndrom zu erklären, heranzieht, ist die zentrale Kohärenz. Darunter versteht man in der Psychologie die Fähigkeit, einzelne Wahrnehmungselemente in einen Gesamtbedeutungskontext zu integrieren. Bei Menschen mit Asperger-Syndrom ist diese Fähigkeit beeinträchtigt. Ihre Wahrnehmung ist sehr detailorientiert und selektiv; den Gesamtzusammenhang zu erfassen, fällt ihnen schwer. Welche Hirnareale für diese Funktion verantwortlich sind, ist noch nicht bekannt.[1] Es gibt noch keine wissenschaftlichen Untersuchungen darüber, ob Autisten wirklich schlechter den Gesamtzusammenhang erfassen können als Nichtautisten. Trotzdem wird die Schwache-Zentrale-Kohärenz-Hypothese von Nichtautisten in der Literatur aber häufig als Tatsache vertreten.

Exekutive Funktionen (Handlungssteuerung)

Unter exekutiven Funktionen versteht man in Hirnforschung und Neuropsychologie diejenigen mentalen Funktionen, mit denen Menschen ihr Verhalten steuern und planen. Beim Asperger-Syndrom sind diese Funktionen oft beeinträchtigt. Schwer fällt es den Betroffenen insbesondere, willentlich ihre Aufmerksamkeit zu steuern oder neu erlernte Verhaltensweisen anzuwenden. Ein wichtiges neuronales Korrelat für diese Funktion ist der präfrontale Cortex.[79]

Behandlung

Nicht jedes Asperger-Syndrom besitzt Krankheitswert oder muss behandelt werden.[1] Auch gibt es derzeit gar keine kausal wirksame Therapie. Möglich ist eine symptomatische Therapie, die sich auf verhaltenstherapeutische Ansätze (zum Beispiel TEACCH, ABA) und die Einübung sozialer Fertigkeiten stützt. Mit den Behandlungsgrundsätzen für Menschen mit Asperger haben sich insbesondere Klin und Volkmar beschäftigt.[80] Auch eine Anpassung der äußeren Umgebung an die Schwierigkeiten der Patienten kann sinnvoll sein.[13] Wenn Symptome wie ausgeprägte Hyperaktivität und Unruhe, aggressives Verhalten, Schlafstörungen oder depressive Verstimmungen hinzukommen, werden auch Medikamente eingesetzt.[5] Verschiedene autistische Autoren wünschen sich keine Heilung des Syndroms, so etwa Liane Holliday Willey[81] oder Nicole Schuster.

„Ein Leben ohne Autismus – ist das wünschenswert? Diese Frage kann ich mit einem eindeutigen „Nein“ beantworten. Für mich ist mein Autismus keine Krankheit, die es zu heilen gilt. Mein Autismus ist für mich eine besondere Weise zu leben, zu denken, zu fühlen und zu handeln.“

Nicole Schuster[82]

Störung oder Normvariante der menschlichen Informationsverarbeitung?

Die Mehrzahl der Forscher – darunter Christopher und Carina Gillberg, das Wissenschaftlerteam des Yale Child Study Center und Helmut Remschmidt – beschreibt das Asperger-Syndrom als eine Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörung des Gehirns. Einen ganz anderen Ansatz verfolgt zum Beispiel der britische Psychologe Tony Attwood, der das Syndrom nicht als Störung, sondern als eine Normvariante der Wahrnehmung und der Informationsverarbeitung begreift. Attwood gesteht ein, dass Asperger-Autisten in einem sozialen Umfeld, dessen Verhaltensregeln sie nicht zu befolgen vermögen, strukturell benachteiligt sind, betont jedoch, dass diese Normvariante des Denkens eine volle Daseinsberechtigung habe.[83]

Von Attwood stammt auch der Ausdruck „neurologisch typisch“ (NT) als Bezeichnung für Menschen, die nicht autistisch sind. Während „NT“s emotional gesteuert seien und durch Intuition lernen, seien Asperger-Autisten logisch gesteuert und lernen durch Instruktion. Hilfreicher als eine Diagnose und die Aufzeichnung der Mängel eines Asperger-Autisten sei es, dessen Stärken und Talente zu identifizieren.[84] Als Alternative zu klinisch konnotierten Bezeichnungen wie „Asperger-Patient“ oder „Asperger-Autist“ hat die amerikanische Pädagogin Liane Holliday Willey 1999 den Ausdruck „Aspie“ geprägt, eine (Selbst-) Bezeichnung, die vor allem die Fähigkeiten und Stärken von Menschen mit Asperger akzentuiert.[85]

