Association Européenne des Constructeurs de Matériel Aérospatial

Die Association Européenne des Constructeurs de Matériel Aérospatial (AECMA) später "The European Association of AeroSpace Industries" ist eine Interessenorganisation der europäischen Luftfahrtindustrie gewesen, deren Wurzeln auf der 1950 gegründeten "Association Internationale des Constructeurs de Matériel Aérospatial AICMA" resultieren.

Der Begriff "AECMA" ist heute vielfach ein Synonym für die von dieser Organisation entwickelten Spezifikationen "AECMA Spec 1000D" und "AECMA Spec 2000M".

Die AECMA SPEC 1000D, im folgenden nur noch S1000D genannt, ist eine internationale Spezifikation zur Erstellung technischer Dokumentation unter Verwendung einer Common Source Data Base (CSDB). Zielsetzung war es dabei, für multinationale Rüstungsprojekte einen einheitlichen Dokumentationsstandard zu entwickeln, der eine modulare und verteilte Erstellung der notwendigen Technischen Dokumentation erlaubt.

Parallel dazu entstand die AECMA SPEC 2000M, INTERNATIONAL SPECIFICATION FOR MATERIEL MANAGEMENT, INTEGRATED DATA PROCESSING FOR MILITARY EQUIPMENT. Sie ist ausschließlich für den militärischen Bereich in Europa von Interesse. Die S 1000D gewinnt dagegen weltweit zunehmend an Bedeutung. Ab der Ausgabe 2.0 wurde die S1000D seit 2003 gemeinsam von der AECMA und der AIA, der AeroSpace Industries of America, herausgegeben.

Die AECMA hat sich 2004 mit zwei weiteren europäischen Luftfahrtorganisationen (EDIG und EUROSPACE) zur ASD, der AeroSpace and Defence Industries Association of Europe, vereinigt. Somit ist heute die ASD Mitherausgeber der S1000D. Seit 2005 hat sich auch die ATA, die Air Transport Association, über ein MoU (Memorandum of Understanding) den S 1000D Gremien angeschlossen. Ziel ist es, zukünftig nur noch einen einheitlichen Standard für die Technische Dokumentation im Bereich AeroSpace und Defence zu haben. Mit der Veröffentlichung der Version 2.3 vom 28. Februar 2007 tritt die ATA erstmals als Mitherausgeber auf.

Die ASD AIA ATA S1000D besteht in verschiedenen Fassungen (1.6, 1.7, 1.8, 1.9, 2.0, 2.1, 2.2, 2.3, 3.0) und wird von der TPSMG, der Technical Publications Specification Maintenance Group, gepflegt. Sie ist ein "Living Document", die nächste Ausgabe 4.0 wurde für August 2008 angekündigt.

Unternehmen und Organisationen, welche die S1000D einsetzen, können an die TPSMG Verbesserungs- und Ergänzungsvorschläge richten. Wird ein Vorschlag angenommen, findet dieser meist Eingang in einer der nächsten Ausgaben der Spezifikation.

Die S1000D wurde ursprünglich vorwiegend im Bereich der militärischen Dokumentation eingesetzt, ihre Methoden sind aber gleichermaßen auch für zivile Projekte anwendbar. Ursprünglich lediglich für Fluggeräte/Systeme konzipiert, deckt sie ab der Ausgabe 2.0 auch alle anderen denkbaren Dokumentationsprojekte ab, so Landfahrzeuge, wie z. B. Panzerfahrzeuge, und Seefahrzeuge, wie z. B. Fregatten. Erste zivile Anwendungen der S 1000D erfolgten bei der Südafrikanischen Eisenbahn sowie bei Lloyd's Schiffsregister in London.

Die Entscheidung der Firmen Boeing und Airbus zur Anwendung der S1000D bei ihren neuen Modellen B-787 "Dreamliner" und A-350 kann als Durchbruch für den zivilen Sektor angesehen werden.

Die aktuellen Entwicklungen im Bereich der S 1000D werden auf den regelmäßig stattfindenden User-Foren präsentiert. Die letzte Veranstaltung hat im Frühjahr 2007 in Melbourne in Australien stattgefunden. Dabei war ein thematischer Schwerpunkt die Verbindung von Technischer Dokumentation zum Bereich Fernlernen bzw. E-Learning über ADL und SCORM.

Die S1000D gliedert die Dokumentation von Systemen entsprechend ihrer Systemarchitektur in Subsysteme und Komponenten (Geräteaufbruch) unter Verwendung eines sogen. "Standard Numbering System" (SNS).

Eine Dokumentation nach S1000D besteht aus Datenmodulen (data modules), die ursprünglich unter Verwendung der Markup-Sprache SGML, ab Version 1.9 auch in XML erzeugt und redundanzfrei in der CSDB gespeichert werden. Jedem gemäß Geräteaufbruch als Subsystem oder Komponente definierten Teil des zu dokumentierenden Systems sind eindeutig definierte Module zugeordnet. Hierfür stellt die Spezifikation (derzeit 14) verschiedene Grund-Dokumenttypen mittels entsprechender SGML-DTDs bzw. XML-Schemas bereit, u.a.:

  • Descriptive-DTD für beschreibende Texte
  • Procedural-DTD für Anweisungsfolgen, z. B. in Wartungshandbüchern
  • Schedule DTD, z. B. für Inspektionshandbücher

Jedes S1000D Datenmodul ist durch einen "Data Module Code" (DMC) eindeutig identifizierbar und kann so in der CSDB verwaltet werden. Der DMC ist eine 17- bis 37-stellige alphanumerische Kodierung und ist zwingender Bestandteil der Meta-Daten jedes Moduls. Der DMC wird nach den Regeln der S 1000D zusammengesetzt, identifiziert über den "Model Identification Code (MIC)" eindeutig das betroffene Projekt und spiegelt sowohl die Art des Inhalts/der Tätigkeit (z. B. Einbauanweisung), das betroffene Teil-System (z. B. Haupt-Hydraulik) u. v. a. wider.

Beispiel eines Datenmodulcodes: "AE-A-00-00-0000-00A-021A-A"

Weitere Veröffentlichungen der ASD in diesem Themenbereich sind die

  • ASD S2000M International Specification for Materiel Management und
  • ASD STE 100 Simplified Technical English

Für 2008 wurden zwei weitere ASD Standards angekündigt:

  • ASD S3000L International procedure handbook for Logistic Support Analysis LSA
  • ASD S4000A International procedure handbook for scheduled maintenance analysis

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