Aspersdorf
Wappen Karte
Wappen von Hollabrunn
Hollabrunn (Österreich)
DEC
Hollabrunn
Basisdaten
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Bundesland Niederösterreich
Politischer Bezirk Hollabrunn (HL)
Fläche 152,38 km²
Koordinaten 48° 34′ N, 16° 5′ O48.56666666666716.083333333333236Koordinaten: 48° 34′ 0″ N, 16° 5′ 0″ O
Höhe 236 m ü. A.
Einwohner 11.324 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte 74 Einwohner je km²
Postleitzahl 2020
Vorwahl 02952
Gemeindekennziffer 3 10 22
AT125
Adresse der
Gemeindeverwaltung
Hauptplatz 1
2020 Hollabrunn
Offizielle Website
Politik
Bürgermeister Helmut Wunderl (ÖVP)
Gemeinderat (2005)
(37 Mitglieder)
20 ÖVP, 10 SPÖ, 4 FPÖ, 3 Grüne
Lage der Stadt Hollabrunn
Karte
Hollabrunner Pfarrkirche
Hollabrunner Pfarrkirche

Hollabrunn ist die Bezirkshauptstadt des politischen Bezirkes Hollabrunn im westlichen Weinviertel in Niederösterreich. Der Name der Stadt ("Holerbrunen") leitet sich von Holler (Holunder) und Brunnen ab.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Stadt Hollabrunn liegt unmittelbar westlich des Ernstbrunner Waldes im Tal des Göllersbaches im Weinviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 152,3 Quadratkilometer. 32,07 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Die Großgemeinde Hollabrunn besteht aus 22 Katastralgemeinden. Diese sind Altenmarkt im Thale, Aspersdorf, Breitenwaida, Dietersdorf, Eggendorf im Thale, Enzersdorf im Thale, Groß, Hollabrunn, Kleedorf, Kleinkadolz, Kleinstelzendorf, Kleinstetteldorf, Magersdorf, Mariathal, Oberfellabrunn, Puch, Raschala, Sonnberg, Suttenbrunn, Weyerburg, Wieselsfeld und Wolfsbrunn.

Geschichte

Die Stadt und ihr Umland sind bereits seit der Jungsteinzeit besiedelt. Die erste schriftliche Erwähnung von Hollabrunn erfolgte in einer Schenkungsurkunde des Jahres 1135, in der Markgraf Diepold III. von Vohburg einem bayrischen Kloster eine Schenkung von "sieben Grundholden und drei Weingärten" machte. In diesem Dokument wird auch ein Wilvolvisdorf bei Hollabrunn erwähnt. Man nimmt an, dass es sich dabei um eine Siedlung im Bereich Hofmühle und Lothringerplatz handelt, die sich später mit Hollabrunn (Siedlung im Bereich Wiener Straße) vereinigt hat.

Ab 1288 wurde der Ortsname Oberhollabrunn (Hollabrunn superior) zur Unterscheidung von Niederhollabrunn verwendet. Die Herrschaft übten damals die Herren von Sonnberg aus, die um 1220 die Pfarre Hollabrunn gründeten und dem Ort bereits vor 1377 das Marktrecht verliehen. Weil der böhmische König Johann 1336 Hollabrunn verwüstete, musste die Pfarrkirche neu gebaut werden.

Als die Sonnberger im 14. Jahrhundert verarmten, wechselten in der Folgezeit die Herrschaften sehr oft, bis sie Mitte des 16. Jahrhunderts auf das Geschlecht der Gilleis überging. Ab etwa 1530 war der Ort eine Poststation an der Route Wien-Prag. Unter Georg von Gilleis bekam Hollabrunn 1565 das heute noch verwendete Marktwappen, 1574 wurde das Marktprivileg erneuert.

In der Reformationszeit wurde die Bevölkerung überwiegend lutheranisch. 1662 übernahmen die Dietrichsteiner die Herrschaft über den Ort und förderte die Gegenreformation. 1667 wurde ein Kapuzinerkloster errichtet, das Joseph II. bereits 1783 aufhob. 1683 zog der König von Polen Jan Sobieski mit seinen Truppen durch Hollabrunn.

Während der Franzosenkriege war der Ort 1805 Schauplatz einer Schlacht. Hollabrunn ist daher auch auf der Inschrift am Arc de Triomphe in Paris erwähnt. Auch 1809 kam es in der Nähe des Ortes zu Kämpfen zwischen Österreichern und Franzosen.

Am 31. Mai 1824 wurde eine Sparkasse gegründet, die damit eine der ältesten Österreichs ist. Nach der Revolution von 1848 wurden Bezirksverwaltungsbehörden errichtet, für die 1872 eröffnete Süd-Norddeutsche Verbindungsbahn wurde ein Bahnhof in Hollabrunn gebaut. 1875 erhielt der Ort ein Spital.