Viele Menschen mit Asperger sind heute organisiert und fordern – unter anderem auf Veranstaltungen wie dem Autistic Pride Day – die Entpathologisierung und die gesellschaftliche Anerkennung der autistischen Persönlichkeit. Der Kampfbegriff der Autismusrechtsbewegung – „Neurologische Vielfalt“ (neurodiversity) – bringt die Idee zum Ausdruck, dass eine untypische neurologische Entwicklung ein normaler menschlicher Unterschied sei, der ebenso Akzeptanz verdiene wie jede andere – physiologische oder sonstige – Variante des Menschseins.

In den Vereinigten Staaten versprechen Organisationen wie HEAL[86] und die von den Schauspielern Jenny McCarthy und Jim Carrey unterstützte Generation Rescue[87] andererseits, dass Autismusspektrumsstörungen durch eine geeignete Therapie nicht nur günstig beeinflusst, sondern vollständig geheilt und dass ihre Entstehung durch Prävention auch verhindert werden könne.

Forschungseinrichtungen

Zu den Einrichtungen, an denen Forschungsschwerpunkte für das Asperger-Syndrom bestehen, zählen das Yale Child Study Center der Yale University School of Medicine (Ami Klin), das Institute of Cognitive Neuroscience am University College London (Uta Frith), die Sektion für Psychiatrie und Neurochemie der Universität Göteborg (Christopher Gillberg, Carina Gillberg) und die Klinik für Kinder- und Jugendpsychotherapie der Philipps-Universität Marburg (Helmut Remschmidt).

Rechtssituation

Hauptartikel: Autismus

Das Asperger-Syndom als Sujet in der Kunst

Belletristik

Spielfilme

Literatur

  • Neurobiologie des ASS und des Asperger-Symdroms
    • Reinhard Krüger: homo significans: Der Mensch als Zeichenerzeuger. Förderung kommunikativer Kompetenz und die neurobiologichen Grundlagen des Lernens bei Menschen mit ASS, in: unterstützte kommunikation & forschung 1: Hirnforschung und Autismusspektrumsstörung, Karlsruhe: Von Loeper 2011, 4-20.
  • Einführungs- und Ratgeberliteratur
    • Valerie L. Gaus: Cognitive-Behavioral Therapy for Adult Asperger Syndrome (Guides to Individual Evidence Base Treatment). Guilford, New York 2007, ISBN 1-59385-497-8 (für Therapeuten geschrieben, aber allgemeinverständlich)
    • Isabelle Hénault: Asperger's Syndrome and Sexuality. Jessica Kingsley Publishers, London 2006, ISBN 978-1-84310-189-5
    • Ole Sylvester Jørgensen: Asperger. Syndrom zwischen Autismus und Normalität. Diagnostik und Heilungschancen. Beltz, Weinheim und Basel 2002, ISBN 3-407-22112-6.
    • Dinah Murray: Coming out Asperger. Jessica Kingsley Publishers, London 2006, ISBN 978-1-84310-240-3
    • Christine Preißmann: Psychotherapie und Beratung bei Menschen mit Asperger-Syndrom. Konzepte für eine erfolgreiche Behandlung aus Betroffenen- und Therapeutensicht. 2., vollst. überarbeitete und erweiterte Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-17-020757-8.
    • Regionalverband Mittelfranken Hilfe für das autistische Kind (Hrsg.): Asperger-Autisten verstehen lernen. Eine Handreichung (nicht nur) für Pädagoginnen und Pädagogen…mit praxiserprobten Lösungsansätzen. Emskirchen 2004/2010 (online verfügbar).
    • Daniel Tibi: Wie macht sich das Asperger-Syndrom bemerkbar? Eine Kurzinformation. Edition Aspergia, Kiel 2005.
  • Erfahrungsberichte

