Ostermontag

Der Ostermontag gehört mit dem 26. Dezember und dem Pfingstmontag zu den zweiten Feiertagen der drei christlichen Hauptfeste. In zahlreichen Ländern, darunter Deutschland, Österreich und weiten Teilen der Schweiz, wird er als gesetzlicher Feiertag begangen.

Weihnachten und Ostern, früher auch Pfingsten, werden mit einem je achttägigen Fest (Oktav) gefeiert, das bis zum folgenden Sonntag dauert. Dabei zählt im Falle von Ostern jeder einzelne Wochentag als Hochfest. Um wenigstens an einem der Werktage einen Festgottesdienstbesuch zu ermöglichen, wurden die zweiten Feiertage an den Montagen eingeführt.

Inhaltsverzeichnis

Liturgische Bedeutung

Der Ostermontag steht als zweiter Feiertag ganz im Zeichen des Osterfestes. Allerdings wird hier eine andere Bibelstelle verwendet, welche die Auferstehung Jesu Christi aus dem Blickwinkel der Emmaus-Jünger erzählt. Streng genommen ist der Montag also die Fortsetzung des Ostertages und somit – liturgisch – nur bedingt als eigenständiger Tag zu sehen. Biblisch ist die Geschichte am Ostersonntag verankert und nicht am Ostermontag.

Im Tagesevangelium (Lk 24,13-29 EU) sind zwei Jünger am dritten Tag nach der Kreuzigung Jesu aus Jerusalem fortgegangen, um wieder nach Emmaus zurückzukehren. Auf dem Weg dorthin schließt sich ihnen ein dritter, unbekannter Mann an. Dieser hinterfragt die Trauer der beiden Heimkehrer und erläutert ihnen schließlich, dass der Messias all das erleiden musste, wie es die alten Schriften vorhergesagt hatten. In Emmaus angekommen, laden die Jünger den Mann in die Herberge ein. Er bricht am Tisch das Brot, und in diesem Moment erkennen sie den auferstandenen Jesus, der aber vor ihren Augen verschwindet. Sie kehren sofort um, erreichen noch in der Nacht wieder Jerusalem und erzählen den dort noch versammelten Jüngern von ihrem Erlebnis.

Der Ostermontag gehört in der römisch-katholischen Kirche zu den Grenztagen der Heiligen Woche (Palmsonntag bis Ostersonntag). Diese zählt bis zum Gründonnerstag zur Fastenzeit; die Kartage Karfreitag und Karsamstag gehören zum Osterfasten.

Regionale Bräuche

Da am Ostersonntag das Fasten endet, entwickelten sich aus diesem Anlass verschiedene Feiern, wie sportliche Wettkämpfe und zahlreiche rituelle Feiern. Durch die Einführung eines zweiten Feiertags konnten in den deutschsprachigen Ländern für den Ostermontag eigene Bräuche entstehen. So erinnert der Emmausgang oder Emmaus-Osterspaziergang an den Gang der beiden Jünger Christi von Jerusalem nach Emmaus, wo ihnen der auferstandene Jesus von Nazaret begegnete. Meist beginnt der Emmausgang vor der Pfarrkirche und endet bei einer Kapelle.

In Traunstein im Chiemgau wird am Ostermontag der Schwertertanz und Georgiritt begangen, bei dem heute symbolisch der Winter vertrieben wird.

In vielen ländlichen Gemeinden in Oberbayern ist der alte Brauch des österlichen Feldumganges noch lebendig. Der Bauer, unter Begleitung meist aller Hausbewohner, geht das Roggen- und Weizensaatfeld, auch Winterfeld genannt, ab.

Ostermontagsschwingfest auf der Großen Schanze in Bern um 1775

Seit 1720 ist in der Stadt Bern der Ostermontagsumzug nachweisbar, bei dem die Magistraten vom Münster ins Rathaus zogen und die Handwerke der Küfer und der Metzger Umzüge durch die Stadt veranstalteten. An diesem Tag fand auf der Großen Schanze in Bern zudem bis ins 19. Jahrhundert ein festlicher Wettkampf im Schwingen statt.

Außerdem haben sich über die Jahrhunderte verschiedene Bräuche erhalten, so zum Beispiel der „Traditionelle Remlinger Eierlauf“ in Remlingen (Unterfranken), die „Schönecker Eierlage“ in Schönecken (Eifel) oder das Osterreiten in der Lausitz (vorwiegend in der katholischen Oberlausitz), bei dem oft die Kirchenlieder in sorbisch gesungen werden.

Siehe auch

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