Assortative Paarung

Assortative Paarung liegt vor, wenn Arten mit geschlechtlicher Fortpflanzung zur Begattung mit Individuen neigen, die ihnen in gewisser Hinsicht besonders ähnlich[1][2] (positive assortative Paarung) oder unähnlich sind (negative assortative Paarung oder disassortative Paarung). Bei den Pflanzen entspricht ihr die selektive Fertilisation.

Inhaltsverzeichnis

Grundsätzliches

In der Evolution der Arten beeinflusst die assortative Paarung das Tempo der Entwicklung. Vorwiegende Paarung mit ähnlichen Artgenossen führt über Subspezies eher zu neuen Arten. Paarung von Unähnlichen stabilisiert die ursprüngliche Art und lässt weniger neue Typen entstehen.

Assortative Paarung wird als Ursache sympatrischer Artbildung angeführt. Bei manchen Populationen gibt es zwei genetische Rückzugsgebiete mit unterschiedlichen Phänotypen als Optimum. Zwischenformen der Phänotype sind biologisch schwächer. Für den Einzelnen ist es von Vorteil, Partner erkennen zu können, die genetisch in die gleiche Richtung streben wie er, so dass sich durch natürliche Auslese die Fähigkeit eines solchen Erkennens entwickelt.

Assortative Paarung bei der Meergrundel

Ein Beispiel ist die Korallengebiete bewohnende Meergrundel, die sich in einem kleinen Gebiet in Neuguinea mit wenig Korallen in eine Mutter- und eine Tochterart aufspaltet. Die Mutterart meidet das Gebiet; die Tochterart ist von der Mutterart reproduktiv isoliert, obwohl sie von ihr umgeben ist. Es wird vermutet, dass die beiden Arten sich durch assortative Paarung voneinander getrennt haben, als die Angehörigen der entstehenden Unterart die Paarung mit Individuen bevorzugten, die in dem Gebiet laichten.[3]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. John B. Armstrong: The Argument for Assortative Mating. 1997, ursprünglich veröffentlicht auf der Website des Canine Diversity Project, aufgerufen am 30. Januar 2011: „Assortative mating is the mating of individuals that are phenotypically similar.“
  2. Steve Silberman: The Geek Syndrome. Wired.com, aufgerufen am 30. Januar 2011: „(...) assortative mating is the blond gentleman who prefers blondes; the hyperverbal intellectual who meets her soul mate in the therapist's waiting room.“
  3. Philipp L. Munday, Lynne van Herweden, Christine L. Dudgeon: Evidence for sympatric speciation by host shift in the sea. In: Current Biology, Nr. 14 (16), 2004, S. 1498-1504

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