Weblinks

Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j k Mandy Roy et al.: Das Asperger-Syndrom im Erwachsenenalter. In: Dtsch Arztebl Int. Nr. 106(5), 2009, S. 59–64 (Artikel).
  2. Die „autistischen Psychopathen“ im Kindesalter, H. Asperger 1944 (.pdf-Datei, 7.85 MB)
  3. Christian Schanze: Psychiatrische Diagnostik und Therapie bei Menschen mit Intelligenzminderung, Schattauer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-7945-2422-8, S. 160
  4. Dirk Arnold van Krevelen: The psychopathology of autistic psychopathy, in: Acta Paedopsychiatrica, 1962, Band 29, S. 22–31
  5. a b c d e f g h i j k l Helmut Remschmidt: Das Asperger-Syndrom. Eine zu wenig bekannte Störung? In: Deutsches Ärzteblatt 97, Heft 19, 12. Mai 2000
  6. Daniel Tibi: Wie macht sich das Asperger-Syndrom bemerkbar? Eine Kurzinformation
  7. Geprägt wurde der Ausdruck 1981 von einem amerikanischen Forscherteam: M. K. DeMyer, J. N. Hingtgen, R. K. Jackson: Infantile autism reviewed: A decade of research, in: Schizophrenia Bulletin, 1981, Band 7, S. 388–451.
  8. R. Eisenmajer, M. Prior, S. Leekam, L. Wing, J. Gould, M. Welham unter anderem: Comparison of clinical symptoms in autism and Asperger's disorder, in: Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry, 1996, Band 35, S. 1523–1531; J. Kerbeshian, L. Burd, W. Fisher: Asperger's syndrome: to be or not to be?, in: The BritishJournal of Psychiatry, 1990, Band 156, S. 721–725; J. Manjiviona, M. Prior: Comparison of Asperger Syndrome and High-Functioning Autistic Children on a Test of Motor Impairment, Journal of Autism and Developmental Disorders, Februar 1995, Band 25 (1), S. 23–39; S. Ozonoff, B. F. Rogers, S. J. Pennington: Asperger's syndrome: evidence of an empirical distinction from high-functioning autism, in: Journal of Child Psychology and Psychiatry, 1991, Band 32, S. 1107–1122; P. Szatmari, G. Bartolucci, R. Bremner: Asperger's syndrome and autism: comparison of early history and outcome, 1989, in: Develepmental Medicine & Child Neurology, Dezember 1989, Band 31(6), S. 709–720
  9. Lorna Wing: The Relationship Between Asperger's Syndrome and Kanner's Autism, in: U. Frith (Hrsg.): Autism and Asperger Syndrome, Cambridge University Press, Cambridge 1991, S. 93–121
  10. Zum Beispiel Brenda Smith Myles, Terry Cooper Swanson, Jeanne Holverstott, Megan Moore Duncan (Hrsg.): Autism Spectrum Disorders: A Handbook for Parents and Professionals, 2003; Chantal Sicile-Kira: Autism Spectrum Disorders: The Complete Guide to Understanding Autism, Asperger's Syndrome, Pervasive Developmental Disorder, and Other ASDs, 2004
  11. Eric J. Masch, Russell A. Barkley: Child psychopathology, 2003, S. 434
  12. a b Ami Klin, Fred R. Volkmar, Sara S. Sparrow, Dante V. Cichetti, Byron P. Rourke: Validity and neuropsychological characterization of Asperger syndrome: convergence with non-verbal learning disabilities syndrome, in: The Journal of Child Psychology and Psychiatry, 1995, Band 36, S. 1127–1140
  13. a b c H. Remschmidt, I. Kamp-Becker: Das Asperger-Syndrom – eine Autismus-Spektrum-Störung, in: Deutsches Ärzteblatt, 2007, Band 104 (13), S. A 873–882
  14. cdc.gov: Autism Spectrum Disorders (ASDs), abgerufen 19. Dezember 2009
  15. www.autismspeaks.org vom 19. Dezember 2009
  16. www.psychiatrie-wissen.de: Asperger-Syndrom
  17. F84.5 Asperger-Syndrom
  18. 299.80 Asperger's Disorder
  19. Digby Tantam: A Mind of One's Own, 1988