1908 wurde der Markt wegen "seines geregelten Gemeindewesens und seines bedeutenden Aufschwungs" zur Stadt erhoben und 1928 schließlich von Oberhollabrunn in Hollabrunn umbenannt.

Von 1902 bis 1938 bestand die Israelitische Kultusgemeinde Hollabrunn.

Politik

Bürgermeister der Stadtgemeinde ist Helmut Wunderl, Amtsleiter Franz Stockinger. Im Gemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2005 bei insgesamt 37 Sitzen folgende Mandatsverteilung: ÖVP 20, SPÖ 10, FPÖ 4, Grüne 3, andere keine Sitze.

Wirtschaft und Infrastruktur

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 555, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 294. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 4868. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 47,14 Prozent.

Öffentliche Einrichtungen

Ämter und Behörden

Schulen

Erzbischöfliches Realgymnasium Hollabrunn

Heute ist Hollabrunn vor allem eine Schulstadt. Die Wurzeln dieser Tradition wurde durch die Gründung des Gymnasiums 1865 und des erzbischöflichen Seminars 1881 gelegt. Zudem gibt es mehrere Universitätslehrgänge und Fachhochschul-Studiengänge (in Zusammenarbeit mit der Hamburger Fern-Hochschule).

  • 2 Volksschulen (Kirchenplatz: VS 1, Koliskoplatz: VS 2)
  • Sonderpädagogisches Zentrum
  • Euro-Hauptschule Hollabrunn
  • Hauptschule (Sondererziehungsschule)
  • Polytechnische Schule
  • Gewerbliche Berufsschulen für Fleischer, Friseure, Kleidermacher
  • Landwirtschaftliche Fachschule
  • Realgymnasium und Aufbaugymnasium der Erzdiözese Wien (seit 1974)
  • Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium (seit 1865)
  • Höhere Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe
  • Höhere Technische Bundeslehranstalt
  • Höhere technische Lehranstalt für Lebensmitteltechnologie
  • Frank Stronach Fußballnachwuchsakademie (seit 2000)
  • Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule
  • Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege am a. ö. Krankenhaus Hollabrunn
  • Walter Lehner Musikschule (seit 1974)
  • Department 5 der Pädagogischen Hochschule für Niederösterreich (seit Oktober 2007)
  • Universitätszentrum Hollabrunn

Gesundheit


Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Tor zur Alten Hofmühle

Am Hauptplatz wurde 1681 eine Pestsäule mit einer Marienstatue errichtet, 1713 wurde sie um vier Heiligenstatuen (Sebastian, Rochus, Franz Xaver, Johann von Nepomuk) erweitert. Daneben befindet sich der 1862 errichtete Florianibrunnen mit einer gusseisernen Statue des heiligen Florian.
Die dem heiligen Ulrich geweihte Stadtpfarrkirche geht auf einen romanischen Bau zurück, der um 1160 errichtet und Ende des 13. Jahrhunderts nach Osten erweitert wurde. Nach der Zerstörung (1336) wurde sie im gotischen Stil neu errichtet und im 17. Jahrhundert barockisiert. 1823 wurde der barocke Hochaltar entfernt, 1880 wurde der jetzige neugotische Hochaltar aufgestellt. Um die Pfarrkirche befand sich ein Friedhof, der 1784 aufgelöst wurde. Einige Grabplatten wurden an der Außenmauer der Kirche befestigt.
Die Filialkirche in der Gartenstadt wurde von 1970 bis 1972 gebaut, die Glasfensterwand an der Ostseite schuf Franz Deéd, das Mosaik an der Außenwand stammt von Hermann Bauch.
Die Alte Hofmühle war ursprünglich ein Herrensitz und wurde später als Mühle verwendet. Im Hof wurde 1974 ein barocker Bildstock aus dem 17. Jahrhundert aufgestellt. Heute dient die Alte Hofmühle als Museum.

Wohnen morgen

Unter Architekten ist Hollabrunn durch die 1972 von Ottokar Uhl mit Partizipation der Bewohner geplanten Reihenhäuser an der Bachpromenade bekannt.

Ein Kuriosum ist der sogenannte Pinkelstein im benachbarten und zur Gemeinde gehörenden Raschala. Der Name kommt von einer Legende, die besagt, dass Wolfgang Amadeus Mozart bei einer seiner Reisen nach Prag sein „Geschäft“ an diesem Stein verrichtete. Bei diesem Stein findet jedes Jahr das berühmte "Ringelreih'n am Pinkelstein" statt.

