Asplenie
Klassifikation nach ICD-10
D73.0 Hyposplenismus
- Asplenie nach Splenektomie
- Atrophie der Milz
Q89.0 Angeborene Fehlbildungen der Milz
- Asplenie (angeboren)
ICD-10 online (WHO-Version 2011)

Asplenie bezeichnet in der Medizin die Funktionsunfähigkeit der Milz. Dabei wird zwischen dem tatsächlichen Fehlen des Organs Milz (anatomische Asplenie: angeboren oder nach operativer Entfernung der Milz (Splenektomie)) und der funktionellen Asplenie unterschieden.

Inhaltsverzeichnis

Diagnose

Eine angeborene Fehlanlage der Milz kann durch bildgebende Verfahren wie die Sonografie, die Computer- oder Magnetresonanztomografie festgestellt werden. Sie kommt selten in Kombination mit anderen Mittelliniendefekten wie angeborenen Herzfehlern vor. Eine solche Kombination heißt nach ihrem Erstbeschreiber Ivemark-Symptomenkomplex und zählt zu den sogenannten Heterotaxien.

Die funktionelle Asplenie kann in Rahmen von Sichelzellenanämie, bei systemischen Autoimmunerkrankungen, bei Amyloidose oder nach der Transplantationen von Stammzellen (allergische Reaktion) entstehen. In diesem Fall ist die Milz zwar vorhanden, aber nicht mehr funktionsfähig. Die Asplenie kann durch ein Blutbild diagnostiziert werden. Dabei werden die Howell-Jolly-Körperchen, die sonst durch die Milz abgebaut werden, nachgewiesen.

Als Autosplenektomie[1] wird eine funktionelle Asplenie infolge von i.d.R. multiplen Milzinfarkten, Blutungen, Fibrosierung oder Involution bezeichnet.

Gefahren

Aufgrund einer Asplenie steigt für den Patienten die Gefahr von Infektionen. Insbesondere kapseltragende Bakterien wie Pneumokokken können bei Asplenie eine schwer verlaufende Sepsis (overwhelming post-splenectomy-Infection, OPSI) verursachen. Ursache ist, dass die immunologische Wirkung der Milz nicht bzw. nicht mehr vorhanden ist. Ebenso steigt bei Asplenie das Risiko für Pilzinfektionen.

Vorbeugung

Asplenie-Patienten werden möglichst gegen Pneumokokken geimpft. Im Kindesalter kommt auch eine Antibiotika-Prophylaxe in Frage, um potentiell gefährliche Infektionen zu vermeiden.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 259. Auflage, Walter de Gruyter, Berlin, 2002, S. 160
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