  20. Peter Szatmari, Rebecca Bremner, Joan Nagy: Asperger´s Syndrome: A review of clinical features, in: Canadian Journal of Psychiatry, 1989, Band 34(6), S. 554–560; Diagnosekriterien für das Asperger Syndrom von Peter Szatmari, Rebecca Bremner und Joan Nagy (1989)
  21. Für einen Vergleich verschiedener Diagnosekriterien, die sich zum Teil erheblich unterscheiden, siehe auch: Mohammad Ghazuiddin, Luke Y. Tsai, Neera Ghaziuddin: Brief Report: A Comparison of the Diagnostic Criteria for Asperger Syndrome, in: Journal of Autism and Developmental Disorders, Dezember 1992, Band 22 (4), S. 643–649
  22. I. Carina Gillberg, Christopher Gillberg: Asperger syndrome-some epidemiological considerations: A research note, in: The Journal of Child Psychology and Psychiatry, Juli 1989, Band 30(4), S. 631–638
  23. Jan Johnston-Tyler: The Mom's Guide to Aspergers Syndrome: And Related Disorders, S. 239
  24. a b Katja Carstensen: Das Asperger-Syndrom. Alltag, Schule und Beruf, 2009, S. 28
  25. zum Beispiel WrongPlanet.net
  26. Robison: Look Me in the Eye, S. 211
  27. Preißmann: Psychotherapie und Beratung bei Menschen mit Asperger-Syndrom, Konzepte für eine erfolgreiche Behandlung aus Betroffenen und Therapeutensicht, 2., überarbeitete und erweiterte Auflage, S. 67
  28. Asperger (1944), S. 115f
  29. Helmut Remschmidt: Autismus: Erscheinungsformen, Ursachen, Hilfen, 2008, S. 49
  30. Tony Attwood: Asperger-Syndrom. Wie Sie und Ihr Kind alle Chancen nutzen, S. 175
  31. The Little Professor Syndrome The New York Times Magazine
  32. a b Asperger (1944), S. 114; Ami Klin ua.: Asperger Syndrome, in: Byron Patrick Rourke (Hrsg.): Syndrome of nonverbal learning disabilities: neurodevelopmental manifestations, 1995, S. 93–118 (besonders S. 101); Ami Klin unter anderem: Assessment Issues in Children and Adolescents with Asperger Syndrome, in: Ami Klin, Fred R. Volkmar, Sara S. Sparrow (Hrsg.): Asperger Syndrome (2000), S. 309–366 (besonders S. 323)
  33. Ami Klin, Sara S. Sparrow, Wendy D. Marans, Alice Carter, Fred R. Volkmar: Assessment Issues in Children and Adolescents with Asperger Syndrome, in: Ami Klin, Fred R. Volkmar, Sara S. Sparrow (Hrsg.): Asperger Syndrome (2000), S. 309–366; Digby Tantam: Asperger Syndrome in adulthood, in: Uta Frith: Autism and Asperger syndrome, 1991, S. 147–183
  34. Ole Sylvester Jørgensen: Asperger. Syndrom zwischen Autismus und Normalität. Diagnostik und Heilungschancen, 2002, S. 58
  35. Manche Asperger-Autisten führen Selbstgespräche, um ihre Gedanken zu ordnen, etwa um ein bereits geführtes Gespräch vollends zu verstehen oder um ein anstehendes Gespräch zu proben (Tony Attwood: Asperger-Syndrom. Wie Sie und Ihr Kind alle Chancen nutzen, S. 93f).
  36. James C. McPartland, Ami Klin: Asperger Syndrome, in: Adolescent Medicine Clinics of North America, 2006, Band 17, S. 771–788
  37. About Autism
  38. Attwood: The complete guide to Asperger’s syndrome, S. 178
  39. Dinosaurs 24/7: Understanding the Special Interests of Children with Asperger’s Syndrome
  40. Bernard Rimland schrieb 1978, dass unter den von ihm untersuchten Autisten etwa zehn Prozent Savants seien: Inside the Mind of the Autistic Savant, in: Psychology Today, August 1978, Band 12, S. 68–70
  41. Hans Asperger: Die Autistischen Psychopathen im Kindesalter S. 128
  42. Temple Grandin: Ich bin die Anthropologin auf dem Mars, S. 110
  43. Sigrid von Aster unter anderem: Kinder- und Jugendpsychiatrie: Eine praktische Einführung, 2008, S. 192
