Asphaltanlagen

In Asphaltmischanlagen wird Asphaltmischgut durch einen thermischen Vermischungsprozess von Mineralgesteinen, Füller (Gesteinsmehl), Bindemittel (meist Bitumen) und ggfs. Additiven hergestellt. Der Vermischungsprozess ist in der Regel dann optimal, wenn das Mineral homogen vermischt und vollständig vom Bindemittel benetzt ist. Der komplexe Verfahrensablauf der gesamten Asphaltmischanlage wird meist über eine zentrale Steuerung ermöglicht. Die durchschnittliche Anlagenleistung einer Asphaltmischanlage liegt in der Regel zwischen 80 t bis zu 300 t Asphaltmischgut in der Stunde. Die notwendigen Sicherheitsanforderungen für Asphaltmischanlagen werden in der Norm DIN EN 536 behandelt. Die Anforderungen an das Asphaltmischgut werden in der Norm DIN EN 13108 definiert.

Inhaltsverzeichnis

Produktionsverfahren

Man unterscheidet grundsätzlich zwei Produktionsverfahren:

Bei der kontinuierlicher Produktion erfolgt der Mischprozess im (pausenlosen) Durchlaufbetrieb. Dabei werden die einzelnen Komponenten kontinuierlich dem Mischprozess zugegeben. Dieses Verfahren eignet sich besonders für große Baulose mit gleich bleibendem Mischgut.

Bei der diskontinuierlichen Produktion werden im Betrieb nach einem Rezept, die vorher verwogenen Komponenten des Asphaltmischgutes chargenweise in einen Asphaltmischer gemischt. Dieses Verfahren ist flexibler, da es die chargenweisen Änderungen des Mischrezeptes ermöglicht. Außerdem lassen sich hier in der Regel durch genauere Zugabemengen und angepasste Mischzeiten bzw. Mischzyklen eine höhere Mischqualität erzielen.

In Europa wird überwiegend das diskontinuierliche Produktionsverfahren bei der Asphaltproduktion eingesetzt.

Typen von Asphaltmischanlagen

Es gibt drei verschiedene Anlagentypen bei Asphaltmischanlagen:

  • Stationäre Anlagentypen werden meist verkehrsgünstig platziert, um von dort aus einen möglichst großen Lieferbereich abzudecken (zum Beispiel Autobahnabfahrten oder Industriegebiete von Großstädten) und um den Lieferverkehr zur Baustelle kurz zu halten. Teilweise stehen die Asphaltmischanlagen auch in regionalen Mineralstofflagerstätten wie Steinbrüchen, um die Mineralstoffanlieferung kostengünstig zu halten. Dieser Anlagentyp benötigt ein Betonfundament.
  • Leicht versetzbare Anlagentypen eignen sich für Baustellen mit einem begrenzten Zeitrahmen, die dann mit einem Bauabschnitt umziehen können (zum Beispiel Autobahnneubau). Dieser Anlagentyp besitzt meist ein eigenes Stahlfundament.
  • Radmobile Anlagentypen werden meist eingesetzt, wenn nur kleinere Losgrößen in weit abgelegenen ländlichen Gegenden benötigt werden (beispielsweise Straßenbau in Sibirien). Dieser Anlagentyp benötigt am Aufstellungsort lediglich einen von LKW befahrbaren Platz als Fundament.

Anlagenbaugruppen

Asphaltmischanlagen sind meist modular aufgebaut mit verschiedenen elementaren Baugruppenfunktionen:

  • Lagerstätte für Mineralstoffe (Vordosierung)
  • Trocknung für Mineralstoffe (Trockentrommel mit Brenner)
  • Trocknung für die Reinigung und Wiedergewinnung der aus der Trommel austretenden Stäube und Gase (Entstaubung)
  • Heißabsiebeeinheit (Siebmodul)
  • Silo zur Bevorratung von heißem Mineral (Heißmineralsilo)
  • Modul mit Waagen zum Verwiegen der heißen Komponenten (Waagenmodul)
  • Modul mit einem Mischer zum Vermischen der benötigten Komponenten (Mischermodul)
  • Lagerstätte zur Bevorratung des fertigen Mischguts (Mischgutsilo)
  • Lagerstätten für Füller (Füllersilos)
  • Lagerstätten für Bindemittel (Bitumentankanlage)

Die häufigsten Baugruppen für einen erweiterten Funktionsumfang sind unter anderem:

Hersteller (Auswahl)

  • Ammann
  • Astec
  • Benninghoven
  • Fayat
  • Lintec
  • Teltomat

Weblinks


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