Assimilationsparenchym

Parenchym (von gr. enchyma „das Eingegossene“, „Füllung“) bezeichnet tierisches oder pflanzliches Grundgewebe. In der Regel weisen die das Gewebe bildenden Zellen keine besondere anatomische Differenzierung auf.

Inhaltsverzeichnis

Bei Tieren

Parenchym (Funktionsgewebe) bezeichnet das durch die Funktionszellen eines Organs gebildete Gewebe (z. B. die Nephrone der Niere, die Alveolen der Lunge, die weiße und rote Pulpa der Milz). Dazu im Gegensatz steht das Interstitium, das untergliedernde Bindegewebe, das keine eigentliche Organfunktion übernimmt, sondern die zu- und abführenden Gefäße und Nerven enthält. Das Parenchym kann auch als mesodermales Bindegewebe bezeichnet werden, um zum Ausdruck zu bringen, dass es sich vom Mesoderm ableitet.

Bei Pflanzen

Aufbau eines Laubblattes mit Schwammparenchym

Parenchymzellen sind dünnwandige Zellen des Grundgewebes, die den Großteil von nichtholzartigen (krautigen) Pflanzenstrukturen ausmachen (obwohl in manchen Fällen ihre Zellwände verholzt sein können) und beispielsweise der Speicherung von Nährstoffen dienen. Es werden dabei mehrere Typen unterschieden.

Palisadenparenchym

Das Palisadenparenchym oder Palisadengewebe ist ein pflanzliches Gewebe, das man in den Blättern der höheren Pflanzen unterhalb der oberen Epidermis findet. Es besteht aus langgestreckten, zylindrischen Zellen und dient größtenteils der Photosynthese. Nebeneinanderliegende Zellen ähneln daher Palisaden, wenn man einen Blattquerschnitt mit dem Lichtmikroskop betrachtet. Zu bedenken ist hierbei jedoch, dass die Zellen des Palisadenparenchyms nicht nur in einer Reihe, sondern auch zu einer Fläche angeordnet sind. Interzellularen sind in diesem Gewebe selten. Palisadenparenchymzellen enthalten im Vergleich zu Schwammparenchymzellen etwa drei- bis fünfmal so viele Chloroplasten.

Blätter, die häufig dem Sonnenlicht ausgesetzt sind (so genannte Sonnenblätter) haben ein mehrschichtiges Palisadenparenchym, während die Palisadenzellen bei Schattenblättern meist nur eine Schicht bilden, damit die Zellen des Schwammparenchyms ebenfalls noch die geringe Lichtintensität nutzen können.

Schwammparenchym

Das Schwammparenchym oder Schwammgewebe ist ein pflanzliches Gewebe des Laubblattes, welches im Blattinneren unten an die untere Epidermis und oben an das Palisadenparenchym grenzt. Es besteht aus meist unregelmäßig geformten, oft sternförmigen Zellen (wird dann als Sternparenchym bezeichnet), zwischen denen größere Interzellularräume liegen. Im Vergleich zum Palisadenparenchym enthält das Schwammparenchym weniger Chloroplasten. Es dient vor allem dem Gasaustausch bei der Fotosynthese, welcher durch das Interzellularsystem begünstigt wird, da dies die Ausbildung großer innerer Oberflächen im Blatt zur Folge hat. Beim Trompetenbaum beispielsweise wurden 5100 m2 Innenfläche gemessen, bei nur 390 m2 äußerer Blattoberfläche).

Allgemein bezeichnet man ein Schwammparenchym nur dann als solches, wenn parallel ein Palisadenparenchym vorhanden ist.

Chlorenchym (Assimilationsparenchym)

Das Chlorenchym, auch Assimilationsparenchym, ist das auf Photosynthese spezialisierte Parenchym. Es ist ein chloroplastenreiches Blattgewebe (Mesophyll), das aus der Palisadenschicht und dem Schwammparenchym besteht. Das Schwammparenchym ist zugleich Chlorenchym und auch Aerenchym.

Aerenchym

Aerenchym (Sternparenchym) einer Sumpfpflanze

Unter Aerenchym versteht man eine Form des pflanzlichen Grundgewebes, bei der die Interzellularräume so weit sind, dass ein regelrechtes „Durchlüftungsgewebe“ entsteht. Es tritt besonders bei Sumpf- und Wasserpflanzen auf und dient dem Gaswechsel der untergetauchten Pflanzenorgane.

Hydrenchym

Hydrenchym kann auch als „Wasserspeicherparenchym“ bezeichnet werden. Es dient vor allem sukkulenten Pflanzen zur Speicherung von Wasser und weist Zellen mit sehr großen Vakuolen auf.

Speicherparenchym

Speicherparenchym in der Wurzel des Scharbockskrauts

Speicherparenchym dient der Speicherung von Nährstoffen wie Stärke, Fette, Proteine sowie Wasser.

Weblinks

Quellen

  • Strasburger, Lehrbuch der Botanik, 35. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag, 2002, ISBN 9783827413888

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