  44. ADS und Autismus – gibt es Gemeinsamkeiten? www.praxispaediatrie.ch (zuletzt aufgerufen am 24. Dezember 2009)
  45. Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland e. V. (BKJPP)/ Bundesarbeitsgemeinschaft der Leitenden Klinikärzte für Kinder-und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e. V. (BAG): Ingo Spitczok von Brisinski: Asperger-Syndrom, AD(H)S, Hochbegabung – differentialdiagnostische Aspekte, in: Forum der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Heft 4/2003, abgerufen am 5. Januar 2010
  46. Hans Asperger: Problems of infantile autism. Journal of the National Autistic Society, London 1979. Zitiert nach Tony Attwood: Ein ganzes Leben mit dem Asperger-Syndrom S. 249
  47. Michael Fitzgerald: Autism and creativity: is there a link between autism in men and exceptional ability? 2004, S. 2f
  48. Christopher Gillberg: Charles XII seems to have fulfilled all the criteria of Asperger syndrome, in: Läkartidningen, November 2002, Band 99 (48), S. 4837–4838
  49. Oliver Sacks: Henry Cavendish: An early case of Asperger's syndrome? in: Neurology, 2001, Band 57 (7), S. 1347
  50. Helen Muir: Einstein and Newton showed signs of autism, in: New Scientist, 30. April 2003; pro: Ioan James: Singular scientists, in: Journal of the Royal Society of Medicine, 2003, Band 96 (1), S. 36–39; Michael Fitzgerald: Einstein: Brain and Behavior, in: Journal of Autism and Developmental Disorders, 2004, Band 30 (6), S. 620–621; contra: Oliver Sacks: Henry Cavendish: An early case of Asperger's syndrome?
  51. Erica Goode: CASES; A Disorder Far Beyond Eccentricity, New York Times, 9. Oktober 2001
  52. Asperger (1944), S. 106, 199f
  53. a b ADHS oder Asperger-Syndrom?
  54. [Prof.Dr. Reinhard Krüger: homo significans: Der Mensch als Zeichenerzeuger. Förderung kommunikativer Kompetenz und die neurobiologichen Grundlagen des Lernens bei Menschen mit ASS, in: unterstützte kommunikation & forschung 1: Hirnforschung und Autismusspektrumsstörung, Karlsruhe: Von Loeper 2011, 4-20.]
  55. http://www.vonloeper.de/uk/
  56. [Dr. Brita Schirmer: Das Kommunizieren lernen. Besonderheiten im Kommunikationsverhalten von Menschen mit Autismus-Spektrums-Störung und therapeutische Konsequenzen., in: unterstützte kommunikation & forschung 1: Hirnforschung und Autismusspektrumsstörung, Karlsruhe: Von Loeper 2011, 21-25.]
  57. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,711302,00.html
  58. Prof. Dr. med. Volker Faust: ASPERGER-SYNDROM – Eine Autismus-Spektrum-Störung (ASS) in PSYCHIATRIE HEUTE – Seelische Störungen erkennen, verstehen, verhindern, behandeln (PDF)
  59. aspies.de
  60. Helmut Remschmidt und Inge Kamp-Becker: Asperger-Syndrom, S. 218
  61. Hans Asperger: Die „Autistischen Psychopathen“ im Kindesalter, S. 132
  62. Hans Asperger: Die „Autistischen Psychopathen“ im Kindesalter, S. 133
  63. Tony Attwood: Ein ganzes Leben mit dem Asperger Syndrom, S. 109
  64. name „Dilling“ Internationale Klassifikation psychischer Störungen/ICD-10 Kapitel V(F), S. 230, 288
  65. Tony Attwood: Ein ganzes Leben mit dem Asperger Syndrom
  66. a b Sula Wolff: Loners. The life path of unusual children, London, New York, Routledge, 1995
  67. Tony Attwood: Ein ganzes Leben mit dem Asperger Syndrom, S. 31–33
  68. M. Roy, W. Dillo, S. Bessling, H. M. Emrich, M. D. Ohlmeier: Effective Methylphenidate treatment of an adult Aspergers Syndrome and a comorbid ADHD, in: Journal of Attention Disorders, 2009, Band 12, S. 381–385