Städtepartnerschaften

Hollabrunn unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:

Jinhua (China)
Kyjov (Tschechien)
Holíč (Slowakei)

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Edmund Angerer, Weihbischof und Generalvikar der Erzdiözese Wien
  • Otto Kutscher (1867–1952), Vizebürgermeister von Hollabrunn
  • Adolf Gal (1816–1884), Bezirkshauptmann
  • August Edler von Gschmeidler (1823–1906), Gemeinderat, Sparkassenvorsteher
  • Eduard Adolf Freiherr Schwäger von Hohenbruck (1862–1909), Bezirkshauptmann
  • Konrad Maria Eusebius zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst von Ratibor und Corvey (1863–1918), Ministerpräsident
  • Hans Kny (1851–1918), Direktor des Gymnasiums
  • Rudolf Kolisko (1859–1942), Bürgermeister, Abgeordneter zum Niederösterreichischen Landtag
  • Anton Rapf (1833–1903), Sparkassendirektor, Bürgermeister
  • Franz Reuckl (1844–1908), Rektor des Seminars, Sparkassenvorsteher
  • Ferdinand Schirnböck (1859–1930), akademischer Maler
  • Josef Veigl (1806–1866), Militärgeograf
  • Leopold Waber (1875–1945), Vizekanzler, Innen-, Unterrichts- und Justizminister
  • Felix Ritter von Winiwarter (1852–1931), Chirurg und Primar am Städtischen Krankenhaus

Söhne und Töchter der Stadt

  • Ehrenreich Weismann (1641–1717), evangelischer Generalsuperintendent und Verfasser lateinischer Wörterbücher
  • Hieronymus Übelbacher (1674–1740), Propst vom Stift Dürnstein
  • Felix Ritter von Luschan (1854–1924), Ethnologe und Prähistoriker
  • Ferdinand Schirnböck (1859–1930), akademischer Maler
  • Josef Bayer (1882–1931), Archäologe
  • Maria Jordan (1893–1955), Lyrikerin
  • Erwin Ringel (1921-1994), Professor für Medizinische Psychologie, Gründer der „Internationalen Vereinigung für Selbstmordverhütung“ (IASP)
  • Erich Wessner (* 14. März 1948 in Hollabrunn), Tenor an der Wiener Staatsoper
  • Gertrude Brinek (* 1952), Politikerin
  • Hermes Phettberg (* 1952), Künstler und Talkmaster
  • Dominic Heinzl (* 1964), Fernsehmoderator und Unternehmer
  • Werner Auer (* 11. Dezember 1965 in Hollabrunn), Intendant der Felsenbühne Staatz, Sänger, Musicalautor, Kabarettist, Moderator, Texter und Komponist, Regisseur
  • Erich Benedini (* 7. Oktober 1931, † 1. Jänner 2005), Komponist von U-Musik, Arrangeur, Musikverleger, Textautor und Produzent
  • Regina Fritsch (* 12. Juni 1964), Schauspielerin am Burgtheater und in Kino und TV
  • Philipp Fleischmann (* 1985), Schauspieler
  • Peter Buchta (* 1971), Schauspieler

Literatur

  • Herta Burger-Ringer: Drogerie zum Schwarzen Hund. Böhlau 2005, ISBN 3-205773489
  • Ernst Bezemek u. Willibald Rosner (Hrsg.): Vergangenheit und Gegenwart. Der Bezirk Hollabrunn und seine Gemeinden. Hollabrunn 1993, ISBN 3-9500209-0-5 (formal falsche ISBN)
  • Alfred Fehringer: »Ihr müsst hier weg«. Die jüdische Gemeinde Hollabrunn von 1850 bis 1938. Mandelbaum, Wien 2008, ISBN 978-3-85476-273-7
  • Werner Lamm: Hollabrunn. Geschichte in Bildern. Sutton, Erfurt 2001, ISBN 3-89702-296-6
  • Werner Lamm: Hollabrunn in alten Ansichten. Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1994, ISBN 90-288-5822-9
  • Werner Lamm: Kirchliche Kunst in Hollabrunn. Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten 1984, ISBN 3-85326-334-8
  • Werner Lamm: Vom Flüchtlingslager zur Gartenstadt. Hollabrunner Museumsverein, Hollabrunn 1999, ISBN 3-901693-00-7 (formal falsche ISBN)
  • Dr. Ernst Ritter: So war’s einmal in Hollabrunn. Stadtgemeinde Hollabrunn 1982 PDF-Datei
  • Sparkasse Hollabrunn (Hrsg.): Bezirkskunde Hollabrunn. Sparkassenverlag, Wien 1974

Weblinks


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