  69. Christopher Gillberg, Maria Råstam, Carina Gillberg: Anorexia nervosa outcome: Six year controlled longitudinal study of 51 cases including a population cohort, in: The Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry, 1994, Band 33, S. 729–739
  70. Bernhard Blanz, Helmut Remschmidt, Martin Schmidt, Andreas Warnke: Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter: Ein entwicklungspsychopathologisches Lehrbuch, 2006, S. 82ff
  71. T. Ylisaukko-Oja, T. Nieminen-von Wendt, E. Kempas unter anderem: Genome-wide scan loci of Asperger syndrome, in: Molecular Psychiatry 2004, Band 9, S. 161–168
  72. [Prof.Dr. Reinhard Krüger: homo significans: Der Mensch als Zeichenerzeuger. Förderung kommunikativer Kompetenz und die neurobiologichen Grundlagen des Lernens bei Menschen mit ASS, in: unterstützte kommunikation & forschung 1: Hirnforschung und Autismusspektrumsstörung, Karlsruhe: Von Loeper 2011, 4-20.]
  73. Uta Frith: Mind blindness and the brain in autism, in: Neuron 2001, Band 20, S. 969–979
  74. S. Baron-Cohen, H. A. Ring, S. Wheelwright unter anderem: Social intelligence in the normal and autistic brain: an fMRI study, in: European Journal of Neuroscience, 1999, Band 11, S. 1891–1898; K. Pierce, R. A. Müller, J. Ambrose, G. Allen, E. Courchesne: Face processing occurs outside the fusiform “face area“ in autism: evidence from functional MRI, in: Brain, 2001, Band 124, S. 2059–2073
  75. J. Bauer: Warum ich fühle, was du fühlst, Hoffmann und Campe, Hamburg 2006; J. H. G. Williams, A. Whiten, T. Suddendorf, D. I. Perrett: Imitation, mirror neurons and autism, in: Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 2001, Band 25, S. 287–295
  76. Helmut Remschmidt, Martin H. Schmidt (Hrsg.): Multiaxiales Klassifikationsschema für psychische Störungen des Kindes- und Jugendalters nach ICD-10 der WHO, Bern, Huber, 1994, ISBN 3-456-84284-8
  77. Geoffrey Cowley: Understanding Autism, in: Newsweek, 31. Juli 2000
  78. N. Bruning N, K. Konrad , B. Herpertz-Dahlmann: Bedeutung und Ergebnisse der Theory of Mind-Forschung für den Autismus und andere psychiatrische Erkrankungen. Z Kinder- und Jugendpsychiatrie Psychotherapie 33(2), 2005, S. 77–88
  79. J. M. Fuster: The prefrontal cortex: anatomy, physiology, and neuropsychology of the frontal lobe, Lippincott Williams and Wilkins, Philadelphia 1997
  80. Ami Klin, Fred R. Volkmar: Treatment and intervention guidelines for individuals with Asperger Syndrome, In: Ami Klin, Fred R. Volkmar, Sara S. Sparrow (Hrsg.): Asperger Syndrome. New York, Guilford Press 2000, S. 340–366
  81. Liane Holliday Willey: Ich bin Autistin aber ich zeige es nicht, S. 146
  82. Nicole Schuster: Ein guter Tag ist ein Tag mit Wirsing, S. 327
  83. Tony Attwood: Ein ganzes Leben mit dem Asperger-Syndrom. Alle Fragen – alle Antworten, TRIAS, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8304-3392-7; Carol Gray, Tony Attwood: Die Entdeckung von „Aspie“, 1999; vgl. Library of Parliament (Canada), Final Report on: The Enquiry on the Funding for the Treatment of Autism (2007): A. Definition of Autism
  84. Attwood: The complete guide to Asperger’s syndrome
  85. Liane Holliday Willey: Pretending to be Normal. Living with Asperger's Syndrome, 1999
  86. Webseite von HEAL
  87. Webseite von Generation Rescue
  88. Der Kalte Himmel bei IMDb
  89. I rymnden finns inga känslor bei IMDb
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